Makah und 

Sea Shepherd

Betrifft: Punkte Ausgabe Winter 99/2000, Titel: Tierschutz/Rassismus am Beispiel der MakahWaljagd.

Der Mythos des harmonisch im Einklang mit der Natur lebenden Indianers sollte endlich als das akzeptiert werden, was er heute noch ist; nmlich nur ein Mythos.

Vorbei sind die Zeiten, wo man sich grundstzlich ein Beispiel an den Lebensweisen aller Indianer nehmen konnte. Sicher gibt es auch heute noch viele Stmme und Traditionalisten, die einen vorbildlichen Umgang mit der Natur pflegen. Aber man muss eben
etwas genauer hinsehen, wenn man zumindest ehrlich mit sich selbst sein will. Die Makah sind ein Musterbeispiel dafr, wie manipulierend Indianer ihr WinnetouImage gegen Natur und Umweltschtzer einsetzen.

Warum kehrt ein Volk nach siebzig Jahren Verzicht auf das Tten von Walen zu dieser Tradition zurck?

Die Makah essen den Grauwal nicht. Einen 1996 aus versehen getteten Grauwal lieen sie auf der Stammesmllkippe verrotten.

Die Makah knnen das Fleisch des Grauwales nicht verkaufen. Dies wre ein zu groer Versto gegen das ausdrckliche Verbot des Handels mit Fleisch geschtzter Arten.

Die Makah knnen sich nicht auf Tradition berufen: Es gibt keinen lebenden Makah, der die Tradition der Waljagd weitergeben knnte. Man will und hat mit moderner Technik gettet. Schnellboote, Trawler, panzerbrechende Munition. Ja selbst der WalMetzger
wurde per Jet aus dem fernen Alaska eingeflogen. Selber wuten die Makah nicht, wie man einen 30 Tonnen schweren Wal zerlegen sollte. Was die Makah mit fnf dieser Giganten machen wollen, ist immer noch ein Rtsel.

Die Jagd ist illegal und von der IWC nicht genehmigt.

Die mit entbltem Oberkrper im Holzkanu paddelnden Indianer sind nur ein Motiv fr die Kameralinsen der Medien. Und die Makah wissen dies geschickt einzusetzen. Als sie sich aufmachten, eine junge Walkuh mit 50mm Geschossen zu erlegen, paddelten sie
nicht in die kalte, rauhe See des Pazifik. Frierend mit warmen Sweatshirts und Jeans saen sie in ihrem Pressekanu und lieen sich bequem von eines ihrer Schnellboote zum nchsten Wal ziehen. Dort angekommen entblten sie mutig Ihre Oberkrper fr die
Pressefotographen und paddelten doch einige wenige Meter selber. Der Wal machte es ihnen einfach; er schwamm auf das Kanu zu.

Nach siebzig Jahren ohne Waljagd, wird den grauen Riesen in Neah Bay nur noch von WhaleWatchingBooten aus nachgestellt. Die Wale genieen es, sich von Kindern in orangen Rettungswesten den Rcken kraulen zulassen. Diesmal jedoch bekam der junge Wal
keine Streicheleinheiten, sondern eine Harpune. Nach dieser mutigen Tat wurde der Wal vom Schnellboot aus erschossen. Die Makah hatten monatelang Werbung fr den Waffenhersteller gemacht, der auch die US Armee beliefert. Eine traditionelle Vorbereitung
fr das Tten eines Wales, wie es frher blich war, gab es nicht. Die Schamanen lehnten die Jagd ab. Es sei falsch, einem Wesen wie einen Wal das Leben zu nehmen, ohne das der Stamm den Wal braucht, sagten Sie. So sprangen die sieben Waljger mit Jeans
und Turnschuhen auf dem Kadaver des Wales herum und betranken sich sinnlos.

Auch die New York Times hatte einen Mann vor Ort in Neah Bay. Dieser schrieb: Einige jubilierende MakahIndianer hatten ein Festmahl mit dem Blubber und Speck des Wales und erklrten sich spirituell zurckversetzt in die alte Zeit. Andere spien das
Fleisch an den Strand oder splten es herunter mit dem traditionellsten Getrnk aller Zeiten: CocaCola. New York Times 19. Mai 1999

... Wer nun knnte einen Vorteil aus der Waljagd der Makah ziehen. Die Befrworter der Waljagd sagen, da durch die Jagd der Stamm seinen Zusammenhalt wiederfindet.

