Laienverteidigung

DIE ANFÄNGE DER PROJEKTWERKSTATT

1990 bis 1993: Alter Bahnhof Trais-Horloff


1. 1990 bis 1993: Alter Bahnhof Trais-Horloff
2. Zehn Jahre in Saasen
3. 14 Jahre Utopie als Feldversuch: Projektwerkstatt in Saasen (im Jahr 2004)
4. 25 Jahre: Ja ... und?

Die Projektwerkstatt entstand 1990 im "Alten Bahnhof Trais-Horloff", flug hier aber im Streit mit dem Eigentümer Ende 1992 raus, d.h. die Projektwerkstatt wurde von der örtlichen Naturschutzgruppe geschlossen! Ein Rückblick auf die Zeit bis zu diesem Rauswurf (dem dann der Umzug nach Reiskirchen-Saasen in ein eigenes Gebäude folgte) kann ein Text aus der Gießener Allgemeinen vom 20.12.1991 vermitteln:

Hungen-Trais-Horloff (mö). Wenn man die „Projektwerkstatt Alter Bahnhof Trais-Horloff“ zu Beginn oder im Frühjahr diesen Jahres betrat, drängte sich dein Besucher unwillkürlich ein Eindruck auf: „Das wird nie ´was!“ Als die alte Rumpelkammer an der Bahnlinie Gießen-Gelnhausen dann aber zahlreiche Aktivitäten meldete, eine Zeitung herausgab und der Hessische Rundfunk mit einem U-Wagen vor Ort auf Sendung ging, blieb den Zweiflern nur noch das große Erstaunen. Was im Sommer 1990 mit bescheidenen handwerklichen Aktivitäten begonnen hatte, ist mittlerweile zu einem anerkannten Anlaufpunkt für Jugend-Umweltgruppen aus der ganzen Bundesrepublik geworden.
Im November des vergangenen Jahres war das erste Zimmer im Obergeschoß bezugsfertig, von dem aus die „Macher“ der „Projektwerkstatt“ ihre Aktivitäten starteten, die innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Bandbreite erreichten. Mit Hilfe einer Layout- und Fotowerkstatt konnten die ersten Ausgaben der Jugendumweltzeitung „Platz“ herausgegeben werden. Es folgten regelmäßig die „Wüstenpost“, Verkündigungsorgan der Kinderumweltaktion „Kaktus“, und eine Natur- und Umweltbeilage zur Gießener und Alsfelder Allgemeinen sowie eine Reihe anderer Projekte und Seminarangebote. Unter anderem produzierte man gemeinsam mit dem HR einen Beitrag für den Hörfunk.
Dabei verfolgte die Projektwerkstatt eine regelrechte Doppelstrategie: Einerseits wurden die Angebote durchgehend aufrecht erhalten, und andererseits sollte der Innenausbau des Bahnhofs weitergeführt werden. Letztgenanntes Vorhaben kam bei den zahlreichen Aktionen der Werkstatt freilich zu kurz. Erst vor kurzem sind der große Versammlungsraum im ersten Stock und die Umweltbibliothek fertiggestellt worden. Die Fachbibliothek verfügt über einen Bestand von 1500 Bänden und wird ergänzt durch 17 Übersichtskarten, die im Flur und Treppenaufgang hängen.
Der Versammlungsraum bietet Platz für Besprechungen und Tagungen - Radiowerkstatt und Analyselabor fanden dort eine neue Heimstatt, Die Räume ergänzen das bereits vorhandene Raumangebot mit Bettensaal, Sanitäreinrichtungen und „Büro“ im Obergeschoß. Damit sind die Arbeiten an und in der alten Bahnhofsstation noch lange nicht abgeschlossen. Den Nebengebäuden und der Außenanlage wird sich demnächst gewidmet werden, wenn nicht wieder die zahlreichen Umwelt-Gruppen, die den Bahnhof nutzen, die Bahnhofsbewohner von den notwendigen Bauarbeiten abhalten.
Die Gruppen, die bislang in Trais-Horloff weilten, störten sich nicht an den lange Zeit provisorischen Verhältnissen. Wer sich aktiv für die Natur einsetzt, übersteht schon einmal ein paar kühlere Nächte im Schlafsack auf der Isomatte. Dieses Provisorium hat sich nunmehr überlebt - neuen Aktivitäten in neuen Räumen steht nichts mehr im Wege. Denkste! Kaum sind die Räume fertig; zieht es die Projektwerkstatt in die Welt, oder besser den Landkreis Gießen hinaus. Mit einem geschenkten, fünf Meter langen Bauwagen, der zum Umweltmobil umgerüstet werden soll, will man im kommenden Frühjahr und Sommer den Landkreis erobern.
Mit dem Mobil soll ein Defizit der Projektwerkstatt ausgeglichen werden. Im Gegensatz zur gute bundesweiten Resonanz auf die Idee der junge Umweltschützer, die viele Nachahmer fand, war die Reaktionen aus der näheren Umgebung eher dürftig. Mit dem „Umweltrnobil“, das mit einem kleinen Labor und Kaffee ausgestattet wird, soll sich dies ändern. Und wer oder was zieht den Wagen? „Das kriegen wir geregelt“ antwortet Jörg Bergstedt von der Projektwerkstatt und diesmal sind keinerlei Zweifel angebracht.



... (Text noch nicht vollständig) ... in der Projektwerkstatt könnt Ihr in viele Ordner mit Unterlagen aus den Anfangsjahren in Hungen-TraisHorloff und in Reiskirchen-Saasen hineinschauen!


Im Frühjahr 1993 musste die Projektwerkstatt umziehen. Der Naturschutzbund warf die Aktivist_innen raus. Der Mehrheit im dortigen Vorstand, inzwischen am Ende des Studiums angelangt, wollte keine Aktionen mehr, die der eigenen Karriere im Wege stehen. Das lohnte sich wirtschaftlich sehr - über zwanzig Jahre verdienten die Projektwerkstatts-Killer von damals dann gemeinsam gutes Geld mit dem Naturschutz - Link zu ihrer Firma, die sich 2016 dann aufspaltete).


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