Rubrik Direkte konomie

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Seit Jahren herrscht Euphorie - der Markt, bisher mit seiner Profitlogik als der Gegner von Mensch und Natur verschrien, soll nun zur Rettung werden. Konzepte und Erklrungen dafr fehlen, doch die Euphorie gengt. Maximale Profite oder z.B. die
Aktienkurse im grnen Wirtschaftsbereich sind bereits Beleg genug, da es auch der Umwelt fortan gut gehen wird. In den Konzernen htte es eine kologische Revolution gegeben, formulieren die Grnen. Doch ein Blick auf die Realitt zeigt anderes: Das
Wachse-oder-weiche gilt nun auch in der ehemals alternativen konomie.

kobank am Ende

Das Tauziehen hat ein Ende - die kobank bzw. ihr Kerngeschft geht an die Volks- und Raiffeisenbanken, zur Abwicklung. Die Orientierung am totalen Markt und immer greren Profiten bei Groprojekten hat die MacherInnen der einst fr ein anderes
Wirtschaften eintretenden Bank jetzt selbst erwischt. Das kam so berraschend nicht, doch die kobank setzte trotz Warnungen (u.a. auch in den -Punkten) immer weiter auf Wachstum und Rendite statt auf Mitbestimmung, Transparenz und kologie. Wie
unkritisch die kobank auch nach dem ersten Einbruch Ende 1999 weitermachte, zeigt noch ihre jngste Pressearbeit. Whrend lngst alles aus war, machte die Bank noch positive Stimmung mit dem ziel, weiteren gutglubigen UntersttzerInnen Geld aus der
Tasche zu ziehen. Die haben ihres jetzt zum groen Teil verloren. In der kraut&rben, einer Naturgartenzeitschrift, hie es am 11. Juli in einem Text zu Geldanlagen: 1999 geriet die kobank durch einige notleidende Grokredite in eine Schieflage, die
inzwischen behoben ist. Zu diesem Zeitpunkt war die kobank schon einige Tage erledigt.



business as usual

Der Fall der kobank wrde etliche Anschauung bieten, warum die profit- und marktorientierte Linie des Grer-Schneller-Hher mit den ideellen Zielen nicht vereinbar ist. Doch ethische Geldanlagefirmen, Umweltbanken und ihre willfhrigen UntersttzerInnen
in Medien, an Brsen usw. wollen den kritischen Dialog nicht. Die Umweltzeitung punkt.um lenkt die Aufmerksamkeit schnell um statt nachzudenken: Der Erfolg der UmweltBank mit ihrem Ansatz finanzieller Gewinn durch Nachhaltigkeit zeigt nicht zuletzt,
dass sich der Imageschaden fr das ethisch-kologische Finanzgeschft durch das unglckliche Ende der kobank wohl in Grenzen halten wird. Wahrscheinlicher ist, dass links-alternative Werte wie Renditeverzicht und genossenschaftliche Transparenz endgltig
zusammen mit de kobank zu Grabe getragen werden ... Trotz des Scheitern der kobank haben Alternativbanken eine Zukunft. Voraussetzung dafr sei allerdings ein Paradigmenwechsel im Selbstverstndnis ... Warum also nicht Kopiervorlagen fr
Grobanken entwickeln und sich diese angemessen bezahlen lassen? Auch die kobank will weitermachen - wenn auch als Miniausgabe und unter dem Namen koband, damit es niemand merkt ... kos als KapitalistInnen ist jedes Mittel recht.

Punkt.um 7-8/2001, S. 10f.



Waschbar konkurs

Das Sterben im totalen Markt hat noch ein Opfer gefunden: Den koversand Waschbr. Noch vor wenigen Monaten prahlte Waschbar-Chef Leo Prstler in einem Radio-Streitgesprch gegen den -Punkte-Wirtschaftsredakteur, da es darauf ankomme, im Markt besser zu
sein. Jetzt hat der Profitdruck sein Unternehmen zerschlagen. Damit wchst die Liste der gescheiterten ko-Unternehmen immer weiter an: Hess Natur gehrt inzwischen Neckermann, die kobank ist pleite, viele kleinere Unternehmen sind
geruschlos verschwunden oder geschluckt worden wie die Bio-Halle Alsfeld oder Nordstrom ... berall sind viel Geld, Zeit, Kraft und bisweilen auch Idealismus von PredigerInnen des totalen Marktes zerlegt worden. Das Fatale: Selbst nach den Niederlagen
bleiben die ko-KapitalistInnen weiter vorn, Kritik wird ausgegrenzt.

Punkt.um 7-8/2001, www.waschbaer.de