Netz Hessen vor 

NeuOrientierung?

... Nach vier Jahren und acht Ausgaben stand Ende September letzten Jahres die Entscheidung fest: Die geplante nchste Ausgabe der fairnetzt konnte mangels finanzieller Mglichkeiten nicht mehr erscheinen. Weder konnte eine mitfinanzierende Stiftung
gewonnen noch gengend Anzeigen aquiriert werden.

Was in der ersten Ausgabe im Mai '95 als Basis dieser kostenlosen Zeitschrift benannt wurde - gegenseitige Werbung und Information mit dem Ziel, verschiedene Menschen und unterschiedliche Betriebe und Projekte miteinander zu vernetzen - reichte nicht
mehr aus fr ein Weiterbestehen. Statt auf AboEinnahmen setzte das Konzept auf breite Verteilung in den Betrieben des netz Hessen sowie an 400 Auslegestellen.

Im ersatzweise an die Verbandsmitglieder verschickten Rundbrief kommentierte Marlis Cavallaro treffend: fairnetzt wurde nicht dramatisch erdolcht, sondern `erschwiegen'. Wir haben ihr lediglich die Augen zugedrckt. Und im Zusammenhang mit den
gestrichenen Frdergeldern zeichnet sie ein eher dsteres Bild vom mittlerweile fnfzehnjhrigen Verband: Das Hinscheiden eines gemeinsamen Blattes ist Symptom der Schwindsucht von Erneuerungskraft, Identifikation und Partizipation im
netzHessenZusammenhang. Der fairnetzt selig droht das Verbandsbro ins finanzielle Jenseits zu folgen. Die allgemeine Problematik der vorwiegenden Abhngigkeit wichtiger Projektbereiche von staatlichen Frdergeldern zeigt sich immer deutlicher. Noch
ist besagtes Jenseits nicht erreicht und es bleibt Zeit, neue Wege zu visionieren.

Zeit aber auch, innezuhalten und zu fragen, was das schweigende Ende der eigenen Zeitschrift mit den Folgen der jahrelangen ffentlichen Frderung zu tun haben knnte - abgesehen davon, dass auch andere linke Publikationen eingestellt werden mussten.
Zugegeben - man kann die Grndung des Verbands der selbstverwalteten Betriebe in Hessen vor fnfzehn Jahren wohl nicht als Resultat von gemeinsamen Kmpfen bezeichnen, eher war es eine pragmatische Lsung, um als Verhandlungspartner der ersten rotgrnen
Regierung fr die Verteilung der sogenannten Hessenknete auftreten zu knnen.

... Es geht nicht drum, die geleistete Verbandsarbeit schlecht zu machen. Im Hinblick auf die anstehenden Diskussionen, wie sich der Verband neu orientiert und in welchem Bereich die Mitglieder eine zukuenftige gemeinsame Basis finden, lohnt sich hingegen
ein Blick zurck allemal, um in hnliche Situationen nicht noch einmal zu geraten. Eine Debatte, an der sich gerne auch andere Betriebe und Verbnde beteiligen knnen.