Verkehrspolitik und Klimaschutz

kennen keine Wohlstandsgrenzen

Was hat ein InterRegio-Zug mit Engagement fr die Dritte Welt zu tun? Ganz einfach: Die AKTION 3.WELT Saar vertritt die Ansicht, da die meisten Ursachen fr die Armut, Hunger und die Umweltzerstrungen in der Dritten Welt in unserer Gesellschaft zu
finden sind. Besonders deutlich wird dies, wenn der immer strker wachsende motorisierte Individualverkehr (MIV) Klimavernderungen nach sich zieht, die natrlich nicht an den Wohlstandsgrenzen Halt machen. Im Gegenteil: Die Lnder der Dritten Welt
haben noch viel weniger Mglichkeiten, auf die globale Umweltzerstrung zu reagieren.

In der Bundesrepublik sind ca. 50 Mio. Autos zugelassen. Tendenz steigend. Dennoch werden in wenigen Jahren die Wachstumsraten in der Automobilindustrie rcklufig sein, da Sttigungseffekte eintreten werden. Ein Ausweg fr die Autokonzerne liegt in der
Markterschlieung der Dritten Welt. Da dies funktionieren kann, zeigen die Expansionen in Osteuropa und China. Dort hat die Mehrzahl der Bevlkerung kaum Geld, erst recht nicht fr ein Auto. Die Verschlechterung und Verteuerung der ffentlichen
Verkehrsmittel zwingt aber viele zum Autokauf. Ein Volkswagen heit dann Skoda oder Lada und ist viel billiger. Nicht da die Konzerne auf ihren Gewinn verzichten, weil die Kufer weniger Geld haben. In den Autos wird an der Ausstattung, der
Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit gespart. Dies kann dann ebenfalls ein Erfolgsrezept fr die Mrkte in Afrika, Sdamerika und Asien werden.

Aber auch in unseren Breiten wird die Ausbeutung direkt deutlich. 50 Mio. Autos brauchen Benzin und Diesel, der aus Erdl gewonnen wird. Da die europischen Vorkommen in der Nordsee bescheiden sind, mu billig importiert werden. Importiert wird aus den
arabischen lstaaten und ber rmere Lnder wie Nigeria, Venezuela oder Ruland. Auf dem Weltmarkt kostet ein Fa Rohl (ein Barrel) derzeit zwischen 20 und 30 US$. Im Gegensatz zu den Preisen an unseren Zapfsulen ist das sehr wenig Geld. Zu wenig, um
von den Erlsen sinnvolle Projekte, Bildung etc. finanzieren zu knnen. In der Regel sind die Frderanlagen Eigentum der groen lriesen (Stichwort Shell und Nigeria), die nicht das geringste Interesse an einer gerechten Verteilung der Gewinne in
den Erzeugerlndern haben.

Bleibt die Frage, was man gegen diese Entwicklung konkret machen kann. Und da wren wir beim InterRegio. Die beschriebenen Ungerechtigkeiten und Umweltzerstrungen knnen durch eine Verkehrswende in unserer Gesellschaft beeinflut werden. Unser hoher
Energieverbrauch, besser die Energieverschwendung, ist eine wesentliche Ursache fr die Fehlentwicklungen in anderen Teilen der Erde. In der Nutzung einheimischer und erneuerbarer Energien liegt nur eine Lsung. Viel wichtiger ist eine Umkehr in der
Verkehrspolitik zu Gunsten des Bahnverkehrs und des PNV.

Wer sich jedoch die Entwicklung der Deutschen Bahn betrachtet, kann feststellen, da die Bahn alles unternimmt, um mglichst viele Fahrgste von der Schiene auf die Strae abzuschieben. Beim letzten Fahrplanwechsel im Juni 2001 wurden eine Reihe von
InterRegios eingestellt - diesen bei den Fahrgsten beliebten Zugtyp will die Bahn AG gar in den nchsten Jahren ganz abschaffen. Nur im Hochgeschwindigkeits-Fernverkehr wird zugelegt. Ein Bereich, in dem nur eine verschwindend geringe Anzahl an
Fahrgsten unterwegs ist (weniger als 15% aller Bahnkunden).

Noch krasser ist die Fehlentwicklung im Bereich des Gterverkehrs. Europische Autobahnen sind mittlerweile die Lagerhuser der Konzerne, da die Warenlieferung just in time zu erfolgen hat. Mal abgesehen davon, da eine regionale Kreislaufwirtschaft
Verkehr vermeiden wrde, werden Gter aller Art ber die Autobahnen gekarrt. Die Post hat ihre Zge und Waggons ausgemustert und lt alles mit Flugzeug und LKW transportieren. Pikanterweise kommt sogar die Biomilch in den saarlndischen Bio-Lden aus
Bayern, aber bestimmt nicht mit dem Zug.



