Aufruf zum Autofreien Sonntag am 18.06.2000 und Autofreier Hochschultag am 20.06.2000

Mobil ohne Auto 2000

Whrend der lkrise hatte der reine Fortschrittsglaube ein Ende und erste Autofreie Sonntage gehrten zur Normalitt in der BRD, in der DDR formierten sich 1981 Menschen um das Christliche Forschungsheim Lutherstadt Wittenberg (SachsenAnhalt) und
Mitglieder des Kulturbundes der DDR zur Organisation eines jhrlichen Autofreien Sonntag von unten. Schon vor der Wende 1987 konnte diese Tradition in der BRD Fu fassen. 1990 bernahm dann die BundJugend und der Naturschutzbund in Bayern die Organisation
des Mobil ohne AutoTages im Juni.

1990 gestalteten 20 000 Menschen den Autofreien Sonntag. 1994 waren es schon 1 Million TeilnehmerInnen. Das Umweltbundesamt steuerte zur Finanzierung der verbandsbergreifenden Aktionen und deren bundesweiter Koordination Zuschsse bei. 1996 zog die
MoAZentrale von Nrnberg nach Frankfurt/Main ins Umweltamt der Stadt Frankfurt um.

1997 nahmen 420 000 Menschen an der Basis an bunten und vielfltigen Aktionen teil, die von ca. 2000 Aktiven auf ca. 350 Veranstaltungen organisiert wurden. 1998 waren es eine halbe Million Menschen, die sich engagierten, ebenso auch 1998 und 1999.

Whrend aber 1994 noch der Bundesverband der Grnen Liga e. V., die Naturschutzjugend, die BUNDjugend, der NABU, der VCD e. V., Pro Bahn e. V., die DGBjugend und die AG der Umweltbeauftragten der evangelischen Kirche, Robin Wood e. V., Greenpeace e. V.,
der ADFC e. V., Umkehr e.V., ja sogar der World Wildlife Fund (WWF), der Landesbund fr Vogelschutz, das Klima Bndnis, die Bundeskoordination Studentischer kologiearbeit, etc. den bundesweiten Trgerkreis organisierten, reduzierte sich das
Verbandsinteresse der Groen an der Aufrechterhaltung der verbandsbergreifenden MoABundeskoordination immer mehr. 1997 stellten die groen Verbnde wie der BUND e. V. und der VCD e. V ihre finanziellen Zuwendungen ein. Auch die inhaltliche Arbeit wurde
immer geringer, getreu der uerung von Peter Westenberger (BUND) 1997: Gelingt es nicht, Mobil ohne Auto fr diese Menschen weiterzuentwickeln, wird die Aktion als immer wiederkehrender Aufguss schleichend auszehren und irgendwann still verscheiden.



Ausweitung von MOA

Entgegen dieser Voraussage wurde aber z. B. von der BS e.V. versucht, den Autofreien Sonntag durch eine gesamte MoAWoche auszubauen. Hinzukamen deshalb 1997 ein Autofreier Schultag und ein Autofreier Hochschultag (AfH). Auf dem MoATrgerkreistreffen am
28.6.99 dann stellte der Umweltgruppentrgerkreis seine inhaltliche Arbeit ganz ein und stellte sich mehrheitlich zu einem Beratungsbeirat fr einen von der EUKommission und den Kommunen inhaltlich bestimmten europaweiten Aktionstag von oben am
22.09.2000 zur Verfgung.



CarFreeCityDay

Der CarFreeCityDay wird nach Auskunft vom 28.10.99 des als BRD/sterreich/Dnemark Koordination fungierenden KlimaBndnis wie folgt organisiert: Das Projekt wird im Rahmen des LIFEProgramms von der EU gefrdert. Projektpartner sind neben dem
KlimaBndnis die franzsische Umwelt und Energieagentur ADEME, die Stdtenetzwerke EnergieCits und Car Free Cities sowie mehrere nationale Koordinationsstellen. Kommunen und Verbnde aus Deutschland werden vom KlimaBndnis bei der Vorbereitung und
Durchfhrung des Aktionstages untersttzt. Uns obliegt die Erstellung eines Leitfadens und die Bereitstellung von Materialien fr die ffentlichkeitsarbeit der Kommunen und hier melden Sie Ihr Interesse an einer Teilnahme an.

