Projektwerkstatt

FÜR EINE WELT DES FAHRRADFAHRENS!

Fahrradstraßen, ein Radnetz aus Hauptachsen und Verbindungen in jeden Orts(teil)

Das Fahrrad ... schnelles, preiswertes und umweltfreundliches Verkehrsmittel von lokal bis regional. Es können mindestens 50 Prozent aller Verkehrsbewegungen per Fahrrad erledigt werden. Das Rad wäre dann das mit Abstand häufigste Verkehrsmittel.
Ob das geht? Das beweisen längst Städte, die das Rad-fahren systematisch fördern und zur Zeit schon zwischen 40 und 45 Prozent liegen (z.B. Houten/NL, Oldenburg, Münster, Kopenhagen, Greifswald), einige Städte, die schon sehr lange am Umbau werkeln, schaffen inzwischen sogar über 50 Prozent (z.B. hamburg.adfc.de/verkehr/themen-a-z/stadtentwicklung/groningen-weltfahrradhauptstadt/" target="_blank">Groningen). Das geht, wenn das Fahrradfahren den Stellenwert bekommt, den bislang das Auto hat! Soll dann das Auto noch weiter verdrängt werden, braucht es des Dreiklangs: Ein gutes Fahrradstraßennetz (plus weiterer Infrastruktur für Fahrräder), eine Politik der kurzen Wege und ein guter, fahrscheinloser Nahverkehr.

  • Die Übersicht aus 2013: In welcher Stadt sind wieviele Radler*innen unterwegs (anteilig)? Inzwischen haben viele gerade dieser Städte den Fahrradanteil nochmals deutlich erhöht. Kopenhagen und Münster nähern sich bereits den 50 Prozent.
  • Copenhagenize Index 2015 präsentiert die fahrradfreundlichsten Städte - und keine aus Deutschland

Fahrradfahren ist auch sozial gerechter. Denn Autofahren dürfen nicht alle, aber 98 Prozent der Deutschen sagen, dass sie das Radfahren beherrschen (Quelle: Rose)

Wie kommen wir zu mehr Radverkehr?
Mehr Fahrräder braucht es nicht - es sind jetzt schon fast doppelt so viel Räder in Deutschland vorhanden wir Autos, nur werden sie wenig benutzt.
Appelle nützen ebenfalls wenig oder nichts. Sie verschieben wieder nur die Verantwortung zum Einzelnen und dessen individueller Entscheidung. Rad wird dort gefahren, wo es gut geht, nicht wo die Menschen anders denken. Wichtig sind dahernicht Appelle, sondern eine gute Fahrradinfrastruktur.

  • Fahrradstraßen sind das Rückgrat eines dichten und gut zu befahrenden Radwegenetzes.
  • Dann braucht jeder Ort(steil) eine direkte und gut fahrbare Radverbindung ins Zentrum und/oder zum nächsten Bahnhof. Sinnvoll kann dabei sein, aus den größeren Städten heraus Fahrradachsen in verschiedene Richtungen zu legen (im Berglang z.B. entlang der Täler), von denen dann Stichverbindungen in die verschiedene Orte der Peripherie führen.

Ein Beispiel für solch einen Entwurf bietet die Planung für das Wiesecktal östlich Gießen. Dort führt bereits der "R7" als Hauptfahrradweg entlang, er soll noch verbessert werde. Von diesem sollen dann Stichverbindungen in alle Orte beidseits des Tales führen. Innerhalb der etwas größeren Orte sind zudem Fahrradstraßen vorgeschlagen, auf denen dann der Autoverkehr nicht mehr oder nur nachrangig unterwegs ist.


Mehr Infos

Rechtsfragen
Was dürfen die Radler*innen, was - falls noch zugelassen - die Autofahrer*innen auf einer Fahrradstraße?
In einer Fahrradstraße dürfen grundsätzlich nur Radlerinnen und Radler fahren. Sie genießen in diesen Straßen Vorrang, sie dürfen nebeneinander fahren und bestimmen damit die Geschwindigkeit. Kraftfahrzeuge, wie beispielsweise Autos, Lastwagen, Mofas, Motorroller oder Motorräder, dürfen immer nur dann fahren, wenn dies durch das entsprechende Zusatzschild „Kraftfahrzeuge frei“ erlaubt ist. Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Die Fahrgeschwindigkeit von Kraftfahrzeugen muss aber der Fahrgeschwindigkeit der Radlerinnen und Radler angepasst werden - anders ausgedrückt: Überholen ist danach (eigentlich) verboten.

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