Rubrik Militr und Umwelt

ufruf zur Mitarbeit

Im Rahmen der Kampagne Bundeswehr abschaffen sind bisher mehrere Broschren erschienen, die das Thema von verschiedenen Seiten angegehen. Die Broschren sind alle im Internet unter der Adresse www.bundeswehrabschaffen.de einzusehen und herunterzuladen, in
gedruckter Form knnen sie bestellt werden bei der DFG-VK, Postfach 1426, 24904 Flensburg. flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Nun planen wir ein neues Broschrenprojekt: Wie Militr unsere Umwelt zerstrt. Dazu brauchen wir die Mitarbeit von Menschen aus verschiedenen Orten, die ber die Zerstrung der Natur durch die Bundeswehr berichten knnen.

Ein Teilbereich ist schon nahezu fertig: Was die deutsche Wehrmacht, die Alliierten und die Bundesmarine in der Ostsee angerichtet haben und immer noch anrichten, soll auch Schwerpunkt von Militr und Umwelt in den nchsten -Punkten werden. Aber die
Broschre soll nicht allzu wasserlastig werden. Also die Frage: wer wei was? z.B. ber Tieffluglrm, Kerosinnebel auf den ckern in der Umgebung von Luftwaffensttzpunkten; lverunreinigungen, Dioxin und PCB auf Truppenbungspltzen, Manverschden,
Schiebungen in Naturschutzgebieten, im Nationalpark Wattenmeer oder bei der Vogelinsel Trischen? Was machen die Gebirgsjger im sensiblen kosystem des Hochgebirges? Wir sind fr jede Information dankbar, fr Fotos, Meergebnisse, Zeugenaussagen. Ebenso
ber Angebote fr redaktionelle Mitarbeit. 

Bitte schickt es an: DFG-VK, Postfach 1426, 24904 Flensburg. flensburg@bundeswehrabschaffen.de.





Radtour

Ihr Einsatz gilt einer Welt ohne Gewalt titelte das Nordfriesland-Tageblatt vom 5. Juni. Zwanzig deutsche und dnische fahrradfahrende AntimilitaristInnen hatten sich ber Pfingsten zu einer etwa 100 km langen, dreitgigen Fahrraddemonstration auf den
Weg gemacht. Ihr Ziel ist ein Europa ohne Armeen und als erster Schritt dorthin eine militrfreien Grenzregion.

Start war Pfingstsonnabend in Tnder. Erfreulicherweise wird die Kaserne in Tnder geschlossen und zu einer zivilen Ausbildungssttte umgewandelt werden. Egon Laugesen, Vertreter von Enhedsliste (gemeinsame Liste von Dnemarks Kommunistischer Partei
(DKP), linken Sozialisten und den dnischen Grnen) und DKP in Tnder, konnte zum Auftakt der Fahrradtour als Erfolg melden, da eine parteibergreifende Mehrheit im Folketing gebildet werden konnte, um dort eine Ausbildung zum
Naturverwalter durchzusetzen.

Bei der Kundgebung am Grenzbergang Sd hielt Jens Henneberg Andersen einen Redebeitrag, in dem er die Aufrstung und Militarisierung der EU, die Zusammenarbeit des Schengen-Abkommens zur Schaffung der Festung Europa und die Auslnderhetze der
Dansk Folkeparti (DF) in Beziehung setzte. Die DF hatte nach dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens das nicht mehr bentigte Grenzgebude in Sd gekauft, um dort eine nationalistische Bildungssttte einzurichten.

Nchste Station war der Militrstandort Leck, der aufgelst wird. Der Ort ist umgeben von Wiesen und Wldern, die Landschaft schn, das Klima nicht so hart, wie direkt an der Westkste. Dennoch kamen bislang nicht allzuviele Touristen, weil die
Verunreinigungen und der Fluglrm der Bundeswehr die Ferienruhe doch sehr strte. Weil die Kommunalpolitiker auf den Militrstandort gesetzt haben, konnte sich der Ort nicht so recht entwickeln. Wenn mit dem Bundeswehrstandort auch der
Fluglrm verschwindet, steht einem zivilen Wohlstand in Leck nichts mehr entgegen.

