|
Praktisch
bedeutet das, in leicht schematisierter Form:
-
Die Interventionsmacht
des Nordens gegenüber dem Süden zu behindern. Also: Aktivität
gegen militärische Intervention, gegen die Aufrüstung, aber auch
gegen die kalte Intervention: die weitere Liberalisierung des Welthandels,
die Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds
und so weiter.
-
Den globalen
Sektor zurückzudrängen - durch Deinvestition, durch Aktivität
gegen die Entwicklung der Zukunftstechnologien (Gen- und Biotechnologie
vor allem), aber auch persönlich durch die Weigerung, für diesen
Sektor zu arbeiten.
-
Die Privilegien
der formalen Lohnarbeit abzubauen. Das beinhaltet die Forderung nach einer
sozialen Grundsicherung, die den Zwang lockert, sich um jeden Preis zu
verkaufen; es bedeutet auch, die geschlechtliche Arbeitsteilung un die
Arbeitsteilung zwischen formeller und informeller Arbeit abzulehnen und
zu konterkarrieren.
-
Sich Räume
und Zusammenhänge kollektiv wieder anzueignen, statt sie für
Investoren preiszugeben. Also: städtischen Raum für sich zu besetzen,
Landkommunen aufzubauen, eine radikale regionale Autonomie einzufordern
und praktisch durchzusetzen.
-
Den Norden
in dem Sinn zu dekolonisieren, daß Strukturen gefördert und
aufgebaut werden, die ein umfassendes Überlebe auf eigene Rechnung
möglich machen. Aktivitäten gegen den zerstörerischen Flächenzugriff
nach außen, etwa durch das Fleisch- und Agrobusineß. Wiederaneignung
von Techniken und Lebensweisen, die ein sozial befriedigendes Leben ermöglichen,
ohne den Umweg über Lohnarbeits-Geld, imperialistischen Außenhandel
und eine industrielle Konsummaschine zu nehmen.
(aus:
Christoph Spehr, 1996: Die Öko-Falle)
|