Abenteuerliche SolarBerechnungen

in der TAZ

In der TAZBeilage vom 29. Januar 2000 fand sich ein Artikel von Leo Frhschtz mit dem provokanten Titel Sonne im Geldregen. Kernaussage dieses Artikels: Wer gleichzeitig die 99 Pf/kWh des neuen EEG (erneuerbare Energien Gesetz) und fr 55% der
Investitionssumme einen 100.000DcherKredit und fr den Restbetrag einen Kredit der KfW wahrnimmt, dessen Solaranlage amortisiert sich nach gut 18 Jahren. Leider ist diese Aussage fahrlssig falsch. Drei Gedankenfehler in dem FrhschtzArtikel kann man
auch ohne Rechenknststcke leicht herausfinden. 

Der Autor schreibt: Mit den Zinsen mssen insgesamt rund 55.000 DM zurckgezahlt werden. Da die Anlage 3.000 kWh im Jahr erzeugt und damit rund 3.000 DM einbringt, hat sie sich nach gut 18 Jahren amortisiert. Das ist falsch! Zwar bringt die Anlage 3000
DM im Jahr ein, aber mit den Einnahmen aus der Einspeisevergtung mssen auch noch die Betriebskosten abgedeckt werden, also Versicherung, Wartung und Zhlermiete. Diese betragen etwa 770 DM jhrlich. Fr die Rckzahlung der beiden Kredite stehen also
nicht 3000, sondern nur 2230 DM jhrlich zur Verfgung.

Auerdem mssen die beiden Kredite nicht erst in 18 Jahren, sondern innerhalb von 10 Jahren zurckgezahlt werden. In 10 Jahren hat die Anlage aber erst 22.300 DM eingebracht. Grob gerechnet fehlen dem Betreiber somit nach 10 Jahren bereits 32.700 DM.
Dieses Fehlbetrag mu er auf dem freien Kapitalmarkt decken, wobei die dort zu entrichtenden Zinsen seine Anlage wohl endgltig in die roten Zahlen treiben wrden.

Nun zu dem dritten Gedankenfehler. Der Autor schreibt weiter: 50.000 Mark in Solarmodulen bringen 3.000 Mark im Jahr; also sechs Prozent. Viel besser sind Pfandbriefe auch nicht. Diese Aussage ist sehr realittsfern. Bei Pfandbriefen bekommt man
schluendlich das eingesetzte Kapital zurck. Bei der von Frhschtz erwhnten Beispielanlage aber nicht!!!

Die vorgesehene Frderung von 99 Pf/kWh zusammen mit dem 100.000 DcherprogrammKredit ist zwar eine gute Hilfe fr Menschen, die sich ohnehin fr eine Solaranlage interessieren. Doch wer den Lesern der TAZ einredet, nunmehr seien Solarstromanlagen
wirtschaftlich, man knne sogar Geld damit verdienen, traut diesen Lesern wohl nur wenig wirtschaftlichen Sachverstand zu und schadet der Sache, weil er Erwartungen weckt, die gar nicht gehalten werden knnen.

Wolf von Fabeck, SolarenergieFrderverein, Herzogstrae 6, 52070 Aachen, Tel. 0241511 616