Tnder und Leck sind Beispiele dafr, da die Abschaffung des Militrs vor Ort einen Entwicklungsschub bewirken kann. Vielen Lokalpolitikern wurde das erst klar, nachdem die Entscheidung der Standortschlieungen bereits feststand. Sie haben zu lange den
Erhalt ihres Standort gefordert, sich zum Sprachrohr einer Minderheit von Militrnutznieern gemacht und damit der Mehrheit geschadet. Die Luftwaffe in Leck war berchtigt durch die Lieferung von Phantom-Flugzeugen an die Trkei und die Ausbildung
trkischer Piloten, die spter kurdische Drfer bombardierten. Wir verabschieden uns gerne von unserem Demonstrationsziel.

Gegen Abend erreichten wir Ladelund, eine ehemalige Auenstelle des KZ Neuengamme. Hier sind die Grber von 302 Gefangenen aus 13 Nationen, die 1944 bei militrisch sinnlosen Arbeitseinstzen zur Schaffung eines Friesenwalles gegen die Panzer der
Alliierten innerhalb von sechs Wochen zu Tode gekommen waren. Der Pastor der Kirchengemeinde hatte die Toten beerdigt und ihre Namen dokumentiert. Diesem Umstand ist es zu verdanken, da kurz nach Kriegsende die Angehrigen vieler KZ-Toten benachrichtigt
werden konnten, um die Grber ihrer Angehrigen zu besuchen. So wurde Ladelund vor nunmehr 51 Jahren zur ltesten deutschen KZ-Gedenksttte. Im Dokumentenhaus sprach Pastor Harald Richter auch ber die Kontinuitt, mit der die Altnazis aus der Wehrmacht
in die Bundeswehr bernommen wurden.

Pfingsten: Am Pfingstsonntag besuchten wir dann die KZ-Gedenksttte Frslevlejren auf dnischer Seite und am Denkmal beim Grenzbergang Padborg-Harrislee legten die Teilnehmer der Friedensfahrradtour ein Blumengebinde fr die Opfer des Faschismus nieder.

Am Pfingstmontag fand in Flensburg eine Mahnwache mit Flugblattverteilung vor der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG) des Rstungskonzernes Diehl statt, der seine Belegschaft entlassen und das Werk schlieen will. Schon der Seniorchef Karl Diehl
war eine Sttze des Naziregimes und KZ-Profiteur. In seinen Betrieben wurden Zwangsarbeiter ausgebeutet und zu Tode geschunden. Nach 1945 durfte er weiterhin seinen Rstungsbetrieb fhren. Die Bundesrepublik brauchte Fabrikanten wie Diehl fr ihre
Wiederaufrstung. Unter seiner Fhrung wurde der Konzern zu einem der drei groen Landminenproduzenten, die anderen beiden sind Daimler-DASA und Dynamit-Nobel. In Flensburg wurden Minenrumpanzer hergestellt, so da der Konzern doppelten Profit machen
konnte. Dank den Gewerkschaftern der IG Metall wurde in den vergangenen 20 Jahren auch ansatzweise zivile Produktion realisiert. Diese Anstze wurden wegen der Rstungsdominanz unzureichend weiterentwickelt, so da zivile Arbeitspltze nicht ausreichend
gesichert werden konnten und nun die Schlieung des Werkes droht. Auch konservative Politiker und Frderer der Rstungsproduktion mssen nun den zivilen Umbau frdern. Einige untersttzen die Forderung der bernahme des Betriebes durch die Belegschaft, um
weitere Arbeitslosigkeit in Flensburg zu verhindern.

Zum Abschlu radelten die Demonstranten ber die Grenze zu den dnischen Militrstandorten Sgrdlejren und zur Sergentskole in Snderborg. Die DemonstrantInnen forderten auch dort die Schlieung der Militranlagen, da auch fr die Menschen dort zivile
Arbeitspltze geschaffen werden.

