Aktionsraum Gießen

NEUE ENERGIEANLAGEN!

Windenergie


1. Einleitung
2. Windenergie
3. Wasserkraft
4. Solarstrom (Photovoltaik)
5. Biogas (Energie aus Biomasse)

Die Umstellung auf Ökostrom allein hilft nicht viel. Wichtig sind zudem:
  • Aufbau neuer regenerativer Energieanlagen (Solar, Wind, Wasser, Biomasse)
  • Demokratisierung, Beteiligungsrechte an Stromnetz und Energieanlagen
  • Politische Aktion (Anti-AKW, Widerstand gegen Großkraftwerke und Fernstromtrassen usw.)

Der folgende Text handelt vom Neubau von Windkraftanlagen. Er stammt aus der "Ö-Punkte"-Ausgabe Herbst 2000 (Schwerpunkt "Ökostrom von unten").

Windkraft aus Selbstorganisation
Der Atomkonsens, den die sogenannten Verantwortlichen ausgehandelt haben, führt zunächst einmal weder zum beherzten Einstieg in ein solares Zeitalter noch zum Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft. Wer das will, muß es noch mindestens 32 Jahre lang privat regeln. Das heißt: "Du mußt den Strom, den Du verbrauchst, selbst erzeugen, entweder indem Du selbst ein solares Kraftwerk baust oder indem Du Dich an der Errichtung eines solchen beteiligst."

Wind ist eine Erscheinungsform der Sonnenenergie. Windkraftwerke sind die technisch am weitesten entwickelten solaren Kraftwerke. Wer Windkraft nutzen will, braucht zunächst einmal einen windhöffigen Standort. Das ist ein Plätzchen, wo der Wind in 10m Höhe über dem Erdboden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mindestens 4,5m/sec weht. Die Windhöffigkeit wird durch ein Windgutachten festgestellt.
Der Wind allein bringt's aber nicht. Der Standort muß eine realistische Anschlußmöglichkeit ans öffentliche Netz (20kV-Leitung) haben. Er muß mindestens 500m vom nächsten Wohnhaus entfernt sein, wegen möglicher Schattenwurf oder Lärmbelästigung. Er darf öffentlichen Belangen nicht widersprechen. Die öffentlichen Belange werden zumeist von den Kommunen, den Naturschutzbehörden und Umweltschutzverbänden formuliert. Es ist trotzdem möglich, eine Baugenehmigung zu erhalten. Am einfachsten ist es, wenn ein Mensch ein eigenes, geeignetes Grundstück hat u n d entschlossen ist den Wind, der ihm dort um die Nase weht.

Dann muß sich dieser Mensch nur noch um:
  • das nötige Geld,
  • einen Gesellschaftsvertrag,
  • die Auswahl eines standortgemäßen Kraftwerkes,
  • die Baugenehmigung,
  • den Landschaftseingriffs und Ausgleichsplan,
  • den Anschluß ans öffentliche Netz
  • und den Aufbau der Windkraftanlage kümmern.

Dazu braucht frau 2 bis 3 Jahre Zeit und ein dickes Fell. Steht das Kraftwerk endlich, so ist sein Betrieb relativ einfach. Es muß täglich per Modem überprüft werden. Einmal im Monat wird eine Rechnung an das abnehmende EVU geschrieben und der Eingang der gesetzlich vorgeschriebenen Vergütung überprüft.
Einmal im Jahr kommt der Wartungsdienst und eine Steuererklärung fürs Finanzamt muß erstellt werden. Die Versicherungen müssen bezahlt und die Banken bedient werden. Eine GesellschafterInnenversammlung muß vorbereitet und durchgeführt werden. Die Einspeisung ins öffentliche Netz erleichtert den Betrieb des eigenen Kraftwerkes sehr, weil damit Automaten und Fachleute die Garantie dafür übernehmen, daß der mit Wind selbst erzeugte Strom allezeit mit der richtigen Spannung ins Netz geht. Andererseits bedeutet das auch, daß die Windkraftwerksbesitzer ihren im Haushalt verbrauchten Strom weiterhin vom EVU kaufen und bezahlen müssen.
Autorin: Uschi Roos, Windblume e.V.
Wer sich mündlich informieren will, erhält Auskunft beim Verein Projekt Windblume e.V. in Laubach, Tel. 06405/4627

