Lufthansa-Websites zeitweise lahmgelegt

Online-Demonstration

Virtuelles Sit-In auf dem Lufthansa-Server erfolgreich ...  ... Die Demo war ein voller Erfolg, so eine erste Bilanz der OrganisatorInnen der Online-Demonstration gegen die Lufthansa. Das schmutzige Abschiebegeschft hat die Aufmerksamkeit erfahren,
die es verdient, sagt die Kampagnensprecherin Anne Morell. Wer Zeitung liest, weiss nun, dass die Lufthansa Menschen gegen ihren Willen ausser Landes verfrachtet und auch noch davon profitiert.

Das Ziel bei der Demo sei nicht ein technisches Knockout des Servers gewesen, sondern durch eine massive Beteiligung und Berichterstattung die Kritik an den Abschiebeflgen zu verstrken. Parallel zur Online-Demo hatten etwa 150 AktivistInnen auf der
Lufthansa-Aktionrsversammlung mit Strassentheater protestiert und zeitweise die Reden der Vorstandsmitglieder unterbrochen.

Die Online-Demonstration war von zahlreichen AbschiebegegnerInnen aus dem In- und Ausland untersttzt worden. Wieviele DemonstrantInnen aber tatschlich zwischen 10 und 12 Uhr online waren, ist nicht bekannt: Wir wissen nur, dass es sehr viele waren. Die
Lufthansa hat technisch alles aufgefahren, was zur Vefgung stand, und trotzdem wackelte der Server so Anne Morell.



Erfolg der Aktion

Trotz der angekndigten Sicherung des Internetportals war der Lufthansa-Server schon kurz nach zehn Uhr fr etwa zehn Minuten nicht erreichbar. Die Online-DemonstrantInnen hatten mithilfe einer eigenen Software in Hochgeschwindigkeit auf
Lufthansa-Rechner zugegriffen. 'kein mensch ist illegal' und 'Libertad!' machten damit wahr, was sie dem Konzernvorstand bereits am vergangenen Montag per email angekndigt hatten: Lufthansa Goes Offline.

Im Lauf des 20. Juni wurden widersprchliche Meldungen ber den Verlauf der Online-Demo bekannt. Mancherorts waren Lufthansa-Seiten mit nur leichter Verzgerung erreichbar, in anderen Regionen liess sich dagegen nicht einmal die Startseite aufrufen. Die
Lufthansa kappte pauschal, ohne Ansehen von Kundin oder Demonstrant, IP-Netze, von denen viele Anfragen ausgingen, erklrt Anne Morell die regionalen Unterschiede.

Anderen Berichten zufolge waren statische Seiten zwar verfgbar, aber bei Flugabfragen traten erhebliche Probleme auf. Um die massiven Zugriffe der AbschiebegegnerInnen aufzufangen, habe der Konzern auf ein zustzliches Breitbandnetz zurckgegriffen und
dafr den mglichen Verlust von Flugbuchungen in Kauf genommen: Beim Umschalten von einem in das andere Netz gingen wohl, so die AbschiebegegnerInnen, temporre Benutzerdaten verloren.



Demo blockiert?

Unterdessen haben WissenschaftlerInnen verschiedener Universitten berichet, dass die Einwahl ber das Deutsche Forschungsnetz blockiert war. Die Frage stellt sich, ob damit die Beteiligung von StudentInnen und WissenschaftlerInnen mit Breitbandleitungen
an der Online-Demo torpediert werden sollte.

Auf Kosten der Funktionalitt versuchte die Lufthansa, das Image des aufstrebenden Netz-Konzernes und den Schein stndiger Erreichbarkeit zu retten, resmiert die Online-Aktivistin Morell die Gegenstrategie der Lufthansa: Die Webseite glich einem
Potemkinschen Dorf.

Die Sorge um das Image sei allerdings mehr als verstndlich: noch nie ist soviel ber das Abschiebegeschft der Lufthansa berichtet worden wie in den letzten Tagen. Es wre wnschenswert, wenn die Verantwortlichen bei der Fluglinie daraus die einzig
angemessene Konsequent zgen, meint Anne Morell: Schluss mit dem Abschiebegeschft.

Fr kein mensch ist illegal und Libertad!

Eine ausfhrlichere Bewertung wird demnchst auf der Website http://go. to/online-demo verffentlicht.