Die Fahrradtour unter dem Motto Fr ein Europa ohne Armee(n) stie auf ein breites Medienecho und zeigt auf, da es wichtig ist, das Ziel Militr abschaffen eindeutig zu benennen und dabei Mglichkeiten aufzuzeigen, wie es unter den regionalen
Bedingungen zum allgemeinen Vorteil verwirklicht werden kann.





Aktionen gegen das Militr

Die Friedensfahrradtour im deutsch-dnischen Grenzland wird nicht die letzte sein. berall bewegen sich Menschen, um der Umweltzerstrung durch Militr entgegenzutreten. Vier Beispiele:



Krieg lst keine Probleme

 - er schafft sie

Friedensradfahrt von Verdun nach Ramstein, 31.8. - 2.9.2001: Internationale Bike for peace -Tour am Antikriegstag in Spichern und Saarbrcken

Wenn unsere Ur-Grovter das erleben knnten: Franzosen und Deutsche haben seit 56 Jahren das Kriegsbeil begraben. Zwei Vlker, die sich jahrhundertelang blutig bekmpften. Zum Erbfeind wollte der Kaiser die Franzosen machen. Dennoch: Auch heute ist
Krieg. Nicht nur irgendwo weit draussen in der - klein gewordenen - Welt. Nein, mitten in Europa.

Und noch immer lagern auch in Deutschland Atombomben.

Fr wen sind die bestimmt? Das fragen Ende August ca. 25 Radfahrer aus ganz Europa: aus Holland, Frankreich, Deutschland. Auch aus der gar nicht mehr so fernen Slowakei kommt eine Gruppe von friedenspolitisch ambitionierten Freizeit-Sportlern. Am Vortage
des internationalen Antikriegstages will man auf den Schlachtfeldern, in Sichtweite des Beinhauses, gemeinsam einen Friedensbaum pflanzen. Die berreste von hunderttausenden Soldaten liegen dort. Weiter geht es dann nach Gravelotte. Viele haben schon
vergessen, dass dort unweit von Metz Franzosen und Deutsche 1870 sich gegenseitig abschlachteten. Wer gesiegt hat? Die Vernunft hat verloren. Und viele Menschen ihr Leben. Fast jeder Meter der Strecke, die die internationalen Radler am 1. September
zurcklegen, ist mit Blut getrnkt. Nach der Dpartementshauptstadt Metz ist Spichern das Ziel der 2. Etappe. Die Schlacht von Spichern brachte dem Kommandeur 1870 einen Orden ein. 4000 Soldaten kostete sie das Leben. Auch in den letzten Tagen des 2.
Weltkrieges war Spichern Schauplatz heftiger Kmpfe. Ein englischer Panzer erinnert noch daran. Dass man das ehemalige KZ Neue Bremm besucht, ist mehr als ein historischer Akt. Noch immer wird Rassenhass gepredigt, werden Menschen, die anders sind, mitten
in Deutschland verfolgt und gedemtigt. Weiter geht es am 2. September von Saarbrcken Richtung Ramstein. Erinnern wollen die Radfahrer an die Katastrophe vor 12 Jahren, aber auch an die schreckliche Bombenlast, die von hier ihren Weg nach Jugoslawien und
in den Irak nahm. Nicht nur Politisches wird es auf der Tour geben. Die Schnheit und der Abwechslungsreichtum der Landschaft, des Randes der Ile de France, der Champagne, das Saar-Kohlebecken, das Landstuhler Bruch und der Pflzerwald werden
den weitgereisten Gsten in Erinnerung bleiben. Organisatorin ist die Initiative Bike for peace.

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet: www.bike-for-peace.de.





Die Heide wird frei!

Antimilitaristische Sommeraktionstage 2001, Naturcampingplatz Schweinrich, 14.- 19.8.2001: Immer noch gibt es trotz eindeutiger Gerichtsurteile unterschiedliche Interpretationen zur Frage wie die Heide genutzt werden darf und von wem? Ein Land, (142 qkm)
welches jahrelang durch das Militr zerstrt wurde erholt sich langsam. Wachschutz kontrolliert Personalien. 2001 wird es die achten antimilitaristischen Sommeraktionstage geben. Die Antimilitaristen und Friedensfreunde aus Berlin und Umgebung laden ein.
Wir wollen die Auseinanderssetzung ber Militarismus, kologie und Frieden im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das Bombodrom Wittstock darstellen, diskutieren und mit direkten Aktionen unseren Beitrag suchen, da die Heide wieder frei wird. Frei von
Kriegsvorbereitungen, frei von neuer geplanter Zerstrung. Frei von neuen Bestrebungen, die Bundeswehr fr Angriffskriege tauglich zu machen. Wir rufen alle Interessierten und Wachsamen dazu auf, sich heute einzumischen, damit es morgen nicht zu spt
ist.

