Antirassistisches Zentrum schaffen

Spontanbesetzung in Bochum

Am 7. Juli 2001 besetzte eine Gruppe von rund 200 Leuten erneut ein DB-Gebude am Bochumer Hauptbahnhof, um ihrer Forderung nach der Schaffung eines Alternativen Zentrums Nachdruck zu verleihen. Mit einer bunten Party zeigten sie, da sie ihre Forderung
weiterhin aufrecht erhalten. Nachdem ein frherer Versuch das leerstehende Gebude zu besetzen fehlgeschlagen war und nun drei Besetzerinnen Prozesse bevorstehen, erklrt die Initiativgruppe, der mehr als 30 Gruppen angehren: Wir kommen wieder, keine
Frage! Hier ein Auszug aus der Presseerklrung der Bochumer BesetzerInnen:

Wir haben fr den heutigen Abend die Bundesbahnschule besetzt, um unserer Forderung nach einem antirassistischen Zentrum Ausdruck zu verleihen. Mit dieser Aktion machen wir deutlich, da es entgegen der Behauptung seitens Verantwortlicher der
Stadt leerstehende Gebude gibt, die fr ein solches Zentrum geeignet sind. Wir werden heute gemeinsam mit vielen Menschen feiern und damit auch zeigen, da wir uns gegen die ausschlielich am Mainstream orientierte (und somit gewinnmaximierende) Kultur
wenden, deren jhrlichen Hhepunkt Bochum Total darstellt.

Die Besetzung ist unsere Antwort auf das Verhalten der rot-grnen Mehrheit im Rat der Stadt Bochum. Diese hat den Raumbedarf der mehr als 30 Initiativen am 6. Dezember 2000, also whrend der ersten Besetzung  der Feuerwache an der Frieda-Schanz-Strae,
akzeptiert. Aber  seit dem hat sie keine politische Initiative ergriffen um geeignete Rumlichkeiten fr alle diese Gruppen zusammen zur Verfgung zu stellen. Im Gegenteil, die Stadt Bochum hat sogar HausbesetzerInnen kriminalisiert: bei der erneuten
Besetzung und Rumung der Feuerwache sowie eines Gebudes auf dem ehemaligen USB-Gelnde (Universittsstrae) im Januar  2001 wurden sechs Leute festgenommen. Die Stadt erstatte Strafanzeige. Die Verfahren gegen die BesetzerInnen sind bis heute
nicht zurckgenommen. Zudem gibt es Schadenersatzforderungen in Hhe von ber 7000 Mark wegen angeblicher Sachbeschdigungen. Hier zeigt sich wieder einmal, wie ernst Sprche wie Fremde sind Freunde gemeint sind: Sobald Menschen eigenverantwortlich
gegen Rassismus vorgehen wollen, und dabei staatlichen Rassismus, wie z.B.  die staatliche Abschiebepolitik, und den ganz alltglichen Rassismus der normalen deutschen Bevlkerung nicht aussparen, haben die selbsternannten staatlichen GegnerInnen von
rechter Gewalt keine Lust mehr darauf.  Die rot-grne Mehrheit hat sich im Umgang mit unseren Forderungen auf eine rein technische Position zurckgezogen. In einem Brief, dem ersten seit Dezember, vom 6. Juni, heit es: Seitens des Liegenschaftsamtes
knnen zur Zeit fr diese Zwecke keine Objekte angeboten werden. Weiter wird uns mitgeteilt, da es vorbergehend mglich sei, den vom Jugendamt angebotenen Mobilen Treff (Container mit ca. 60 qm Flche) zu nutzen,  mglicherweise knnte auf dem
normalen Immobilienmarkt ein geeignetes leerstehendes Ladenlokal gesucht werden. Es wre dann ber stdtische Zuschsse zum Mietpreis nachzudenken. Und zuletzt wird uns tatschlich der Kauf der Feuerwache angeboten.

Dieses Verhalten drckt Ignoranz gegenber den sich seit Jahren engagierenden politischen, sozialen und kulturellen Initiativen aus. Ignoranz gegenber den vielen Themen und Mglichkeiten, die das antirassistische zentrum bearbeiten und erffnen soll
und die schon lange in einem Konzeptpapier dargelegt sind. Ignoranz gegenber den Betroffenen von Nazi-bergriffen und staatlicher rassistischer Politik. Ignoranz

Das machen wir nicht weiter mit. Wir fordern eine politische Entscheidung der rot-grnen Mehrheit zugunsten des antirassistischen zentrums. Wir fordern Respekt und natrlich Rume fr die Arbeit der verschiedenen Gruppen, fr das Engagement der vielen
Menschen in diesen Initiativen, fr die Mglichkeiten, die das Zentrum bietet, und der Idee, die dahintersteckt.

Das antirassistische zentrum mu her. Sofortige Einstellung aller Verfahren. Bleiberecht fr alle, Ende der rassistischen Kontrollen (z.B. am BO- Hbf). Die Stadt sind wir alle.