Jedoch genau das Gegenteil ist der Fall. Noch nie zuvor war der Stamm der Makah so zerstritten, wie seit der Neuaufnahme der Waljagd. Die Gegner der Waljagd, stehen stark unter Druck. Es gab bereits Ausweisungen aus dem Reservat. Ferner wurden Haustiere
der Walfanggegner gettet u.. mehr.

... Bercksichtigen sollte man auch, da die Japaner die Makah in den letzten fnf Jahren massiv im Kampf durch die gerichtlichen Instanzen untersttzt haben.

Japan verdient an dem Verkauf von Walfleisch und Blubber (Walspeck) mehrere Millionen US $ pro Jahr. Eine erfolgreiche Waljagd der Makah wrde die Position Japans auf der nchsten IWC strken. Japan unterhlt seit langem Geschftsbeziehungen zu den Makah.
Diese verkaufen Holz, einen groen Teil ihres Fischfanges und Schwmme an Japan. Die Makah sind KEIN armer Indianerstamm. Sie besitzen eines der fruchtbarsten Territorien der USA und erhalten jedes Jahr vom Staat sehr hohe Zuwendungen.

Sea Shepherd kmpft fr den Fortbestand der Artenvielfalt. Nicht zuletzt deswegen sind viele Indianer mit an Bord unserer Schiffe. Selbst die Leiterin der Kampagne zum Schutz der Grauwale sieht stolz auf ihre indianischen Vorfahren zurck. Sea Shepherd
hat noch nie rassistische uerungen gettigt. Wie klug es von den Makah Waljgern war, diese Lge zu streuen, zeigen die vielen emprten Berichte. Paul Watson hat sich selbst fr die Rechte der Indianer eingesetzt. Er war einer der wenigen Weien, die
1973 auf der Seite der Indianer bei der Besetzung von Wounded Knee gekmpft haben. Auf dem Boden der vom Blut der Sioux Indianer bei deren letzten Schlacht getrnkt wurde. Diese Indianer verliehen ihm den Namen grauer Wolf. Diesem Mann Rassismus
vorzuwerfen, ist eine Frechheit.

Wir in Deutschland sind alle sehr stolz darauf, bei Sea Shepherd ttig sein zu knnen. Ohne uns wre nicht ein Grauwal, sondern inzwischen zehn gettet worden. Auf unseren Schiffen findet sich Jahr fr Jahr eine Crew zusammen, die ihresgleichen sucht. In
Neah Bay waren neben Indianern und Amerikanern auch Kanadier, Brasilianer, Schotten, Franzosen, Deutsche und Israelis an Bord.

Einen Dienst haben die Makah den Indianern allgemein mit dieser Politik nicht erwiesen. Denn nun hrt die Menschheit genauer hin, wenn ein Stamm wie die Goshute Indianer es AtomKonzernen (gegen den Willen des Gouverneurs) erlauben, deren Atommll auf
Stammesgebiet zu lagern. Wenn der Tinglit Stamm selber einen Konzern grndet, Wlder abholzt und l frdert. Oder wenn die Inupia und GwichinIndianer lkonzernen wie Exxon ermglichen, selbst auf Wildschutzgebieten l und Gas zu frdern. Die Makah
sind nur ein Stamm mehr, der seine Wlder zum Teil schon gefllt hat, seine Bestnde an Wildlachs bereits vllig ausgerottet hat und nun zur Jagd auf Wale blst. Diesem Ruf werden andere Indianerstmme folgen und ebenfalls Ihr Recht auf die Waljagd
fordern. Solche Forderungen liegen bereits aus dem Sdwesten Kanadas vor.

Wir werden nicht tatenlos zusehen, auch wenn wir wieder unberechtigt als Rassisten beschimpft werden. Etwas grundstzlich Falsches wird nicht dadurch richtig, da es durch einen Indianer gemacht wird.

Und auch ein letztes Wort zu der Redaktion der Punkte soll angemerkt werden. Eine ganze Organisation als Rassisten zu verunglimpfen, ohne dieser vor dem Druck solcher Lgen auch nur die Chance eines Gesprches zu geben, ist nicht mit den Grundlagen des
Journalismus zu vereinbaren. Nur durch einen Leser wurden wir auf die Verffentlichung dieser Verleumdung aufmerksam. Die Punkte hielten es noch nicht einmal fr ntig, unser Bro anzurufen und sich unsere Meinung zu diesen Beschuldigungen anzuhren.
Mit dem Wort Rassismus sollte man nicht zu leichtfertig umgehen, dies sollte vor allem Leuten bewut sein, die versuchen besser als andere Medien zu sein.