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MYTHOS ATTAC: DAS KRITISCHE BUCH ZUM MEDIENHYPE

Juli 2004: Das erste kritische Attac-Buch!


1. Juli 2004: Das erste kritische Attac-Buch!
2. Veranstaltungen zum Thema
3. Ankündigungsmail zum Buch (Frühjahr 2004)
4. Alter Wein in alten Schläuchen
5. Liste gelaufener und z.T. Berichte von Veranstaltungen
6. Rezensionen des Buches
7. Stichwort- und Personenverzeichnis
8. Reaktionen bei Attac
9. Januar 2011: Noch ein (pseudo-)kritisches Buch zu Attac
10. Die wichtigsten Zitate zu Attac

Es war ein kometenhafter Aufstieg. Im Juni 2001 bereits als Zentrum des Widerstandes in den Medien benannt, als der Verein nur wenige Mitglieder hatte. Ein halbes Jahr später vom Stern zur "Organisation des Jahres" ernannt, aufgestiegen zu den Mikrophonen der quotenstärksten Politiksendungen und -blätter. Noch ein Jahr später wird der Attac-Chefideologie Sven Giegold vom Stern-Jugendmagazin "Neon" zum Mann des Jahres gekürt - und lässt alles mit Rang und Namen, von Michael Ballack bis Daniel Küblböck locker hinter sich. Als sich die Friedensbewegung (gegen den Irakkrieg) und der Protest gegen den Sozialabbau formieren, ist Attac von der ersten Minuten an deren Sprachrohr. Durch Kongresse und neue Zeitschriften ist seit 2003 auch die Umweltbewegung auf dem Weg in den Hafen "Attac".
Zweifelsfrei: Der Medien-Hype um Attac hat politischen Protesten mehr öffentliche Wahrnehmung gebracht. Konkrete Forderungen wie die Tobin Tax oder das Ende des Irakkrieges wurden populär. Fraglich aber bleibt, was durch diese Popularität erreicht wurde. Hat Attac den politischen Protest gestärkt? Oder ist der Aufbau einer professionellen Kampagnen-NGO einer der Gründe, warum in Deutschland vielfältige Basisbewegungen wie in Spanien, Italien und anderen Ländern immer noch fehlen? Sind die großen Demonstrationen gegen Kriege oder Sozialabbau ein Erfolg oder mehr ein Grund dafür, dass konkreter, alltäglicher Widerstand kaum stattfindet?
Wer steckt hinter Attac? Wer verfolgte mit der Gründung welche Ziele und wie haben sich diese durch den Erfolg der NGO gewandelt? Das Buch liefert präzise Informationen über die Gründung und Entwicklung von Attac, die Ideologie und die Strukturen, die gegenüber den konventionellen Verbandsformen bisheriger NGOs eine erhebliche Effizienzsteigerung brachten. Hunderte von Quellen wurden ausgewertet, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der fällt sehr kritisch aus - und dennoch stellt das Buch klar, dass Attac ein vielfältiges Projekt ist. Die ideologische Verengung in den Führungskadern des NGOs verbindet sich mit teilweise kreativ-spritzigen Aktionsmethoden in den Basisgruppen. Die Kritik an Attac ist daher verbunden mit perspektivischen Entwürfen, wie eine Weiterentwicklung gerade der an der Basis und in Arbeitsgruppen teilweise spannenden Organisation hin in eine handlungsfähige, vielfältige und horizontal vernetzte, offenen Basisbewegung möglich ist. Insofern ist das Buch scharfe Kritik und Perspektive in einem.
Mitwirkende am Buch waren AkteurInnen aus den Basisgruppen in Göttingen, Marburg und Giessen, darunter auch Aktive in Attac-Ortsgruppen.

A5, 206 Seiten, 14,90 Euro. Brandes & Apsel Verlag in Frankfurt, ISBN 3-86099-796-3.


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