Religionskritik

BIOLOGISMUS: VON ANTI-EMANZIPATORISCHEN TENDENZEN BIS WEIT RECHTS

Bioregionalismus


1. Was ist Biologismus?
2. Tiefenökologie, Ökologismus
3. Anarcho-Primitivismus
4. Bioregionalismus
5. Rassismus
6. Links und Materialien

Aus einem Text von Stefan Fulz, jungdemokratInnen-junge linke
Herzlich willkommen beim Heimatschutz!
Eine Spielart der Ökologie ist der Bioregionalismus: "Bioregionalisten sind überzeugt, das die Zerstörung bioregionaler Identität mit gleichzeitiger Einebung kultureller und ethnischer Unterschiede zu einer globalen Vermassung in einer seichten, von den großen kapitalistischen Zentren beherrschten Einheitzivilisation führt, die wurzellose, heimatlose und in letzter Konsequenz nicht mehr verantwortungsfähige Menschen erzeugt".
Ein anderes Zitat: "Völker, die auf die Erhaltung ihrer rassischen Reinheit verzeichen, leisten damit auch Verzicht auf die Einheit ihrer Seele in all ihren Äußerungen. Die Zerrissenheit ihres Wesens ist die natur-notwendige Folge der Zerrissenheit ihres Blutes, und die Veränderung ihrer geistigen und schöpferischen Kraft ist nur die Wirkung der Änderung ihrer rassischen Grundlage." Das erste Zitat ist aus dem Buch von Guggenberger/Schweidlenka namens "Bioregionalismus. Bewegung für das 21. Jahrhundert", das zweite aus Hitlers "Mein Kampf".


Aus Gordon, Uri (2010): "Hier und jetzt", Nautilus in Hamburg (S. 227 ff.)
In vielen Regionen der Welt ist jedoch die Idee einer kollektiven, an den Ort gebundenen Identität, die auf der Gemeinsamkeit von Kultur, Sprache und Geist basiert, fragwürdig geworden, wenn Jahrhunderte des Kolonialismus und der Immigration multikulturelle Bevölkerungen hervorgebracht haben, die in dieser Hinsicht wenig gemeinsam haben. Können Anarchisten eine andere Art von Zugehörigkeit oder Zusammengehörigkeit definieren, die auch mit ihren allgemeinen politischen Vorstellung übereinstimmt? Die Idee des Bioregionalismus scheint hier einen alternativen Ansatz zu bieten. Bioregionalismus ist eine Form, lokale Identität zu denken, die in der radikalen Umweltbewegung Verbreitung gefunden hat und die sich weder an ethnischen noch an politischen Kategorien orientiert, sondern an den natürlichen und kulturellen Besonderheiten eines Ortes. Eine Bioregion wird im allgemeinen als ein zusammenhängendes geographisches Gebiet definiert, das sich durch spezifische natürliche Gegebenheiten der Formationen, des Bodens, der Gewässer, der Pflanzen- und der Tierwelt auszeichnet, sowie auch der menschlichen Siedlungsformen und kulturellen Eigentümlichkeiten, die sich in der Auseinandersetzung mit der lokalen Natur entwickelt haben. Daher ist die Bioregion auch ein Terrain des Bewusstseins ...
Die bioregionale Herangehensweise fördert also das ökologische Bewusstsein, die Wiederherstellung natürlicher Umgebungen, die Möglichkeiten lokaler Selbstversorgung und ähnliches, doch - potenziell zumindest - bietet sie auch eine überzeugende Alternative sowohl zu nationalistischen als auch zu "volkstümlichen" Identitätsansätzen. Eine Identität, die auf der Verbindung zur Region beruht, hat keinerlei essenzialistische Züge - stellt keine Forderungen an die persönlichen und kollektiven Identitäten, die sich in und neben ihr entfalten können. ...
Schließlich ist Bioregionalismus nicht nur mit Krieg und Besatzung unvereinbar, sondern auch mit dem Kapitalismus, mit rassistischer und religiöser Verlogenheit, mit der Konsumgesellschaft, dem Patriarchat und verschiedenen anderen wesentlichen Kennzeichen der hierarchisch strukturierten Gesellschaft.