Praktische Tipps: Zeit, Campingausrstung, Geschirr, Schlafsack mitbringen, Fahrrder sind von Vorteil, Musikinstrumente, gute Laune und was euch sonst noch alles fr phantasievolle Aktionen einfllt.

Kostenpunkt: ca. 15 DM pro Tag. Anmeldung: FREIe HEIDe Berlin, Andreas Hauschild, Fehrbelliner Str. 7, D-10119 Berlin, Tel: +49 (0)30 4499779, Fax: 44051596





Colbitz-Letzlinger Heide 

vom Militr bedroht

An jedem ersten Sonntag im Monat gehen wir in die Colbitz-Letzlinger Heide.

Wir nehmen sie damit Stck fr Stck symbolisch in Besitz und erfllen sie mit friedlichem Leben.

Kontaktadressen und Mitfahrbrse fr OFFENe HEIDe: Joachim Spaeth, (0160/3 67 18 96), Helmut Adolf, Vor der Teufelskche 12, 39340 Haldensleben, (03904/ 4 25 95, Fax 46 49 33), Dr. Erika Drees, Beethovenstr. 13, 39576 Stendal, (03931/ 21 62 67 Fax 31 60
08, OFFENeHEIDe@t-online.de, www. offeneheide.de





Zivile Inspektion des Atomwaffen-

sttzpunktes Bchel/Sdeifel

Internationaler Aktionstag mit vielfltigem Rahmenprogramm am Sonntag, 30.September 2001: ...bei einem Atomkrieg steht nicht nur das berleben der Feinde auf dem Spiel, sondern das Schicksal der Menschheit. Fr die wahrscheinlichen Folgen eines
Atomkriegs kann es keine akzeptable politische, militrische oder moralische Rechtfertigung geben. Daher ist auch die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen durch nichts zu rechtfertigen.

Htten Sie gewusst,

dass immer noch rund 60 Atombomben im Eifelort Bchel und in Ramstein bei Kaiserslautern gelagert werden?

dass in Bchel im Rahmen der nuklearen Teilhabe der BR Deutschland deutsche Piloten mit Bundeswehr-Tornados den Einsatz mit Atombomben ben? Das ist illegale nukleare Teilhabe der BRD.

dass die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf sieht, obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH) 1996 die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen fr generell vlkerrechtswidrig erklrt hat?

Wollen Sie, dass sich das ndert? Dann ...



Internationaler Aktionstag 30.9.2001

Am 30.9.2001 werden wir den erneuten Versuch einer zivilen Inspektion in Bchel durchfhren. Die Teilnahme an der Inspektion kann als Straftat (Hausfriedensbruch) verfolgt werden. Die Aktionen sind eingebunden in ein internationales Rahmenprogramm
(Kundgebung, Musik, Workshops). Geplant ist u.a. eine Didgeridoo- und Trommelsession, zu der wir noch viele talentierte MusikerInnen suchen.

Fr den gesamten Aktionstag ist jede Untersttzung wichtig, sowohl in der Vorbereitung als auch vor Ort im Vorfeld der Aktion (28.-30.9.). Wir brauchen Ihre und Deine Hilfe, damit die Aktion noch effektiver wird.

Den Text habe ich gekrzt, vollstndig nachzulesen ist er unter www.antimilitarismus.org/maike/gaaa1.htm. Der Aufruf liegt auch in gedruckter Version vor und kann bestellt werden bei GAAA, Lenzhalde 53, 70806 Kornwestheim, Tel. 07154-22026, Fax 186643,
info@gaaa.org.