Ebenfalls immer und berall falsch:

Umgehungsstraen

Zuviele Autos und zuviele Straen - da sind sich viele einig. Doch die Regel hat nicht nur Ausnahmen, sondern die Ausnahme ist die Regel: Stndig werden neue Straen geplant und immer gibt es dafr eine gesonderte Begrndung, warum gerade diese Strae
noch notwendig ist. Besonders trifft das auf Umgehungsstraen zu. Sie sollen sogar die Lebensqualitt steigern helfen, vom Verkehr entlasten usw. Doch das Gegenteil ist der Fall. 

Es gibt gengend Beispiele fr Umgehungsstraen. Alle leiden unter drei Problemen, die in der Regel vorher auch nicht diskutiert wurden, obwohl sie den VerkehrsplanerInnen bekannt waren und sind. Zum einen verlagern die Umgehungsstraen den Verkehr nur,
d.h. statt zentraler Bereiche sind jetzt die Ortsrandbereiche verlrmt, bilden Unfallschwerpunkte und werden von Naherholungsmglichkeiten abgeschnitten. Zum zweiten verbleibt auf der bisherigen Durchgangsstrae mehr Verkehr als zugegeben, denn die
Zhlverfahren sind falsch - auch das wissen die VerkehrsplanerInnen seit Jahren. So stimmt es zwar, dass einE PendlerIn von AStadt nach BStadt durch C fahren mu und folglich nach dem Bau einer Umgehungsstrae darber fahren knnte. Aber viele haben
andere Grnde, immer wieder doch die alte Strecke durch CDorf zu nehmen, z.B. um zu tanken, Zigaretten oder die Zeitung zu kaufen, einE MitfahrerIn abzuholen oder auch nur die nun freiere Durchfahrt zu nutzen. Und drittens: Insgesamt nimmt der Verkehr
sogar zu, denn gute Verbindungen ziehen den Verkehr an (von anderen Strecken, die nicht ausgebaut wurden) oder erzeugen sogar neuen (weil es jetzt schneller geht mit dem Auto oder LKW). Ein Ort, der eine Umgehungsstrae erhlt, hat hinterher insgesamt
mehr Verkehr. Die Belastung verteilt sich nun auf alle BewohnerInnen, viele Orte verlieren mit den Umgehungsstraen die letzten Bereiche, die bisher noch ruhig waren. Zudem vergrert jede Gemeinde, die eine Umgehungsstrae bauen lt, die Probleme bei
den ebenfalls an der gleichen Strae liegenden Orten, die ebenfalls die grere Verkehrslast zu tragen haben eine Umgehungsstrae schafft die Argumentation fr die nchste. Und der Verkehr steigt stndig.

Damit ist klar: Auch dort, wo die Umgehungsstrae Vorteile bringen soll, schafft sie es nicht. Hinzu kommen die unstrittigen Nachteile: - erhhte Unfallgefahr vor allem mit tdlichem Ausgang aufgrund der vielen ortsnahen Schnellfahrstrecken - zustzliche
Versiegelung, - Zerschneidung von Landschaften, Naherholungswegen, Fu und Radwegverbindungen aus dem Ort heraus (Kappen von Feldwegen usw.), - Einschrnkung fr nicht motorisierte Menschen (Kinder, Alte, Behinderte usw.), berhaupt noch die
Stadtgrenzen verlassen zu knnen.

Die Alternativen zu Umgehungsstraen sind klar: Entwicklung von Alternativen sowie der rigorose Rckbau der Straen. Autos sollen nicht woanders fahren, sondern gar nicht.

Die Wirkung von Umgehungsstraen und Alternativen soll an einer konkreten Gemeinde belegt werden. Die Umgehungsstrae wird dort, wie in vielen Orten, trotzdem weiter gefordert - von Grnen bis CDU sind alle dafr. Auch das ist heute fast berall der Fall.