Religionskritik

DIE ZIELE DER STIFTUNG FREIRÄUME (ALTE FASSUNG AUS 2004)

Vernetzung und Fortbildung


1. Grundgedanken
2. Allgemeine Ziele
3. Rechtlicher Rahmen für Kreativität, Vielfalt, Offenheit und Hierarchiefreiheit
4. Vernetzung und Fortbildung
5. Infos zur Stiftung

Die Stiftung schafft nicht nur einzelne Objekte, sondern versucht, aus der Vernetzung mehr zu machen als ein Nebeneinander.
  1. untereinander
    Alle Projekte sollen untereinander vernetzt sein. Dazu dienen vor allem die konkreten Projekte sowie ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch und die Fortbildung. Sinnvoll kann sein, wenn dafür konkrete Personen aus den Projekten AnsprechpartnerInnen sind, z.B. zu Selbstorganisation, Finanzen, Tausch von Materialien und Know-How zwischen den Projekten usw.). Treffen und Seminare zu Themen wie Selbstorganisation, Finanzbeschaffung, Gruppenprozesse und Entscheidungsfindung von unten usw. sind Teil des Netzwerkes, das aus den Projekten mit Stiftungsbeteiligung und weiteren ähnlichen Projekten entsteht.
  2. Bewegungsorientierung
    Die Projekte, an denen die Stiftung Eigentum hat, sollen sich als Teil politischer Bewegung begreifen, diese stützen und weiterentwickeln. Materielle
    Ressourcen sollen emanzipatorischen politischen Gruppen zur Verfügung stehen. Häuser und Grundstücke sollen, soweit geeignet, Treffpunkte und Arbeitsplattform für politische Gruppen, Kultur- und Bildungsarbeit, Selbstorganisationsprozesse usw. sein.

Projekte und Öffentlichkeitsarbeit
Die Stiftung organisiert aus den konkreten Projekten heraus eine möglichst breite Öffentlichkeitsarbeit. Die konkrete Arbeit soll gleichzeitig vernetzenden Charakter haben. Unter anderem ist an eine Zeitung „FreiRäume“ gedacht mit Berichten, aber auch politischen Diskussionsbeiträgen, bei der aus jedem Projekt mindestens eine Person in der Redaktion mitwirkt. Die Zeitung wird in einem der Projekte oder rotierend koordiniert.

Beispiele für solche Projekte sind oder können sein:

Politische Debatte
a. Visionen herrschaftsfreier Gesellschaft
Neben der konkreten Ebene, Projekte zu realisieren, soll die Stiftung auch eine visionäre und strategische Debatte vorantreiben. Damit soll der Prozeß in den Projekten, immer wieder kreative, neue Wege zu entwickeln, unterstützt werden. Emanzipation als Überwindung von Herrschaftsverhältnissen und gesellschaftlichen Konstruktionen ist ein immerwährender Prozeß. Eine Debatte, die sich immer
wieder an der Praxis mißt, ohne durch das scheinbar nur „Machbare“ ausgebremst zu werden, ist wichtige Voraussetzung dafür.

b. Entwurf, Experimente und Reflexion emanzipatorischer Prozesse und Projekte
Aus der Debatte von Visionen und Entwürfen entstehen auch Ideen für konkretes Vorgehen. Entscheidungsprozesse, konkretes Vorgehen bei Projekten und Aktionen – all das sollte laufend weiterentwickelt werden vor allem hinsichtlich des Abbaus von Dominanzverhältnissen. Die Erfahrungen vieler bestehender Projekte dürften als Betrachtungsgegenstand und abschreckendes
Beispiel dienen.

c. Dekonstruktion nicht-materieller Herrschaftsstrukturen und Ungleichheiten
Ungleichheiten und Dominanzen zwischen Menschen beruhen nicht nur auf formalen und materiellen Unterschieden. Diese sind ein Teil, ihre Reduzierung oder Auflösung aufgrund neutralisierter Eigentumsverhältnisse von Boden, Gebäuden, Geräten, Wissen usw. ist daher sinnvoll und notwendig, aber nicht ausreichend. Sonst würden die Herrschafts- und
Diskrminierungsverhältnisse der Gesellschaft bestehen bleiben, die aufgrund der „Zurichtung“, d.h. der Beeinflussung durch soziales Umfeld, Konstruktion und Rollenzuweisung, Erwartungshaltungen usw. in jedem Menschen wirksam werden. Wo z.B. eine Stiftung Boden und Häuser einem Privateigentum entzieht, entstehen noch nicht allein dadurch kreative, gleichberechtigte Strukturen, sondern vielmehr bleiben die gesellschaftlichen „Zurichtungen“ erhalten – die Unfähigkeit zur Selbstorganisation, die Zurichtung auf einengende Familien- und Eltern-Kind-Verhältnisse, auf Chefstrukturen, Männer-Frauen-Rollen, bevormundende Erwachsene gegenüber Kindern usw. Gemeinsame Prozesse, kollektive Strukturen usw. entstehen nicht von selbst, sondern bedürfen der materiellen Grundlage (in Form gemeinsamen Zugriffs auf alle Ressourcen) sowie der aktiven Dekonstruktion von Wertigkeiten, Rollen usw. Dies ist nur über einen Diskussionsprozeß sowie ein aktives Experimentieren und Reflektieren zu erreichen – am besten im direkten Austausch mit politischen Bewegungen, die ebenfalls diese Ziele verfolgen. Die Stiftung FreiRäume soll daher diese Verknüpfung schaffen und sich nicht auf die Eigentumsfrage beschränken.

Netzwerk FreiRäume
Die Idee soll Platz bieten für eine Vernetzung und die Organisierung gegenseitiger Unterstützung zwischen politischen Frei-Räumen - Häuser, Zimmer, Wägen, Plätze, Camps, Veranstaltungen, Plattformen und vieles mehr. Was tatsächlich passiert, ist Sache der Beteiligten.

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