Volk und Nation als Grundlage für den Naturschutz

Aus dem Text "Nationalismus ist Naturschutz" der Jungen Nationaldemokraten
Das nationalistische Weltbild kennt eine derart humanozentrische Weltsicht nicht. Der Mensch ist Bestandteil der Natur, kann sich nicht über ihre Gesetze hinwegsetzen und somit auch nicht über sie erheben. Er hat sich in die Natur einzuordnen. ...
Im Gegensatz dazu bejaht der Nationalismus das Prinzip der Vielfalt und der Ausdifferenzierung, da es das Prinzip des Lebens schlechthin ist. Dies geschieht auf der Ebene des Menschen insbesondere vor dem Hintergrund der Identität. Da der nationalistische Mensch sich im Gegensatz zum Liberalisten als Bestandteil der Natur begreift, gibt es für ihn keine moralische Rechtfertigung, diese seinem Willen zu unterwerfen und nachhaltig in sie einzugreifen. ...
Diese zerstörerischen Triebe wurden früher meist von einer gewachsenen Kultur kanalisiert. Durch die Zerstörung der Kultur, der Entwurzelung des Menschen, die Auflösung jeder Gemeinschaft, die Individualisierung und Unterordnung unter das Joch des Kapitals sind diese Bindungen jedoch vernichtet worden.Es ist die Aufgabe nationalistischer Politik, diese Triebe zu kontrollieren, sie zu kanalisieren oder sogar für die Volksgemeinschaft nutzbar zu machen. Dies setzt jedoch die Möglichkeit voraus, gemeinschaftliche Normen setzen zu können.Eine derartige Politik ist nur auf der Basis des lebensrichtigen Menschenbildes möglich, da nur so die bestehenden Probleme korrekt analysiert und die Auswirkungen verschiedener Lösungsalternativen untersucht werden können. ...
. Solange von der Gemeinschaft kein normativer Druck ausgeübt wird, auf bestimmte Produkte zu verzichten oder Produkte, die in ihren Auswirkungen weniger naturzerstörerisch sind als andere, teurer sind als diese, solange existiert dieser Anreiz nicht. Es dürfte sich eher das Gefühl einstellen, als anständiger Mensch gegenüber Asozialen benachteiligt zu werden. Von einem einfachen Menschen zu verlangen, daß er die ökologischen und gruppendynamischen Auswirkungen seines Tuns erkennt, ist illusorisch.
Hier ist es Aufgabe nationalistischer Politik durch Wiedererrichtung der Volksgemeinschaft und gemeinschaftlicher Werte die Basis zur Durchsetzung derartiger Verhaltensweisen zu schaffen. Flankiert werden kann diese Maßnahme durch Instrumente einer nationalistischen Marktwirtschaft: Produktionsweisen, die Natur und Mensch unverhältnismäßig schaden werden verboten. Die Nachfrage nach naturschädlichen Produkten wird durch entsprechende Besteuerung oder Rationierung in die gewünschten Bahnen gelenkt.
Diese Maßnahmen sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn der gesamte Markt kontrolliert werden kann. ...
Eine raumorientierte Volkswirtschaft erlaubt hier jedoch die Schaffung eines geschlossenen Wirtschaftsgebietes, in welchem mit den Methoden der nationalistischen Marktwirtschaft eine Kontrolle der Güterströme und ihrer Naturbelastungen möglich wird. Im Gegensatz zu liberalistischen Globalisierungstendenzen beinhaltet eine raumorientierte Volkswirtschaft eben nicht die Übertragung aller den Markt betreffenden Souveränitätsrechte auf die Industrie. Vielmehr verbleibt die Marktmacht bei den, die Völker vertretenden Staaten. ...
Während in liberalistischen Systemen die Gemeinschaft zunehmend in eine Masse von Individuen aufgelöst wird, strebt der Nationalismus aus unterschiedlichen, hier nicht näher erörterten Gründen den Erhalt der Gemeinschaft in Form der Volksgemeinschaft an.Die Volksgemeinschaft umfaßt aber nicht nur die Gruppen von Menschen, die derzeit gerade politisch handlungsfähig sind, sondern auch die kommenden Generationen des Volkes. Somit ist es die moralische Pflicht eines jeden Volksgenossen, auch seinen Nachkommen das Leben in einer intakten Natur zu ermöglichen. Diese Pflicht wird durch den sinnstiftenden Charakter des Volkes in der nationalistischen Theorie noch verstärkt.Freilich hat auch hier wieder der Staat die Richtlinien zur Umsetzung dieser Zielvorgabe festzulegen.Im Gegensatz dazu kennt der Liberalismus eine derartige Verpflichtung nicht. Der entwurzelte liberalistische Jetztmensch kennt nur seinen momentanen Vorteil, den er auszunutzen trachtet, bevor es ein anderer tut. ...
Dennoch muß gegenwärtig aus strategischen Gründen heraus Forschung auf bestimmten risikobehafteten Gebieten erfolgen. Diese hat aber unter Kontrolle und Aufsicht des Staates zu erfolgen.Erkenntnisse, die gewonnen werden, können später freilich, wenn es im Interesse des Volkes liegt, der Industrie zur Verfügung gestellt werden.


