Gießen autofrei

VERKEHRSWENDE IN GIEßEN: DIE KONKRETEN VORSCHLÄGE

Verkehrserzeuger*innen und Pro-Auto-Lobby


1. Fahrradstraßen, Tramlinien und eine Flaniermeile
2. Forderungen, Wünsche, Ziele...
3. Verkehrsunternehmen, Politik und Medien
4. Zu Fuß: Autofreie Innenstadt, Flaniermeile entlang der Wieseck und mehr
5. Fahrradstraßen: Innerer Anlagenring, Innenstadtdurchfahrten, Trassen in alle Stadtteile
6. RegioTram: Gießen braucht zwei Straßenbahnlinien - mit Anschluss ins Umland
7. Klingt exotisch, bringt es aber: Seilbahnen als Ergänzung
8. Pläne für konkrete Plätze oder Straßenabschnitte
9. Das war der erste Vorschlag (2017): Plan, Text und Flyer
10. Verkehrserzeuger*innen und Pro-Auto-Lobby
11. Links
12. Kontaktformular für Anfragen und alle, die mitmachen wollen

Die großen Player der Stadt

Wer die Pendler*innen-Ströme verursacht und wie die ticken ...

Otto-Versand (Ansiedlung läuft)
2500 PKW- und 4000 LKW-Bewegungen pro Tag: Otto-Versand kommt nach Gießen - der Bahnanschluss auf dem Gelände wird herausgerissen!
Wir haben den Konzern angeschrieben, aber der hat nur lapidar geantwortet und auf die Stadt verwiesen ... ausgerechnet die, die die Autostadt verantworten, sollen beim Otto-Versand aufpassen?

Antwort aus der Otto Group am 18.2.2019
vielen Dank für Ihre Email und Ihr nettes Angebot.
Otto (GmbH & Co KG) wird selbstverständlich im Laufe der Planung in den Dialog mit der Stadt Gießen treten, wie das standortbezogene Verkehrsaufkommen ideal dargestellt wird. Hierbei werden viele mögliche Ansätze, inklusive der ÖPNV-Alternativen, besprochen.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir zu diesem Zeitpunkt daher noch keine konkrete Aussage diesbezüglich treffen.

Technische Hochschule Mittelhessen (THM)
THM-Vizepräsident für RegioTram
Aus "Blechhaufen zerstört Potenziale", in: Gießener Anzeiger, 25.5.2019 (S. 35, leider nicht online)
Angesprochen auf das aus Sicht der THM drängendste Verkehrsproblem in der Stadt, ist Metzgers Antwort klar: zu viele Autos. Allerdings könne man die Ursache „gar nicht so sehr auf Gießen begrenzen. In der Stadt haben wir eine einigermaßen funktionierende Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Das Problem ist aber globaler, weil sich die Stadt sehr stark aus ihrem Umfeld rekrutiert“. Was helfe es, wenn der Nahverkehr in Gießen selbst funktioniere, Leute aus dem Vogelsberg aber keine Alternative hätten, als mit dem Auto in die Stadt zu kommen? Dieses Problem betrifft die Technische Hochschule unmittelbar. Denn: "Unsere Studierenden kommen zu großen Teilen aus dem Umland. Sie haben zum Teil massive Probleme, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die Hochschule zu kommen.“ So weiß Metzger beispielsweise von Studierenden, die trotz vergleichsweise geringer Entfernungen zum Studienort für die Anfahrt mit dem ÖPNV rund zwei Stunden benötigten. ...
Takte von Bussen und Bahn müssten entsprechend synchronisiert und angebunden sein. Auch der einer RegioTram: „Ich fände eine solche Tram in Gießen gut, weil ich das Konzept gemessen an der Situation einfach sehr richtig finde.“ Eine Einsatzmöglichkeit sieht Metzger ab dem Bahnhaltepunkt in der Licher Straße: Dort könne ein Verkehrsknotenpunkt entstehen, von dem aus eine Tram in Richtung Innenstadt fährt. Für den ÖPNV würde der Knoten eine wichtige Funktion übernehmen, müsste allerdings ausgebaut werden.

