Viele neue Ideen auf der Aktionskongress in Lbeck

Widerstand gegen die A20 geht weiter

Am Wochenende vom 11.13.2.00 fand in Lbeck der A20 Aktionskongress statt. Die TeilnehmerInnen waren sehr motiviert und es entstanden viele neue Ideen, die vor allem eine breitere Basis an Aktiven im A20 Widerstand schaffen sollen. So wird es jetzt
regelmig Critical Mass (viele FahrradfahrerInnen fahren kreuz und quer durch die Stadt und behindern den Autoverkehr) in Lbeck geben. Weiterhin sollen die Anhrungstermine fr den Widerstand genutzt werden. Vom 30.6.2.7.00 wird es ein AntiA20 Camp
auf dem MorgenlnderHof in Lutzhorn (bei Barmstedt) geben und vom 10. bis 12.Juni geht die traditionelle Rgenradtour ber Deutschlands grte Insel unter dem Motto: fr eine Wende in der Verkehrspolitik und gegen die Anbindung von Rgen an die A20.

Keine A20 - nur mit uns - Bndnis90/Die Grnen lautete ein hufig verwendeter Slogan im letzten Landtagswahlkampf von Schleswig Holstein. Nun, vier Jahre spter, ist wieder einmal Landtagswahl im nrdlichsten Bundesland. Und mittlerweile haben sich die
Grnen vom A20 Widerstand verabschiedet. Auch bei keiner anderen Partei trifft man auf Widerstand gegen die A20. Mittlerweile ist die A20 im Bau, bisherige Gerichtsverfahren sind gescheitert und der Widerstand weicht sich immer mehr auf. Nach dem
Regierungswechsel haben sich einige eine Trendwende in Sachen Verkehrspolitik erhofft. Die Erwartungen wurden enttuscht. Es zeigt sich, dass die Verkehrspolitik der neuen Regierung weiterhin gekennzeichnet ist durch einseitige Frderung des Straenbaus,
und damit Auto und Lkw Verkehr. Hierbei haben wirtschaftliche Interessen Vorrang gegenber den Interessen von Menschen, Tieren und Pflanzen. Umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen, Schiffe und das Fahrrad werden systematisch benachteiligt.
Dieses macht sich im Norden besonders bemerkbar an den Beispielen A20 (von Szcecin ehemals Stettin ber eine weitere Elbquerung an die A7 bei Bremen), Fehmarn Belt Querung (Puttgarden nach Rdby) und der Oresund Querung (Malm nach Kopenhagen). Diese
gigantischen, unsinnigen Verkehrsprojekte werden von der Bundesregierung und von der Schleswig Holsteinischen Landesregierung als vordringlichen Bedarf eingestuft. Was zum einen damit zusammenhngt, das die ernannten Verkehrsprojekte zu den TEN (Trans
Europische Verkehrsnetze) gehren. Alle TEN Verkehrsprojekte werden nach Bedarf der Europischen Union geplant und mit EUGeldern gefrdert. Die Entscheidungen fr die TENProjekte werden vom European Round Table (ERT) mageblich beeinflut. Dieser
Lobbyverband der europischen Industrien, besteht aus den 45 mchtigsten europischen Konzernen, darunter auch Siemens, Unilever, Shell, Hoechst, Nestl und DaimlerCrysler.

In Teilen MecklenburgVorpommerns und in Lbeck sind die Zerstrungen durch den Bau der A20 schon sichtbar. Im Travetal werden wertvolle Feuchtwiesen einfach plattgewalzt, Dorfgemeinschaften werden zerschnitten, landwirtschhaftlich genutzte cker und
Wiesen wurden zerstrt, den Tieren werden Nahrungsquellen, Nistpltze, Winterquartiere genommen. Die Planfeststellungsverfahren, die eigentlich Teil der demokratischen Willensbildung sein sollen und die Betroffenheit der Brger bercksichtigen sollen,
verkommen immer mehr zur Farce. Selbst die kleinsten kologischen Verbesserungen sind nicht auf dem demokratischen oder rechtlichen Wege durchsetzbar, da Tatsachen von der Politik und Wirtschaft vorweg geschaffen werden. So wird z.B. am ersten Teilstck
der A20 bei Lbeck schon gebaut, obwohl fr das Teilstck ber die Wakenitz noch gar nicht die endgltige Trasse feststeht.

So niederschmetternd die Bestandsaufnahme auch ist, es ist noch nicht alles gelaufen. Vergessen wir nicht, dass bis jetzt noch nicht einmal 50 km der A20 fertiggestellt sind. Auerdem, warum sollten wir nur gegen Autobahnen sein, bevor sie im Bau sind?

Wir sind der Meinung, nur unter Druck von uns allen auf die VerkehrspolitikerInnen und PlanerInnen ist die Verkehrswende mglich. Fr die Verkehrswende treten wir in Aktion und fordern:

1. das demokratische Mitbestimmungsrecht der betroffenen Menschen ernst zu nehmen und sie nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen

2. sofortigen Planungs und Baustop der A20

3. Entwicklung von Alternativen fr den Bau der A20

4. berarbeitung des Bundesverkehrswegeplan mit der sofortigen Einstellung kologisch nicht vertretbarer Baumanahmen

5. Ausbau von Schienennetzen und Schifffahrtswegen fr Gterverkehr und Personenbefrderung

6. Stopp der Planung zur Fehmarn Belt Querung, die die Betonpolitik im Verkehrsbereich fortsetzt.

Wir rufen Euch alle auf, Euch an dem A20 Widerstand zu beteiligen.







Es ist noch nicht zu spt ...

                       A20 verhindern 