Ähnliches gilt für die sozialen Fragen: Volk und Nation werden über den Menschen gehoben
Aus einer Erklärung des damaligen JN-Bundesvorsitzenden Stefan Rochow (Quelle: )
Nicht unser Volk hat der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft unserem Volke zu dienen!
Daher setzen wir den Globalisierungsfanatikern eine am heimischen Lebensraum der Menschen orientierte, vielseitige und ausgewogene soziale Volkswirtschaft entgegen. Der einzelne Mensch muss in seiner Heimat Arbeit finden und diese Arbeit als etwas Wichtiges und Höheres begreifen, das Fortbestand und Weiterentwicklung seiner Familie, seines Volkes und seiner Nation durch seinen persönlichen Einsatz garantiert.
Der von uns verwendete Begriff der "raumorientierten Volkswirtschaft" wird die sozialen und ökonomischen Belange mit den Bedingungen von Land, Volk und Ökologie in Übereinstimmung bringen:
Die Wirtschaft darf unsere Umwelt nicht zerstören und unsere Bevölkerung nicht entfremden. Grund und Boden sind und bleiben immer Eigentum des deutschen Volkes und dürfen nicht an Ausländer veräußert werden.
Solidarprinzip, soziale Gerechtigkeit, gemeinsame ethnische und kulturelle Entwicklung und eine raumorientierte Volkswirtschaft sind untrennbar mit dem Begriff der Volksgemeinschaft verbunden.


Region = gut!
Aus "Der Urstromtaler"in: Elbe-Saale-Zeitung, Beilage der Jungen Welt
Wenn Sie zukünftig mit dem Urstromtaler zahlen, bleibt das Tauschmittel in der Region. Der regionale Austausch von Waren und Dienstleistungen wird gefördert. Dadurch sichern Sie das wirtschaftliche Überleben der Unternehmen und Arbeitsplätzen vor Ort. Der Urstromtaler führt zu mehr regionaler Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Verbrauchern, Unternehmen, Vereinen und Kommunen. Mit dem Einsatz des Urstromtalers stärken sie folglich die Region, in der sie leben und helfen, den sozialen Frieden zu wahren.

Mittelhessen als kollektives Subjekt mit eigenen Interessen
Aus einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsabgeordneten aus Marburg und Gießen, zitiert im Express Nr. 51/2004 (S. 4)
Es gibt in dieser Frage keine Gießener oder Marburger Interessen, es gibt nur ein Interesse Mittelhessens.

Regionalismus im rechten Stocker-Verlag
Aus Ritter, Manfred/Zeitler, Klaus (2000): "Armut durch Globalisierung - Wohlstand durch Regionalisierung", Leopold-Stocker in Graz (S. 101)
Eine Region wird sich unvermeidbar zu einer Schicksalsgemeinschaft entwickeln, und ihre Mitglieder müssen daher zusammenpassen. ... Ein funktionsfähiges REgionalisierungsmodell setzt daher einen normalen Überlebenswillen der beteiligten Völker voraus - einschließlich des dazugehörenden Durchsetzungsvermögens. Will man in einem Rettungsbott überlegen, darf man es - auch bei noch soviel Humantität - nicht überlagen, weil es sonst nach den Naturgesetzen mit allen Insassen sinkt.

Das verbunden mit Nationalismus (S. 49 ff.):
Nur ein Nationalstaat kan auf Dauer ein Sozialstaat sein. ... Deshalb müssen stärkere, aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit stammende Bindungen herangezogen werden, um ein eigenes Band für ein Volk als Schicksalsgemeinschaft zu schaffen. Hierzu hat sich in der Vergangenheit der Nationalstaat bestens bewährt, und man sollte ihm deshalb auch in Zukunft diese Funktion einräumen. Er ist der idale Raum für eine funktionsfähige Demokratie, für Solidarität, Sicherheit und Schutz der Schwächeren. Nur in ihm findet sich die - finanzielle - Opferbereitschaft für eine großzügige Sozialpolitik. ...
Auch eine Demokratie und die Selbstbestimmung der Völker setzen funktionierende Nationalstaaten voraus.


Regionalismus von links: Klein = gut!

Aus Stehn, Jan (1997): "Manjana. Ideen für eine anarchistische Gesellschaft"
Die sozialen AnarchistInnen sagen: Kommunismus kann nur in überschaubarer Gemeinschaft funktionieren.

Beispiele für Internetseiten und Aktivitäten von Ökorechten

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