Rubrik Umwelt & Entwicklung

lima: Bedrohung fr rmere Lnder

Die Klimakonferenz in Bonn hat, allem Jubel der Beteiligten zum Trotz, fr den Schutz des Klima nix bis wenig gebracht (siehe Seite 9). Die Bedrohung der rmeren Lnder wchst daher weiter.

Kyoto I: Kohlenstoff-

senken bringen nichts

Die vom jngsten Klimaabkommen erlaubte Nutzung oder Einberechnung von sogenannten Kohlenstoffsenken bringt dem Klimaschutz kaum etwas und birgt obendrein noch ungeahnte Gefahren. Wie Wissenschaftler der britischen Royal Society noch vor dem Klima-Gipfel
in Bonn feststellten, knnten die Kohlenstoffsenken (Wlder) nur einen kleinen Teil der CO2-Emissionen aus der Atmosphre entfernen und speichern und dies auch nur fr eine begrenzte Zeitspanne von wenigen Dekaden. Die unabhngigen Forscher warnten,
da diese Kohlenstoffsenken in Zukunft sogar wieder CO2 und andere Treibhausgase wie Methan in die Atmosphre abgeben knnten. Auerdem habe die Wissenschaft noch immer nicht vollstndig verstanden, wie CO2 von Vegetation und Boden aufgenommen werde. Es
knnte sogar sein, da durch mehr industrielle Baumplantagen zwar CO2 gespeichert werde, aber gleichzeitig groe Mengen anderer klimaschdliche Treibhausgase wie Methan und Stickoxide frei werden.





















Kyoto II: Ureinwohner klagen

Indigene Vlker aus den Entwicklungslnder fllen sich als die Opfer des in Bonn verabschiedeten Kyoto-Klimaabkommens. Denn der erlaubte Handel mit Kohlenstoffsenken werde auf ihrem Rcken ausgetragen. Sie befrchten, da vor allem auf ihren Gebieten
groe Baumplantagen zur CO2-Speicherung gegen ihren Willen errichtet werden.



Kyoto III: Transport-

Gewohnheiten ndern

Der Straenverkehr ist die weltweit am schnellsten wachsende Quelle von Kohlendioxid, sagt das Worldwatch Institute in Washington. Vor allem in den USA habe eine falsche Stadtplanung dazugefhrt, da die Menschen zu viel Auto fahren. Wrde die chinesische
Stadtbevlkerung dieselben Transportgewohnheiten haben, wie z.B. der durchschnittliche Bewohner des kalifornischen San Francisco, dann wrde sich der weltweite durch Verkehr verursachte CO2-Aussto praktisch verdoppeln. China und andere Lndern sollten
deshalb besser nicht von den USA lernen, sondern beispielsweise von den vorbildlichen Stdten Kopenhagen in Dnemark und Curitiba in Sdbrasilien.



Kyoto IV: lpalmen als 

japanische CO2-Speicher

Der groflchige Anbau von lpalmen zum Export von Palml ist eine der Hauptursachen der Regenwaldabholzung in Sdostasien. Nun arbeiten japanische Wissenschaftler seit Jahren an gen-manipulierten lpalmen. Forscher des Palm Oil Project - An
International Collaboration in Gene Manipulation of Oil Palm for the New Century (Agricultural Chemicals Laboratory Yokohama, Research Center Mitsubishi Chemical Corporation) halten lpalmen als eine ausgezeichnete Maschine, um CO2 zu binden.



Kyoto V: Es wird schlimmer

Rund 700 im Weltklimarat (IPCC) zusammengeschlossene Forscher aus ber 100 Lndern sind sich sicher, da die globale Erwrmung ein ernstes Problem ist. Sie schtzen, da sich die durchschnittliche Temperatur unseres Planeten bis 2100 um 1.4 bis 5.8 Grad
erhhen wird. Der daraus resultierende, globale Meeresspiegelanstieg werde 0.09 bis 0.88 Meter erreichen.



Kyoto VI: Kein Klima-Protokoll 

wre besser

Nach Meinung des World Rainforest Movement sei es besser, kein international gltiges Klima-Abkommen zu haben als dieses. Die Einbeziehung der sogenannten Kohlenstoffsenken fhre zu schlimmeren Auswirkungen, als wenn berhaupt kein Klima-Protokoll
zustande gekommen wre. Nun werde der Ausverkauf der Gebiete der indigenen Vlker des Sdens zunehmen. Verschmutzer wrden nun die Lizenz zur Verschmutzung bekommen, sie mten nur irgendwo umweltschdliche Aufforstungsprojekte zur Speicherung von CO2
finanzieren. Da Bume in den tropischen Lndern schneller wachsen als in der nrdlichen Hemisphre wrden darberhinaus die meisten Plantagen im Sden errichtet werden.

Weitere infos im Internet unter: www. wrm.org.uy/actors/CCC/index.html



Kyoto VII: Mehr Schden 

durch Naturkatastrophen

Naturkatastrophen verursachen immer hhere Schden. Von 1950 bis 2000 ist die Zahl der groen Naturkatastrophen weltweit um mehr als das Vierfache gestiegen. Die daraus entstandenen volkswirtschaftlichen Schden erhhten sich - laut Mnchener Rck - im
selben Zeitraum um das 15fache.



Kyoto VIII: Klimaforscher warnen 

vor Klteeinbruch

Klimaforscher warnen vor Klteeinbruch in Europa, ausgelst durch eine Schwchung des Golfstroms. Wissenschaftler des Potsdam Instituts fr Klimafolgenforschung (www.pik-potsdam.de) vermuten nun, erste Anzeichen fr eine Schwchung des Golfstroms gefunden
zu haben. Ohne warmen Golfstrom drohe aber Europa eine drastische Abkhlung und rund zehn Grad. Bis vor drei Wochen htte ich das fr eine rein theoretische Berechnung gehalten. Aber nun zeigen Daten, dass die Strmung seit 1950 um 20 Prozent
abgenommen hat, sagte Klimaforscher Stefan Rahmstorf gegenber dem New Scientist. Schuld ist die globale Erwrmung und eine Verringerung der Eisbildung im den Polregionen.

Forschungen der Universitt Gesamthochschule Kassel (www.uni-kassel.de) wiederum zeigen, da aufgrund des Klimawandels in einigen Regionen Europas Jahrhunderthochwasser und Drren bereits alle 50 Jahre auftreten knnen.





