Milch-Direktvermarktung

Fr viele BiobuerInnen ist es sehr schwierig mit der Ablieferung ihrer Milch an die Molkerei kostendeckend zu arbeiten, zudem kommt noch hinzu, da hufig die nchste Biomolkerei zu weit weg ist und die Milch deswegen konventionell vermarktet werden
mu.

Ein Quereinsteiger in Holland praktiziert ein ausgeklgeltes System der Direktvermarktung von Biomilch im lndlichen Raum. Fr den Landwirt erschien der Marktstand oder die Abokiste zu zeitaufwendig und ein Hofladen aufgrund der Lage unrentabel. Er
entschied sich fr mehrere mobile Khlanhnger, die regelmig an bestimmten Orten in den umliegenden Gemeinden einmal pro Woche fr 24 Stunden abgestellt werden und die Kunden knnen sich einfach bedienen. Die Kunden geben ihre Bestellung telefonisch auf
und erhalten per Schlssel Zugang zum Khlanhnger. Wchentlich werden rund 1400 Liter div. Milchprodukte und dazu (tiefgekhlt) 50-70kg Rind- und 30kg Schweinefleisch vermarktet.

Bauernstimme 6/01





Putenmast statt BSE-Fleisch

Gegen die Massentierhaltung protestierte Greenpeace in einem Putenmastbetrieb der Firma Heidemark in Niedersachsen. Die Puten in dem Stall befnden sich in einem schlechten Zustand und htten vermutlich ber mehrere Wochen Antibiotika erhalten. Mit ihrer
Kampagne wendet sich Greenpeace gegen die Massentierhaltung und benennt die Hauptversursacher der Misere: Lebensmittelhersteller wie Europas grten Nahrungsmittelkonzern Unilever und Fleischproduzenten wie Heidemark. Heidemark beliefert aus seinen ber
100 Mastanlagen - mit bis zu 5.000 Tieren pro Stall - auch Fleisch fr die Du darfst-Ditprodukte von Unilever. In Europa werden rund die Hlfte aller Antibiotika in der Massentierhaltung eingesetzt. Doch immer hufiger schlagen diese Medikamente nicht
mehr an - weder beim Menschen, noch bei Huhn, Rind und Schwein. Vielmehr hat der jahrzehntelange Einsatz von Antibiotika bei Tieren ein groes Reservoir widerstandsfhiger Bakterien entstehen lassen, die ber Milch und Fleisch auf den Menschen bergehen.
Auf diese Weise werden manche dieser Stoffe als letzte Waffe im Kampf gegen bestimmte Infektionen des Menschen unwirksam. Die Antibiotika-Problematik ist Ausdruck einer vielschichtigen Fehlentwicklung der industriellen Tierhaltung zum Schaden von Mensch,
Tier und Umwelt. Die Lebensmittelproduzenten tragen daran einen gewichtigen Teil der Verantwortung.

www.greenpeace.de





Projektidee: 

Faircount statt Discount

20% Bio will die Bundesregierung in 10 Jahren erreichen. In der durchaus vernnftigen Argumentation des Ministeriums findet sich aber eine entscheidende Lcke: Als Partner fr die Vermarktung ist immer nur vom LEH (Lebensmittel Einzelhandel) die Rede, vor
allem von den Konzernen. Auf sie zu setzen bei der Biovermarktung heit den Bock zum Grtner zu machen. Was Bio wirklich braucht, ist eine Vertriebsstruktur, in der Bio vor allem preislich nicht unter die Rder kommt.

Lngst ist auch das Bio-Segment von der allgemeinen Preisentwicklung des Lebensmittelmarktes erfat und lngst hat auch der Fachhandel seine Unschuld verloren: Biobauern in Deutschland krebsen am Existenzminimum herum. So wird das nichts mit der
kologisierung der Landwirtschaft. Um aus dem Dilemma herauszufinden, brauchen die Unternehmen einen politischen Rahmen, der den Preiswettkampf auer Kraft setzt und den marktwirtschaftllich notwendigen Wettbewerb auf andere Felder lenkt. Dazu folgender
Vorschlag: Die Bundesregierung etabliert eine Richtlinie fr kologische Handelsqualitt und kommuniziert diese mit einem Zeichen fr die betreffenden Geschfte. Die Richtlinie umfat 2 Punkte: Die Hndler fhren ein konsequentes Bio-Sortiment nach
dem Vorbild der Sortimentsrichtlinien des Naturkosteinzelhandels (BNN). Damit bieten sie Verbrauchern eine viel weitgehendere Orientierungshilfe als ein Bioprfsiegel fr den LEH im Waren-Mischsortiment [...].

Die Hndler und ihre Vorlieferanten verpflichten sich, Faitrade-Preise an die Erzeuger zu bezahlen - auch an die in Europa und Deutschland. Die Mindestpreise werden durch ein geeignetes Verfahren zwischen Vertretern des Handels und des Anbaus
festgelegt. Ziel mu sein, den Erzeugern in Deutschland Betriebsgewinne von durchschnittlich ca. 80.000 DM zu ermglichen, statt DM 55.000 wie gegenwrtig Realitt. Fr die Erfllung dieser Richtlinie prdestiniert ist der bestehenden Naturkostfachhandel,
aber auch mittelstndische Lebensmittelketten und selbststndige Lebensmittelgeschfte finden hier eine berlebenschance. [...]

Leicht vernderter und gekrzter Artikel von Martin Ftterer; www. kundenkontakt.de





Agrarwende mit Hhnerbaron?

Mit ko lt sich Geld verdienen, es boomt im Unternehmen Heinrich Tiemann aus Niedersachsen. Er ist Besitzer der beiden Firmen Wiesengold und Grne Wiesen ber die jhrlich 220.00 Biohennen plus 100.00 Bio-Masthnchen und 100.00 Bioputen berwiegend
in Supermrkten abgesetzt werden.

Bauernstimme 6/01





Gen-Mais braucht mehr Pestizide

In den USA werden laut unverffentlichten Daten des US-Agrarministeriums beim Anbau von gentechnisch vernderten Sojabohnen 11% mehr Pestizide ausgebracht als bei konventionellen Sorten. Monsantos Roundup-Ready-Pflanzen weisen einen 5-10%igen geringeren
Ertrag auf.

Bauernstimme 6/01