Mayday 2000 Globaler Aktionstag 

Am ersten Mai dieses Jahres findet der vierte Globale Aktionstag statt. Menschen in allen Teilen der Erde und aus den verschiedensten sozialen Bewegungen bereiten sich darauf vor, mit direkten Aktionen ihre jeweiligen Kmpfe gegen das globale
kapitalistische System zu einem gemeinsamen Aktionstag zu bndeln. Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es einen so erfolgreichen Versuch, den Widerstand so vieler verschiedener Gruppierungen zu verbinden und dadurch ihre jeweiligen Kmpfe zu strken,
wie es jetzt bei den "Global Action Days" der Fall ist. ArbeiterInnen, Arbeitslose, Studierende, Landlose, Frauen/LesbenGruppen, KriegsgegnerInnen, UmweltaktivistInnen, indigene Bevlkerungen, TierrechtlerInnen, Flchtlinge, antirassistische
Zusammenhnge, usw. bereiten von der jeweiligen Gruppe autonom organisierte Aktionen vor, die dann in den Zusammenhang von lokalen, regionalen und globalen Bndnissen gestellt werden.



Zur Geschichte der 

Global Action Days 

Entstanden ist die Idee auf den von den Zapatistas in Mexiko organisierten weltweiten "Treffen gegen Neoliberalismus und fr eine neue Weltordnung". Aus diesen Treffen heraus bildete sich das Netzwerk Peoples Global Action (PGA), das von da an versuchte,
Kontakt zu immer mehr Menschen in immer mehr Lndern aufzubauen. Von ihnen wurde dann auch zu den ersten Globalen Aktionen zwischen dem 16. und 20. Mai 1998 aufgerufen. An diesen Tagen gab es Aktionen, Proteste und Demonstrationen auf allen Kontinenten,
z.B. ber 30 "Reclaim the Streets" in ber 20 verschiedenen Lndern - eine Kombination aus illegalem Strassenfest, Protest und direkter Aktion. In Brasilien waren 50.000 Arbeits und Landlose auf den Strassen, whrend in Hyderabad/Indien 200.000
demonstrierten. Diese Ereignisse waren zeitgleich mit dem Gipfeltreffen in Birmingham, Grossbritannien, und dem dritten MinisterInnentreffen der Welt HandelsOrganisation in Genf in der Schweiz. 

Aus der Euphorie, die diese Aktionen hervorgerufen haben, kam die Idee zu einem zweiten "Global Action Day". Dieser sollte am 18.Juni, zeitgleich zu der G7Konferenz in Kln stattfinden. Der Mobilisierungserfolg war noch grer als beim ersten Mal. Es gab
u.a. Grodemonstrationen in Pakistan und Bangladesch; Strassentheater, wie etwa eine gefakete Handelsmesse in Uruguay; die Besetzung des Londoner Finanzdistrikts durch 15.000 feiernde Menschen, inklusive teils massiver Auseinandersetzungen mit der
Staatsmacht; Strassenparties und Besetzungen privatisierter Rume in Spanien, Italien, Kanada diversen USamerikanischen Stdten und vielen anderen Orten; Protestaktionen von 10.000 Menschen in Nigeria gegen die lindustrie und Imperialismus; Tortenwerfen
auf prominente PolitikerInnen in Australien und weitere Aktionen an vielen anderen Orten weltweit: Der dritte Aktionstag, der auch in den Deutschen Medien zum ersten Mal berhaupt wahrgenommen wurde, fand am 30. November 99 zur Konferenz der
WeltHandelsOrganisation (WTO) statt. 

Und wieder fanden weltweit in ca. 50 Lndern direkte Aktionen statt, deren Hhepunkt die "TeilweiseVerhinderung" der WTOTagung in Seattle darstellte. Der Beginn des Treffens wurde durch die AktivistInnen um einen Tag verschoben, indem sie alle
Zufahrtsstraen zum Tagungsgebude blockierten. Die Staatsmacht konnte das Treffen nur durchsetzen, indem fr Seattle der Ausnahmezustand ausgerufen wurde und die Polizei zusammen mit der Nationalgarde mit Trnengas und Schlagstcken gegen der
Protestierenden vorging. Die vorgesehenen Konferenzbeschlsse konnten aus Zeitmangel teilweise nicht gefat werden und Bill Clinton bezeichnete das Treffen als gescheitert. 



Und weiter gehts

Der nchste "Global Action Day" ist fr den ersten Mai geplant. An diesem Datum findet keine WTOKonferenz oder dergleichen statt, sondern er wurde aus seiner geschichtlichen Bedeutung her ausgewhlt. Der 1. Mai steht fr die Kmpfe der
ArbeiterInnenbewegung und als Tag der Solidaritt mit den Ausgebeuteten weltweit. Die Leute aus England sind mal wieder vorgeprescht und mobilisieren jetzt schon fr eine Aktionswoche vom 28. April bis zum 1. Mai unter dem Motto "Mayday 2000 - Festival
anarchistischer Ideen und Aktionen", dessen Hhepunkt am 1. Mai die Aktivitten am 18. Juni 1999 in London noch bertreffen sollen. 



MayDay in Deutschland

In Deutschland waren bis zum Redaktionsschlu Aktionen in Berlin, eine Aktion im Ruhrpott und eine groe ReclaimtheStreetsparty (RTS) in Hamburg bekannt, und es werden sicherlich noch mehr werden. Ein dezentraler Aktionstag lebt von den vielen
dezentralen Gruppen, die sich daran beteiligen. Gemeint seit ihr, liebe LeserInnen: werdet aktiv, denkt euch Aktionen aus, bildet Bndnisse und mobilisiert fr den "Mayday 2000". 

Abschlieen mchte ich mit einem Zitat des Brsenmaklers George Soros, der eine sehr treffende uerung machte: "Der Fall des globalen Marktes wre ein traumatisches Ereignis mit undenkbaren Folgen. Doch ich finde es mir einfacher vorzustellen als die
Fortfhrung des jetzigen Zustandes".