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FREIE FAHRT ... AKTIONEN, GRUPPEN, NETZWERKE USW.

Aktionen für eine Verkehrswende (allgemein)


1. Aktionen für eine Verkehrswende (allgemein)
2. Große Aktionen und Aktionstage
3. Aktionen pro Zu-Fuß-Gehen
4. Aktionen pro Fahrrad
5. Aktionen pro Nulltarif
6. Alles fürs Aktionsschwarzfahren: Schilder, Flyer und mehr
7. Gegen Autos
8. Umfassende Verkehrskonzepte für eine Stadt bzw. Region entwickeln
9. Überörtliche Kooperation: Mal am großen Rad drehen!
10. Netzwerke und Gruppen
11. Materialien (Broschüren, Ausstellungen, Flyer ...)

Die Broschüre zu allen Aktionsideen in Sachen Verkehrswende, Nulltarif, Aktionsschwarzfahren, Fahrrad und mehr:
... selbstverständlich Creative Commons - also druckt die gerne nach und bringt sie in Umlauf!!!


Aktionsschwarzstrafen – die Kampagne für die Entkriminalisierung des Schwarzfahrens und die Durchsetzung des Nulltarifs in Bussen & Bahnen
Die Idee ist einfach: Durch massenhaftes demonstratives Schwarzfahren wird für den Nulltarif geworben und gleichzeitig der Paragraph 265a Strafgesetzbuch unterlaufen. Dieser stellt nämlich nicht das Fahren ohne Ticket unter Strafe, sondern die Heimlichkeit. Skandalöse Rechtsprechung im Dienste des Kapitals hat dabei das Nichtstun als aktive Verheimlichung definiert und für strafbar erklärt Doch offensichtliches Schwarzfahren von Beginn der Fahrt bis zum Ende schafft Straffreiheit. Somit öffnet sich eine Chance für sehr kommunikative Aktionen: Einsteigen mit Hinweisschild aufs die fehlende Fahrkarte - und dann Flyer verteilen, Gespräche anzetteln usw. zu Verkehrswende, Nulltarif oder auch andere politische Themen.

Fahndungsplakate
Deutschland ist Autoland - und es gibt wenig Menschen, die nicht in diese Industrie, die Benutzung ihrer rohstoff- und energiefressenden Vehikel verstrickt sind oder Verhältnisse dulden, wählen, fördern, die all das aufrecht erhalten. Dennoch stechen immer mal wieder Konzerne, Parteien, Lobbyverbände oder einzelne Entscheidungsträger*innen hervor. Diese können markiert werden.
So drohten bayerische Gerichte im August 2018 der Landesregierung Beugehaft an, um endlich gegen die Stickoxidbelastung vorzugehen. Dazu entstand das nebenstehende Plakat.

Gehzeuge und Radlzeuge
Eine schöne Idee für kleine Aktionen, aber auch als Teil größerer Blockaden: Ein Mensch geht mit einem Holzrahmen in Autogröße auf der Straße oder an anderen Orten und zeigt damit, wie viel Platz autofahrende Menschen einnehmen. Machen das mehrere nebeneinander, entsteht ein deutlicher Effekt. Auch als Radlzeug möglich, also mit einem Fahrrad in der Mitte und dem Holzrahmen auf den Schultern der Radler*in. Was vielleicht überrascht: Das ist völlig legal! Ab zwei Personen sowieso nach Versammlungsrecht, aber auch allein nach StVO. Darauf kann mensch sich berufen - und MUSS sogar auf der Straße gehen.
§ 25 StVO Fußgänger
Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden. Benut-zen zu Fuß Gehende, die Fahrzeuge mitführen, die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen; vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen.



