Atomkraftgegner kndigen

einen heien Sommer oder Herbst

gegen die Castortransporte an

Die Zentren des Widerstands heien nicht mehr Ahaus oder Gorleben, sondern Neckarwestheim, Philippsburg oder Biblis. "Wir blockieren am AbfahrtsAtomkraftwerk", sagt Heidi Lindstedt vom Aktionsbndnis CastorWiderstand Neckarwestheim. Vor den Toren des
GKN in Neckarwestheim stehen zwei als Sensenmnner verkleidete Personen hinter gelben "Atomfssern". Andere entfalten ein weies Transparent und kndigen den CastorAlarm NeckarwestheimAhaus an. Nach dem Beschluss der Bundesregierung, den Transportstopp
fr Atommll teilweise aufzuheben sowie fnf CastorFahrten ins westflische Zwischenlager Ahaus zu gestatten, erklren die Atomkraftgegner bei einer Pressekonferenz im Freien ihr Widerstandskonzept. 

Herbert Wrth vom Aktionsbndnis spricht von der "sddeutschen Dreieinigkeit" und sagt: "Hier wird die Musik spielen." Massive Blockaden an den drei Kernkraftwerken sind das Ziel. Denn das rotgrne Szenario bedeute fr Block II in Neckarwestheim einen
Weiterbetrieb von 20 Jahren. Wrth: "Das ist eine Farce." Dass die Transporte nach einer Einigung der Landesinnenminister nicht vor sechs Monaten rollen, gebe den Antiatomgruppen mehr Zeit, um den Widerstand zu organisieren, betont Heidi Lindstedt. Sie
fgt hinzu: "Wir wollen der Hebel fr die Stilllegung der Atomkraftwerke sein." Fr das "Regionalplenum HessenBaden", den Gruppen um das AKW Biblis, verdeutlicht Ralf Peters, gemeinsam wrden Blockaden und phantasievolle Aktionen mit dem Schwerpunkt vor
den Toren der Kernkraftwerke ausgefhrt. Die heie Phase in Neckarwestheim will Herbert Wrth mit Camps und Sitzblockaden vor dem Tor 2 einleiten. Jochen Stay von der "Kampagne X1000 mal querberall" aus Lchow sichert hierzu die bundesweite
Untersttzung zu, "damit die Transporte das Gelnde nicht verlassen knnen". Fr eine groe gewaltfreie Sitzblockade seien schon 2500 Absichtserklrungen eingegangen. Eine Grokche werde installiert, um die Demonstranten zu verpflegen. Alte Zirkuswagen
dienen als Kommunikationszentralen. Selbst groe Planen zum Schutz gegen Wasserwerfereinstze der Polizei wrden mitgebracht, "damit viele Menschen ber mehrere Tage ausharren und das Kraftwerk dichtmachen knnen". Diese Formen des Widerstands kndigen
die Sprecher auch gegen mgliche Transporte zur Wiederaufarbeitungsanlage nach Sellafield an. Dafr stehen die Genehmigungen noch aus. Im Kernkraftwerk Neckarwestheim bereiten sich die Fachleute auf die Beladung der sechs Castoren vor, die noch mit den
Behrden abzustimmen ist. "Auerdem brauchen wir die Annahmebereitschaftserklrung von Ahaus", sagt Pressesprecher Uwe Mundt. In den nchsten Tagen bis Wochen werde begonnen. Zudem mssen drei Leerbehlter vom CastorHersteller abgerufen werden. Bis zur
Revision von GKN I im Mai sollen alle 114 Brennelemente verladen sein. Dann knnten viele Positionen im Abklingbecken wieder besetzt werden. 