Projektwerkstatt

FREIE FAHRT ... AKTIONEN, GRUPPEN, NETZWERKE USW.

Aktionen


1. Aktionen
2. Materialien für Aktionen
3. Netzwerke und Gruppen

Neu!!! (zweite Fassung, Ende Juni 2018)
Die Broschüre zu allen Aktionsideen in Sachen Verkehrswende, Nulltarif, Aktionsschwarzfahren, Fahrrad und mehr:
... selbstverständlich Creative Commons - also druckt die gerne nach und bringt sie in Umlauf!!!


Aktionscamps mit großen Aktionen
Große Camps bieten gute Möglichkeiten, Themen zu platzieren, Jahres-Höhepunkte zu schaffen und einen Ort der Vernetzung zu schaffen. Auch hier können die großen sozial-ökologischen Bewegungen ein Vorbild sein, z.B. vor etlichen Jahren die Sommercamps gegen Atomkraftanlagen oder in den letzten Jahren das Anti-Kriegs-Camp „War starts here“ oder die Klimacamps. Warum nicht mal ein Camp, welches in einer Region den Nulltarif als Reigen vieler Aktionen praktisch schafft? Oder in einer Stadt als Aktionstag eine autofreie Innenstadt organisiert (vorher angekündigt, so dass alle Menschen sich auch darauf einstellen können und freiwillig ihr Auto stehen lassen)?
Als geeignete Städte kommen die in Frage, in denen es erhebliche Probleme gibt, z.B.:

Critical Mass, Fahrraddemos …
… können sich mit der Nulltarifs-Kampagne gegenseitig fördern, im aufeinander hingewiesen bzw. Forderungen gemeinsam gestellt werden. Gerade die Critical-Mass-Veranstaltungen in vielen Städten haben klare politische Forderungen vielerorts verloren und könnten durch einen solchen Bezug wieder an politischer Wirkung gewinnen. Neben der Critical Mass gibt auch weitere Formate kreativer Demonstrationsformen (Reclaim the streets usw.).

Beschreibung auf der Seite von Critical Mass Kiel
Critical Mass (dt. kritische Masse) ist eine Form der direkten Aktion, bei der sich mehrere nicht motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen (meist RadfahrerInnen) treffen, um mit gemeinsamen Fahrten durch Innenstädte, ihrer bloßen Menge und dem konzentrierten Auftreten von Fahrrädern auf den Radverkehr als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen. Die Critical Mass ist eine weltweite Bewegung, angefangen 1992 in San Francisco und wird in nahezu jeder größeren Stadt zelebriert – auch in Deutschland. In manchen Städten in Deutschland kommen bis zu 5000 Radler zur gemeinsamen Ausfahrt zusammen.

Neben der Critical Mass gibt es auch andere Fahrrad-Demos, z.B. das Umweltfestival mit ADFC-Sternradtouren in Berlin. Viel davon ist inzwischen touristisch überprägt oder zur rollenden Party gewandelt worden. Eine Repolitisierung tut not!

Einzelaktionen per Fahrrad, gegen Fahrpreiserhöhungen usw.
Eine wirkungsvolle Protestwelt ist bunt und besteht aus vielen, sich selbst organisierenden Aktionen. Sie werden gestärkt und erreichen auch eine gemeinsame Wirkung, wenn es inhaltliche Klammern gibt. Eine gemeinsame Forderung nach dem Nulltarif in Verbindung mit einer echten Verkehrswende könnte der jeweilige Einzelanlass mit einer weitgehenden Gesamtforderung verbunden werden. Umgekehrt kann die gemeinsame Kampagne auf die Einzelproteste hinweisen, Gruppen können sich gegenseitig besuchen, thematisch oder regional vernetzen.

Beispiele:
  • „Bin nur kurz beim Bäcker“-Kurzzeitparken: Nach dem Vorbild von Autos auf Fahrradwegen werden Fahrräder auf der (rechten) Fahrbahn abgestellt mit deutlich sichtbaren Schild des Kurzzeitparkens. Danach weiterfahren. Wenn das viele machen, bricht einiges zusammen.
  • Fahrradspuren, Zebrastreifen usw. aufmalen. Fahrradständer in Parklücken bauen.




Aktionsschwarzstrafen – die Kampagne für die Entkriminalisierung des Schwarzfahrens und die Durchsetzung des Nulltarifs in Bussen & Bahnen
Die Idee ist einfach: Durch massenhaftes demonstratives Schwarzfahren wird für den Nulltarif geworben und gleichzeitig der Paragraph 265a Strafgesetzbuch unterlaufen. Dieser stellt nämlich nicht das Fahren ohne Ticket unter Strafe, sondern die Heimlichkeit. Skandalöse Rechtsprechung im Dienste des Kapitals hat dabei das Nichtstun als aktive Handlung definiert. Doch offensichtliches Schwarzfahren von Beginn der Fahrt bis zum Ende schafft Straffreiheit. Zwar bemühen sich etliche Gerichte, auch dieses Recht weiter zu beugen, aber für die Kombination aus Plakat und Flyerverteilung gibt es stabile Freisprüche. Wer unter den Pfändungsgrenzen liegt (bis aktuell 1139,99 Euro Einnahmen pro Monat und kein sonstiges Vermögen), muss auch die 60 Euro erhöhter Fahrpreis nicht zahlen. Die sind nämlich keine Strafe, sondern ein zivilrechtlicher Anspruch. Wer ein Ticket hat, kann die Aktion auch unterstützen dort entsprechend abgewandelte Kennzeichnung „Wenn ich kein Ticket hätte, würde ich …“ und Flyer verteilen.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten:
  • Aufrufe, erklärende Veröffentlichungen usw. zum Aktionsschwarzfahren unter Verbindung zur Nulltarif-Forderung, z.B. unter einem Motto „Ohne Fahrschein gegen Fahrscheine“ oder „Null Ticket für Nulltarif“. Verteilung von Starter-Sets (Kennzeichnungsschild und Flyer).
  • Aktionsschwarzfahrten und begleitende Aktionen, z.B. Demos in/vor Bahnhöfen, zu Gerichtsprozessen gegen Schwarzfahrer*innen, Parlamentssitzungen, Veranstaltungen usw.
  • Denkbar sind Kombinationen mit anderen sozialen Kämpfen z.B. für ein Sozialticket, Arbeitskämpfe der Eisenbahner*innen usw.