Gehzeug in Gießen ++ Mehr Infos auf der Seite zum Geh-Aktionen ++ siehe auch diese Seite

Verkehrsberuhigtes Sitzen
Ihr seid mit Freund*innen verabredet? Plant eine Besprechung oder eine kleine Feier? Warum nicht auf der Straße vor Eurer Wohnung, Treffpunkt usw. Wenn Ihr mehr als zwei Leute (in manchen Bundesländern: mehr als drei) seid und eine politische Meinung nach außen kundtut, fallt Ihr unter das Versammlungsrecht. Die Straßenverkehrsordnung ist dann außer Kraft. Wenn Ihr also ein paar Stühle, Sessel, Sofas, Tische ... auf die Straße stellt und rundherum ein paar Plakate z.B. zur Verkehrswende (oder auch ein anderes politisches Thema), ist das legal - und eine wirksame Verkehrsberuhigung.
Eine solche Anwendung des Demorechts macht den Alltag politischer - und schafft das, was wir uns wünschen: autofreie Straßen. Jedenfalls für eine Phase und bezogen auf den rollenden Verkehr. Ihr könnt die Idee auch in der Nachbarschaft vorstellen und irgendwo ein Depot einrichten mit den Sachen, so dass alle da spontan immer mal wieder machen können. Da dürfen auch gerne ein Teppich, eine Tischtennisplatte, Basketballkorb oder ein Soundsystem dabei sein. Und ein Pavillon für den Regen.


Aktionen gegen Falschparken
Falschparker*innen behindern oder gefährden andere Verkehrsteilnehmer. Für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen werden die Wege durch Lieferwagen in zweiter Reihe, Pkw auf Fuß- und Radwegen oder zugeparkte Straßenkreuzungen zum riskanten Spießrutenlauf. Niedrige Bußgelder fürs Falschparken, immer mehr Pkw und der zunehmende Lieferverkehr verschärfen das Problem. Damit sich endlich etwas ändert, rufen wir zur zweiten bundesweiten Falschparker-Aktionswoche auf. Machen Sie mit! Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und möglichst viele Menschen und Initiativen mit einer witzigen Aktion für mehr Respekt für unsere Flächen sorgen.
Es gibt unendlich viele Ideen, wie Sie mit kreativen Aktionen Falschparker*innen zeigen können, dass es sich dabei eben nicht um ein “Kavaliersdelikt” handelt:
Hier gibt es noch mehr Aktionsideen: www.clevere-staedte.de/blog/artikel/FreieWege-Aktion. (leicht verändert nach dieser VCD-Internetseite)

Aus Parkplatz einen Lebensraum formen - ganz legal
Ein Autoanhänger darf auf jedem normalen Parkplatz mindestens 14 Tage stehen (Angebot für Hängerausleihe).

Kleine Aktionen für immer und überall
  • Aufkleber für Parkuhren, Zapfsäulen, Fahrkartenautomaten und mehr
    Das alles sind Einrichtungen, wo Menschen genauer hingucken – und deshalb auch unsere Werbeaufkleber z.B. für Nulltarif, gegen Autofahren, für Aktionsschwarzfahren usw. intensiver wahrnehmen als an Later-nenpfählen.
  • Licht bei Ampeln für Autos mit Schablone umwandeln
    Anti-Atom-Gruppen haben das Gelblicht ins Atomzeichen verwandelt, Cannabis-legalisieren-Gruppen das Grünlicht in ein Hanfblatt. Denkbar wäre, beim Rot eine Autosilhouette aufzubringen – oder bei Grün eine vom Fahrrad. Wichtig ist, dass das Licht weiterhin deutlich erkennbar bleibt, um keine Verkehrsgefährdung zu verursachen.
  • Kreide – immer und überall
    Es ist die Waffe für den Alltag: Ein Stück Kreide. Immer und überall könnt Ihr Eure Meinung auf die Straße, auf Gehwege oder Treppenstufen (die senkrechten Flächen sind besonders auffällig!) malen. Sachbeschädigung ist das Malen mit Kreide nicht. Wo die Kreide beim nächsten Regen oder durch Drüberlatschen von selbst ver-schwindet, ist auch eine Reinigungsrechnung ausgeschlossen. Die Vorstellung ist einfach geil, dass wir fortan – weil wir immer Kreide dabei haben – keine sexistische Werbung, keine Nazischmiererei, keinen ausbeuteri-schen Produktverkauf, schlicht gar nichts mehr, was uns missfällt, einfach hinnehmen, sondern unseren Kom-mentar öffentlichkeitswirksam hinzusetzen. So können wir auch überall notieren, dass hier ein Zebra- oder Fahrradstreifen fehlt, dort eine Fahrradstraße hilfreich wäre, die Ticketautomaten eigentlich überflüssig sind usw. Wir können Treffpunkte für Ticketteilen markieren, Schwarzfahrt-Drohplakate kommentieren, oder Autos, die auf Rad-/Fuß-wegen parken, auf dem Boden umranden plus Kommentar (nur seitlich oder sogar rundher-um).