Justus-von-Liebig-Universität (JLU)
Aus "JLU wünscht sich Ringlinie", Interview mit Uni-Präsident Mukherjee in: Gießener Anzeiger, 8.6.2019 (S. 38)
Eine große Rolle spielen dabei die Studierenden, die nicht in Gießen wohnen, sondern einpendeln und dabei in aller Regel auf ein unzureichendes ÖPNV-System in den Vogelsberg, in die Wetterau und in andere Regionen zurückgreifen müssten.
Wenn wir Studierende und Beschäftigte der Universität dazu bewegen wollen, ihr Hessen- oder Semesterticket verstärkt zu nutzen, muss es ein funktionsfähiges ÖPNV-System geben.
Sehen Sie weitere Probleme?
Mit einem geringeren Verkehrsaufkommen hätten wir die Chance, auch den Parksuchverkehr auf unseren Campi zu reduzieren. Er ist in jeglicher Hinsicht eine Belastung. Die Frage ist ja auch, ob wir so viele gute Flächen für Parkraum vorhalten wollen. Wir sind wegen der Stellplatzordnung der Universitätsstadt dazu verpflichtet. Das ist eine formale Antwort. Aber inhaltlich müssen wir einen Schritt weitergehen und fragen: Wollen wir im Jahr
2050 eigentlich immer noch für jede dritte Person einen Parkplatz vorhalten?
Es ist in jeder Hinsicht bedenkenswert, das zu ändern. Darüber hinaus haben wir als drittes Problem, dass viele Pendler mit der Bahn ankommen. Und es ist ein altbekanntes Thema, dass man vom Bahnhof aus nicht ohne weiteres zur Universität findet. Und dass es auch nicht die ganz schnelle ÖPNV-Verbindung zu den Campi gibt. Insofern finde ich manche Überlegungen der Stadt, wie zum Beispiel bestehende Regionalbahnstrecken mit höherer Taktung zu befahren und beispielsweise den Haltepunkt Licher Straße stärker anzubinden, gut. Aber natürlich würden wir uns weitere Schritte wünschen.

Pro-Auto-Lobby

Absurd: Hausbesitzerrevolter gegen Verkehrswende?
Thomas Kirchhof, ein "Öko" der 80er Jahre, ehemaliger Betreiber eines bioladenähnlichen Reformhauses und heute erwerbstätig als Heilpraktiker ist jetzt die Speerspitze der Auto- und Kommerzlobby ... und pöbelt auf platteste Art nicht nur gegen die autofreie Innenstadt, sondern auch gegen heutige "Ökos", denen er einfach mal unterstellt, dass sie vom Wohlstand anderer leben. So reden Leute, die keine Argumente haben und folglich außer Diffamierung nichts können. Fazit also: Gibt wohl keine Argumente gegen die autofreie Innenstadt ...


Reaktionen in der Agenda-Mobilitätsgruppe (wo Kirchhof anwesend war)
Aus "Welche Rolle spielt die Straßenbahn in der Verkehrsplanung der Stadt Gießen?", in: Gießener Allgemeine, 14.3.2019
Die mit knapp 50 Teilnehmern erneut gutbesuchte Sitzung hatte mit einem »unangenehmen Thema« begonnen, wie sich Gruppengründer Klaus Hass ausdrückte. Für großen Unmut in der neuen Agenda-Gruppe hatte das Vorgehen von Thomas Kirchhof, Vorsitzender des BID-Vereins Marktquartier, gesorgt. Wie berichtet, hatte Kirchhof im Nachgang der ersten Sitzung in einem Schreiben die Hauseigentümer und Geschäftsleute des Marktquartiers zur Mitarbeit in der Agenda-Gruppe aufgerufen, um zu verhindern, dass sich dort die Befürworter einer autofreien Innenstadt durchsetzen und ihre Ideen – Kirchhof nannte den autofreien Brandplatz als Beispiel – ins Stadtparlament tragen. Mit Wohlstand hätten diese Leute, die vermutlich von staatlichen Geldern lebten, nämlich nichts am Hut.
Mit Hinweis auf das in den Agenda-Gruppen geltende Konsensprinzip forderte Hass den BID-Vorsitzenden auf, »diese Art der Kommunikation einzustellen« und zur sachlichen Arbeit in der Gruppe zurückzukehren. Andere Teilnehmer wurden deutlicher, nannten das Vorgehen Kirchhofs »unterste Schublade« und »Verunglimpfung« von Gruppen-Mitgliedern.

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