Nachhaltige Entwicklung bei Windkraftboom gefordert
Windkraft mit Umsicht und Know-Wo (gewußt wo) fortentwickeln!
Nach dem neuesten Klimabericht der Vereinten Nationen kann der Meeresspiegel weltweit innerhalb der nächsten 100 Jahre bis zu 88 cm ansteigen. Dies würde eine akute Bedrohung zahlloser Inseln und Küsten der Erde und natürlich auch großer Flächen unseres Wattenmeers bedeuten. Vor diesem Hintergrund sieht die Schutzstation Wattenmeer in der Nutzung alternativer Energien, also auch der Windkaft, einen wichtigen Baustein zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen.
Zur Zeit droht jedoch ein von Gewinnmaximierung motiverter, planloser Wildwuchs, der zu unnötigen Schäden der Meeresumwelt führen wird. Im Dezember lagen allein für die deutsche Nordsee Anträge für Windparks mit einer Nennleistung von insgesamt 7000 MW vor. Das entspricht etwa 2000 Rotoren von bis 160 m Höhe.
Viele dieser Projekte sollen in ausgesprochenen Risikolagen für Mensch und Natur umgesetzt werden. Daher kann der Naturschutz diese Entwicklung nicht vorbehaltlos akzeptieren.
Bei der Windkraft geht es jetzt nicht mehr um das know how, sondern vielmehr um das „Know-Wo“.
So bergen Windparks in der Nähe von Hauptschifffahrtsrouten ein extremes Kollisionsrisiko. Ein kurz aus dem Ruder laufender Supertanker könnte, wenn die Planungen umgesetzt werden, innerhalb von fünf Minuten. auf die ersten Betonfundamente von Windrotoren treffen. Wie die Vergangenheit zeigt, sind mnövrierunfähige Schiffe auf See keine Seltenheit. Es könnte so zu drastischen Ölkatastrophen an der friesischen Küste kommen.
Ebenso steht die Schutzstation Wattenmeer Windparks in geplanten Vogel- oder Meeresschutzgebieten kritisch gegenüber. Sie sieht sich hier durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs unterstützt, der jüngst für derartige Gebiete bis zu ihrer endgültigen Ausweisung ein Verschlechterungsverbot bestätigte.
Um Schäden für die Meeresumwelt zu vermeiden, müssen Bund und Länder endlich gemeinsam Verantwortung übernehmen und der Windkraft klare Vorgaben liefern. Nach Auffassung der Schutzstation Wattenmeer sind folgende Maßnahmen vordringlich:
- Die bereits in Vorbereitung befindliche Sensitivitätskartierung der deutschen Meeresgebiete und weitere Projekte zur Erforschung der Auswirkungen von Windkraftanlagen (z.B. auf nachts ziehende Vögel) muß von unabhängigen Experten und mit ausreichend, also deutlich aufgestockten, finanziellen Mittel in einem überschaubaren Zeitrahmen umgesetzt werden. Aufgrund der wissenschaftlichen Ergebnisse sollen Präferenzgebiete für Offshore-Anlagen ausgewiesen werden. Erst dann dürfen Standortgenehmigungen erteilt werden.

Angesichts des großen Aufwands (z. B. für Schiffsfahrten) stehen die bundesweit dafür vorgesehenen 1,5 Mio DM Naturschutz -Forschungsgelder in einem krassen Mißverhältnis zu den 30 Mio. DM, mit denen das Bundeswirtschaftsministerium die technische Entwicklung von Offshorewindanlagen fördern will.
  • Es darf aus Gründen der Rentabilität oder Firmenkonkurrenz nicht zu einem Flickenteppich von Windparks kommen. Statt dessen sind nur eine oder sehr wenige kompakte Flächen auszuweisen.
  • Zunächst soll im Rahmen eines Pilot-Windparks die neue Technologie getestet werden. Es wäre fatal, wenn mit großem Aufwand Offshore gebaut würde und technische Mängel später zu Dauerproblemen auf der Nordsee führen würden.
  • Schließlich sind klare Vorgaben zur Anlandung des Stroms notwendig. Nach den vorliegenden Plänen wären zur Anlandung von 7000 MW etwa 30 Starkstromkabel durch die Küstennationalparke und andere sensible Bereiche nötig. Ein abgestimmtes Konzept könnte ihre Zahl jedoch drastisch verringern.

Rückfragen bitte an L. Koch Tel:04651/26088/ R. Schulz,Tel:0431788035

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