Schilder verändern
Schilder und Plakate prägen jede Stadt (oft: leider). Aber sie sind auch Chance, mit oft wenig Aufwand etwas zu verändern.
  • Fahrradfrei-Schilder aufhängen, die ein Befahren entgegen der Einbahnstraße ermöglichen (und Warnschilder auf anderer Seite, dass Fahrräder in beide Richtungen fahren)
  • Umgestalten von Autowerbung, Schildern mit Autobezug, Anbringen von Tempo-20-Schildern
  • Ergänzen von Stopp-Schildern („Stopp Autoverkehr“ u.ä.), ähnlich funktioniert es bei Einbahnstraßen- und Sackgassenschildern, da beides auch im Sozialen eine Bedeutung hat.

Werbung austauschen
Überall vorhanden: Große Plakattafeln, leicht zu öffnende Werbestände mit Plakaten. Die müssen nicht so bleiben.
  • Plakate verändern: Diese auch „Adbusting“ bezeichnete Aktionsform meint das Übermalen, Ergänzen usw. von Werbeplakaten. Wer es geschickt macht, hält sich an das Design des Plakates, so dass es gar nicht so schnell auffällt.
  • Plakate austauschen: In Plakatständer lassen sich ganz einfach eigene Plakate hineinstecken. Lasst die bisherigen aber drin (dahinter), sonst ist es Diebstahl. Ein eigenes davorhängen, ohne das Vorhandene zu beschädigen, ist strafrechtlich gar nix.
  • Werbeauslagen austauschen: Die vorhandenen Werbeflyer durch eigene ergänzen oder sogar austauschen – besonders dann, wenn die neuen (die von Euch) ein ähnliches Design haben. Dann bleiben die oft lange dort liegen.

Links zu mehr Aktionsideen

Petitionen
Es ist umstritten, ob das viel bringt – ist es doch ein Appell an die Politik ohne wirkliche Druckmöglichkeiten. Zusammen mit anderen Aktionsformen kann es aber die öffentliche Debatte anheizen. Ziemlich schnell kom-men viele Unterschriften auf den Plattformen zusammen, hinter denen kommerzielle oder Organisationsinte-ressen stehen – wo also Hauptamtliche für regen Zuspruch sorgen, weil das gleichzeitig ihren Job sichert. WeAct und Change.org gehören dazu. Beide sind aber gleichzeitig unverbindlich, ohne Probleme können auch erfundene Personen unterzeichnen.
Formal wirksamere ePetitionen können an den Bundestag gerichtet werden. Ab 50.000 Unterzeichner*innen werdet Ihr dann zu einer öffentlichen Ausschusssitzung eingeladen – mit Rederecht. Aber: Leider wird die Eintragung hier genauer kontrolliert. Das ist vielen im Klicktism-Zeitalter schon zu viel Arbeit. Die 50.000er-Grenze wird daher äußert selten durchbrochen. Schade eigentlich …

Unterschriftensammlungen oder gleich Bürger*innenbegehren
Die Meinung der Vielen sichtbar zu machen, gelingt oft durch Umfragen und Unterschriftensammlungen. In Verbindung mit anderen Aktionen, gerne auch begleitend in den Gemeinde-/Stadtverordnetenversammlungen, kann das ein Thema nach vorne bringen.
Aufwändiger, aber nicht nur noch mehr in der Öffentlichkeit wirksam, sondern im Erfolgsfall auch formal bindend sind Bürger*innenentscheide. Für die Durchsetzung des Nulltarifs könnte das eine wichtige Hand-lungsoption sein, denn weil die Idee alle betrifft, können die sonst oft hinderlichen Quoren übersprungen wer-den. Das mal in einer (oder einigen) Stadt zu machen, am besten mit überregionaler Begleitung, kann ein interessantes mediales Echo hervorrufen – am besten in einem Bundesland mit guten Bedingungen für Bür-ger*innenentscheiden (z.B. Stadt in Bayern).

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