Die Bundeskoordination Studentischer kologiearbeit e. V. rief im Oktober 99 zur bundesweiten Rettung des basisorganisierten sommerlichen MoAAktionssonntages auf. Aus dem Aufruf der BS: So erfreulich die pltzliche Anerkennung und (finanzielle)
Frderung 'von oben' fr den 'Car Free City Day' aus dem Bundesumwelt und verkehrsministerium sein mag: Kein Grund den eigentlichen MoATermin im Juni fallen zulassen!!! Wie von der BS e. V. auf dem letzten Trgerkreistreffen am 28.6.99 in Frankfurt/M.
eindringlich unterstrichen, ist es zum einen doch gerade unsere Absicht, die Zahl der autofreien Tage und Menschen wachsen  zu lassen. Wieviel Spielraum wird die neue konzertierte Aktion den ursprnglichen InitiatorInnen von unten, also BIs,
MoAOrtsgruppen etc., bei der Gestaltung von Veranstaltungen, Aktionen und politischen Aussagen lassen? Viele Ortsgruppen werden aufgrund langfristiger Planungen, aus Gewohnheit oder weil die Leute in der Woche keine Zeit fr die Organisation eines
MoATags haben, an dem sonntglichen Sommertermin (zumindest zustzlich) mit gutem Grund festhalten. Diese wrden nach dem Willen des bisherigen MoATrgerkreises in Zukunft weitestgehend ohne berregionale Presse und Vernetzungsarbeit gelassen und sogar
aufgefordert werden, ihr Engagement im Juni an den Nagel zu hngen. Daher (...) sehen wir Bedarf fr ein neues Bndnis fr einen MoATag im Juni und mchten Euch auf diesem Wege fragen, ob Ihr Interesse daran habt. Die meisten Mitgliedsverbnde und
vereine des alten MoATrgerkreises (Klimabndnis, VCD, EKD, B.U.N.D.) haben sich entschieden, soweit von den Organisatoren des neuen Car Free Europe Day gewnscht, sich in einem Beirat auf Vorschlge zur Gestaltung des Septembertermins zu
konzentrieren bzw. zu beschrnken. Damit verlieren die Umweltgruppen eindeutig an Einfluss auf die politischen Aussagen dieses Autofreien Tages. Die meisten von Euch waren aus verschiedenen Grnden nicht mehr im alten Trgerkreis vertreten. Aber in einem
neuen Bndnis wrden keine groen finanziellen Aufwendungen die Mitsprachemglichkeiten beschrnken (...) und auch ber Ausrichtung, Aussagen etc. liee sich vllig neu diskutieren.



Der neue Anfang

Nachdem Ende 99 der Trgerkreis aus Umkehr e. V., Grne Liga Berlin e. V., BS e.V. fr die Juni Termine wirklich gebildet wurde, erhielten wir ein Schreiben vom Sprecher der Arbeitsgemeinschat der Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirchen in Dtl. mit
folgendem Schlussabschnitt: In der ffentlichkeit  wirkt eine Doppelstruktur der Termine verwirrend. Lokal oder regional (Ba W) mag es noch verkraftbar sein, wenn die Tradition lebendig ist. Fr Aktionsgruppen wirken zwei Termine als berlastung - man
wird sich dann fr einen entscheiden mssen, und das soll der 22.9. sein. Fr die Finanzierung von Aktionen kann es auch nur die Festlegung auf einen Termin geben. Juristisch gesehen ist vermutlich weder der alte Trgerkreis noch irgendein neuer
legitimiert, die MOATradition fr sich allein zu beanspruchen. Ein Machtkampf um das Recht ist weder schn noch ntzlich.

Wir rufen alle Ortsaktiven, Brgerinitiativen, Vereine, Gruppen und Verbnde fr den 18. Juni 00 und die Hochschulen fr Dienstag, 20.06.2000 auf, Aktionen gegen Autowahn zu planen und sich unter den genannten Rckmeldeadresse fr die bundesweiten
Presseerklrungen/konferenz zu melden.



Propaganda gegen Straen

Lasst uns MoA, diese einseitig gegen den Verkehrstrger Strae gerichtete Propagandaveranstaltung (BTDrucksache 13/7690, Friedrich MdB, FDP zu MoA) kreativ und offensiv in Zusammenarbeit mit dem CarFreeEuropeDay fortsetzen! Frei nach Ernesto
CheGuevara also: Eins, zwei, drei - viele autofreie Tage schaffen!