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Nicht die Veränderung
des "Bewußtseins" der Menschen oder dessen, was in ihrem Kopf steckt,
ist das Problem, sondern die Veränderung des politischen, ökonomischen
und institutionellen Systems der Produktion von Wahrheit. Es geht nicht
darum, die Wahrheit von jeglichem Machtsystem zu befreien - das wäre
ein Hirngespinst, denn die Wahrheit selbst ist Macht - sondern darum, die
Macht der Wahrheit von den Formen gesellschaftlicher und kultureller Hegenomie
zu lösen, innerhalb derer sie gegenwärtig wirksam ist.
Michael Foucoult, 1977:
Dispositive der Macht, Merve Verlag Berlin
In Gesellschaften wie der
unsrigen kann die "politische Ökonomie" der Wahrheit durch fünf
historisch bedeutsame Merkmale charakterisiert werden:
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die Wahrheit ist um die Form
des wissenschaftlichen Diskurses und die Institutionen, die ihn produzieren,
zentriert;
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sie ist ständigen ökonomischen
und politischen Anforderungen ausgesetzt (Wahrheitsbedürfnis sowohl
der ökonomischen Produktion als auch der politischen Macht);
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sie unterliegt in den verschiedensten
Formen enormer Verbreitung und Konsumtion (sie zirkuliert in Erziehungs-
und Informationsapparaten, die sich trotz einiger strenger Einschränkungen
realtiv weit über den sozialen Körper ausdehnen);
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sie wird unter der zwar nicht
ausschließlichen aber doch überwiegenden Kontrolle einiger weniger
großer politischer und ökonomischer Apparate (Universität,
Armee, Presse, Massenmedien) produziert und verteilt;
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schließlich ist die Einsatz
zahlreicher poltiischer Auseinandersetzungen und gesellschaftlicher Konfrontationen
("ideologischer" Kämpfe).
(siehe oben, S. 51/52)
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