Projektwerkstatt

2. PROZEß IN STUTTGART

Erklärung der sechs Aktivisten von der Dachaktion gegenüber den MitarbeiterInnen des Studentenwerk


1. Erklärung der sechs Aktivisten von der Dachaktion gegenüber den MitarbeiterInnen des Studentenwerk
2. Erklärung des Angeklagten im Prozeß (tatsächlich leicht verändert vorgetragen)
3. Presseerklärung
4. Pressetext in der Jungen Welt vom 11. Juli
5. Weiteres Urteil: 20 Strafstunden

Siehe auch: Auswertung Anti-Atomforum +++ Bericht U-Haft/1. Prozeß +++ Prozeßbericht auf Indymedia


Erklärung - über die Gründe unserer Transparentaktion auf der Dachterrasse des Max-Kade-Hauses am 14. Mai 2002:
Wir kamen zusammen um gegen Atomenergie zu protestieren. Wir demonstrierten gegen die „Jahrenstagung Kerntechnik“, weil es inakzeptabel ist, dass Betreiber auf diese Weise die angeblich sichere deutsche Atomenergie propagieren, während kontinuierlich Störfälle in deutschen Atomkraftwerken (AKW) verschwiegen werden. Es war zu erwarten, dass über strahlende Castorbehälter geschwiegen und der Zusammenhang vom „normalen“ AKW-Betrieb und der gut 50% höheren Krebsrate in den jeweiligen Regionen geleugnet wird.
Der Widerstand der Menschen, insbesondere während der Castor-Transporte und die Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen, ist weder unrealistisch noch kriminell, wie es gerne suggeriert wird, sondern ist verbunden mit der Hoffnung auf eine atomfreie Zukunft. Viele sind auch aus Verzweiflung, Ohnmacht aktiv und treten für eine herrschaftsfreie Welt ein.
Wir leben in einer Zeit, in der jede Krise mit der Gefahr eines terroristischen Angriffs bzw. eines Atomkriegs verbunden ist. Da durch die Atomspirale Plutonium und Uran anfallen, welche für Waffen (z.B. Atombomben) verwendet werden, ist die Aussage des Atomforums über „die friedliche Nutzung der Kernenergie“ vereinfachende Gut-Böse-Aufteilung; gemacht um die eigene Verantwortung zu ignorieren und durch Kriege mehr Macht und Gewinn für die Rüstungskonzerne zu sichern.
Wir befürchteten das sich wegen der geringen Anzahl der anwesenden bzw. angereisten Aktivisten alle geplanten Aktionen im Sande verlaufen würden, zumal sich die Medien und die Stuttgarter Öffentlichkeit kaum für das Atomforum interessierten. Unsere Transparentaktion kam aus spontanem Entschluss zustande. Wir wollten niemanden im Max-Kade-Haus verärgern und hoffen, daß unsere Beweggründe mit diesem Text klarer geworden sind.
Wir bedauern, daß es für die BewohnerInnen des Max-Kade-Hauses
Unannehmlichkeiten gab, empfinden aber, daß diese nicht durch unsere Aktion begründbar sind. Es waren Entscheidungen der Zuständigen uns überzogenerweise juristisch zu verfolgen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie als MitarbeiterIn des Studentenwerkes ihrem Geschäftsführer gegenüber beantragen, die Anzeige gegen uns zurückziehen und die Angelegenheit außergerichtlich zu klären. Am besten noch montagmittag, da schon Dienstag, den 9. Juli 02 wieder ein Prozeß gegen einen von uns Aktivisten folgt.
Vielen Dank,
Im Namen der fünf anderen Anti-Atom-Aktivisten
T. (Name und Adressen waren im Brief an das Studi-werk genannt)

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