Aktionsberichte:


Gut kombinierbar mit Aufklebern auf die 60€-Drohplakate ++ Demo in Bahnhöfen (unten in München)

Flyer, Umsonst-Aktionen
Das geht immer: Infostände, Straßentheater, Kreideaktionen, Flugblätterverteilen an Haltestellen oder in Bussen/Bahnen. Die Forderung nach einen Nulltarif lässt sich zudem gut mit anderen Umsonstaktionen verbinden, z.B. das Foodsharing, Umsonstladen oder Formate wie den UmsonstZug in Gießen.

Kommunikationsguerilla: Wir schaffen den Nulltarif einfach selbst …
Eine starke Wirkung auf die öffentliche Debatte haben Phasen, in denen der Nulltarifs praktisch erlebt werden kann. Deshalb sind kommunalpolitische Initiativen wertvoll, mit einzelnen Tagen oder Anlässen zu beginnen. Aufregend kann auch sein, solche Freifahr-Tage selbst, aber im Namen der offiziellen Stellen, anzusetzen, wenn sich (kommunal-)politisch nichts bewegt. Kommunikationsguerilla ist eine kreativ-wirkungsvolle Art, sich in die politische Debatte einzumischen.
Umfangreiche Sammlung kreativer Aktionsideen: www.direct-action.tk.

Beispiele: Nulltarifs-Fakes

Eine ähnliche Variante ist das Bekleben der Fahrscheinautomaten mit der Information, dass jetzt Nulltarif gilt und kein Fahrschein gezogen werden kann/sollte. Die Idee ist in München im Rahmen von Fahr' Scheinfrei schon praktiziert (Abbildung rechts ++ Bericht).

Umfragen, Unterschriftensammlungen, Bürger*innenbegehren
Die Meinung der Vielen sichtbar zu machen, gelingt oft durch Umfragen und Unterschriftensammlungen. In Verbindung mit anderen Aktionen, gerne auch begleitet in den Gemeinde-/Stadtverordnetenversammlungen kann das ein Thema nach vorne bringen.
Aufwändiger, aber nicht nur noch mehr in der Öffentlichkeit wirksam, sondern im Erfolgsfall auch formal bindend sind Bürger*innenentscheide. Für die Durchsetzung des Nulltarifs könnte das eine wichtige Handlungsoption sein, denn weil die Idee alle betrifft, können die sonst oft hinderlichen Quoren übersprungen werden.

Ticketteilen (z.T. gleiche Aktion auch unter anderen Namen)
Wer ein Monats-, Jobticket oder Ähnliches besitzt, kann in den meisten Verkehrsverbünden abends und an Feiertagen/Wochenende je eine Person gratis auf das Ticket mitnehmen. In einigen Verkehrsverbünden geht das sogar mit dem Semesterticket. Wer so etwas hat, kann damit den Menschen, die für ihre Mobilität nicht zahlen können oder wollen, die Hand zu reichen und im Alltag solidarisch sein. Bietet Eure Plätze auf Zeitkarten oder auch auf Gruppentickets (wenn da noch Plätze frei sind) offensiv Mitfahrenden an, die kein Ticket haben. Ihr könnt Euch mit passenden Buttons kennzeichnen und das in Eurer Stadt bekanntmachen – oder Treffpunkte per Aushang oder Internet festlegen. Das würde die Mitnahme vereinfachen. Hilfreich wären auch Pinnbretter (real oder online), auf denen Mitfahrgelegenheiten dieser Art gesucht bzw. angeboten werden können (z.B. „Fahre jeden Morgen von A nach B, Treffpunkt 5min vor Abfahrt an …“). Eine solche Kampagne richtet sich also einerseits an alle Inhabis von Tickets mit Mitnahmemöglichkeit, die solidarisch sein wollen, indem sie die Möglichkeiten der Beförderungsrichtlinien nutzen und dazu gut sichtbar z.B. einen Button tragen. Und andererseits an die Menschen, die sich kein Ticket leisten können, diese „Mitfahrgelegenheit“ zu erkennen und zu nutzen.


Oben: Variante des Ticketteilen-Buttons - Treffpunkte markieren ++ Unten: Klettern über Autos

Car-Walking
Ja, das geht - und wurde früher sogar oft geübt und gemacht. Es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel und ein Buch dazu. Warum nicht mal wieder???

Weitere Aktionsideen

Rechts: Sammelstelle für benutzte, aber noch gültige Fahrkarten (z.B. 2-Stunden- oder Tages-Tickets. Solche Austauschplätze werden in der Regel von den Nahverkehrsbetrieben nicht geduldet. Denen geht es aber ja auch um Profit und nicht um "öffentliche Daseinsfürsorge" ...


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