Ökonomie von unten

Siehe auch: Freie Menschen in Freien Vereinbarungen +++ Markt +++  Bedarfwirtschaft

So richtig es ist, die Energiekonzerne auch zur Mitwirkung am Wandel zur solaren Weltwirtschaft zu veranlassen – durch öffentlichen Druck, Überzeugungsarbeit oder politische Auflagen -, so wenig kann man erwarten, daß sie das im Sinne einer forcierten Substitutionsstrategie tun, also gegen sich selbst. Auch wenn es aus den ... genannten Gründen nicht möglich ist, die Versorgung mit erneuerbaren Energien so zu kontrollieren wie die atomar/fossile Energieversorgung: Es ist von ausschlaggebender Bedeutung, wer das Tempo der Einführung solarer Ressourcen vorgibt und nach welchen Interessen dabei vorgegangen wird. Die Schrittmacher der Einführung erneuerbarer Energien waren und sind unabhängige, nicht eingebundene Akteure: „grass-roots“-Organisationen, individuelle Betreiber, neue Unternehmen, Stadtwerke, Politiker. Sie haben die Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit geleistet und den Markt für Solartechniken vorbereitet. Ihre Aktivitäten müssen verstärkt werden, statt sich darauf zu verlassen, daß die Entwicklung nun von Konzernen und von Regierungen in die Hand genommen wird – nach dem Motto: „Wir haben verstanden.“ ... Der Wandel zur solaren Weltwirtschaft ist ohne die gebündelten Aktivitäten lokaler und unabhängiger Kräfte sowie zahlloser individueller Investoren nicht vorstellbar.
(Hermann Scheer in „Solare Weltwirtschaft“, 2000, Verlag Antje Kunstmann, S. 255)

da niemand all seine güter gleichzeitig nutzen kann und die sorge um akkumulierte güter die wahrnehmungsqualität für den augenblick einschränkt, soll das eigentumsrecht in ein nutzrecht überführt werden. dies erfordert einen sprung in der wirtschaftlichen organisationsweise, da die meisten menschen des gegenwärtige tauschsystem gewohnt sind und es verinnerlicht haben.
(aus: autonome stadt, Entwurfsarbeit von Tomislav Knaffl im Wintersemester 2000/01 an der Uni Stuttgart)

Zur Bedarfswirtschaft

in der bedarfswirtschaft wird im gegensatz zur marktwirtschaft für vorher angemeldete bedarfe von individuen und nicht wie in der marktwirtschaft auf verdacht zum tausch auf dem anonymen markt produziert. dies soll den verlust der konkurrenz mit gewinn der kooperation mit sich bringen.
(aus: autonome stadt, Entwurfsarbeit von Tomislav Knaffl im Wintersemester 2000/01 an der Uni Stuttgart)

Freie "Ware"/Freies Wissen

Auszug aus http://www.oekonux.de/texte/nehmen.html
Weder Tauschen noch Schenken
Freie Software und andere Freie Produkte sind nicht Gegenstand irgendwelcher Tauschvorgänge. Freie Software steht allen zur Verfügung, die sie benötigen - sie kann einfach genommen werden. Auch wer überhaupt nichts zu Freier Software beigetragen hat - wie jedeR durchschnittlicheR Gnu/Linux-NutzerIn -, kann sie in vollem Umfang und ohne Abstriche nutzen, sich die Quellen anschauen, daraus lernen und sie weitergeben. Das Konzept des Tausches ist auf Freie Produkte schlicht nicht anwendbar. Das schließt im übrigen ein, daß auch eine Person, die etwas gibt, nicht erwarten kann, dafür etwas zu bekommen.
Andererseits kann auch nicht von Geschenken im engeren Sinne gesprochen werden, da Freie Software im allgemeinen nicht für bestimmte andere Personen geschrieben wird. Höchstens von einem Geschenk an die Menschheit könnte gesprochen werden.

Genossenschaften = gut?

Teile der "Linken", vor allem Projekte und Organisationen zu alternativem Wirtschaften, jubeln Genossenschaften ab. Das soll per se etwas Gutes sein. Zwar ist der Aufbau sehr ähnlich den Aktiengesellschaften, die z.T. in gleichen Kreisen ebenso platt als Feindbild kreiiert werden, aber die Mischung als Marketing für die eigenen Firmen (die natürlich Genossenschaften sind und oft die Neugründung von Genossenschaften unter eigenem Verdienst beraten) und rosaroter Brille macht die Betriebsform zu einem Fetisch von Gleichberechtigung usw. Dass Genossenschaften auch Aufsichtsräte, Vorstände usw. haben, sich im Markt bewegen, Profitorientierung auch bei ihnen erzwungen wird ... meist gibt es darüber kein Wort. Bücher und Zeitungen feiern die Unternehmensform ab. Weitere Beispiele:

  • Die Contraste mit ihrer regelmäßigen Genossenschaften-abfeiern-Seite lobte in der Ausgabe Dezember 2005 das neue EU-Gesetz für Genossenschaft, u.a. weil es den Standort Deutschland stärkt und weniger Kontrolle für die Firmen bedeutet. Kurz danach wurde in der Jungen Welt, 12.12.2005 (S. 10) das gleiche Gesetz als neoliberaler Wahn kritisiert.

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