Projektwerkstatt

SEMINARHAUS DER PROJEKTWERKSTATT: KREATIVER TREFFPUNKT PLUS BETTEN

Ausladung an viele, Einladung an ... Euch?


1. Einleitung
2. Ausladung an viele, Einladung an ... Euch?
3. Die "Innereien" des Seminarhauses
4. Anmeldeformular

Aufgrund der immer schnelleren und dramatischen Entwicklung bei Gruppen und Personen hin zum
  • Einfordern von immer mehr und immer besserer Dienstleistung bei gleichzeitigem ...
  • Desinteresse am Haus, den Einrichtungen und der politischen Aktivität hier, wachsendem ...
  • Nichtkümmern um die Abläufe des Alltages, die Funktionsfähigkeit des Hauses und seiner Teile sowie der Neigung, ...
  • nichts oder nur sehr wenig zu bezahlen für den Aufenthalt, d.h. die Projektwerkstatt, ihre Einrichtung und Möglichkeiten am liesten umsonst zu nutzen, Verbrauch nicht zu ersetzen, Schäden nicht zu beheben, keine Räume hinterher zu putzen (oder nur Küche/Bad), also zusammengefasst so zu leben wie bisher bei den einigermaßen reichen Eltern, im bezahlten Urlaub oder ähnlich, ...

macht es weder Sinn noch Spaß, hier all die notwendige Arbeit zu leisten. Vorher Räume putzen und auf Seminarbetrieb einrichten, eventuelle andere Nutzungen für die Zeit räumlich verlagen, oft zusätzlich noch Material bereitzustellen und die Technik prüfen, während des Aufenthaltes immer mehr ein kontrollierender Hausmeister sein, Schäden zu renovieren usw. sowie hinterher alles überprüfen, vieles wieder instandsetzen, Vergesslichkeiten auszugleichen und und und ... ist ein Arbeitsprogramm, welches wegen des Verhaltens der Gruppen stetig wächst, aber früher noch motiviert war, weil Besuche von Gruppen denen und mitunter auch uns was brachten.


Warnplakat einer Gruppe Anfang 2018 - eine von vielen, die zum einen weder merkte, wie viel hinter ihrem Rücken gewerkelt wird, damit sie im Haus gut leben können, noch verstanden hat, dass gerade der Sinn der Projektwerkstatt ist, sich dort selbst zu organisieren. Es gibt keine Hierarchien im Haus - und damit sind in der Tat alle sich selbst überlassen, bis sie anfangen zu kooperieren (was die meisten Gruppen aber nicht tun, sondern die Dienstleistung als selbstverständlich erwarten). Wer so drauf ist, suche sich bitte was anderes. Danke!


Doch diese Motivation schwindet umso mehr, als
  • die Gruppentreffen mehr der sozialen (Kuschel-)Begegnung und/oder vor allem Verbandsinteressen oder Fördergeldbeantragungen dienen als politischen Zielen, zudem sich ...
  • die Gruppen/Cliquen immer stärker kommunikativ abkapseln, so dass auch keine Kontakte mehr zu den sonstigen Aktiven im Haus entstehen und daher die Anwesenheit von Gruppen für Vernetzung und Kooperation nichts mehr bringt, während ...
  • ein politischer Anspruch mit Weltrettungsinteresse sich selbst und anderen gegenüber mit platten Phrasen eher vorgaukelt als verfolgt wird bei gleichzeitiger politischer Naivität und Desinteresse,

Daher laden wir keine Gastgruppen mehr ein, die hier reine gruppenbezogene Treffen, Bildungsseminare usw. machen wollen. Sucht Euch bitte kommerzielle oder per Staatsförderung getragene Häuser, die Eurem Anspruch, das Leben gepampert zu verbringen und Euch um wenig bis nichts kümmern zu müssen, gerecht werden. Die meisten derer, die in den letzten Jahren hierher kamen, waren erkennbar gewohnt, voll umsorgt und materiell gut eingebettet zu leben. Sogar die, die von "geldfrei Leben" oder "Teilen" phantasierten, meinten damit vor allem ihre Vergangenheit in Elternhäusern dar, in denen sie ihr (reichlich vorhandenes) Geld nicht ausgeben konnten, weil alles immer schon da war. Wer das in Seminarhäusern und Unterkünften fortsetzen will, suche sich bitte einen anderen Ort. Aber wird sind nicht Eure Eltern, die das ja selbst so gewollt und geschaffen haben. Und wir sind schon gar nicht reich und könnten uns das eben mal so leisten. Hier ist die Projektwerkstatt. Die ist fast komplett in echt geldfrei organisiert. Unabhängiges leben und politisch Wirken sind hier real. Alles, was Ihr nutzt, verbraucht, achtlos behandelt usw., schaffen Menschen mit ihrer Kraft und Phantasie. Jeden Tag. Deren Motivation war immer, dass daraus politisch spannende Aktivitäten entstehen - und nicht Wohlfühlgelage, gute Stimmung und Umverteilung von Ressourcen der Projektwerkstatt zu den (relativ) Reichen. Die Projektwerkstatt ist frei von staatlichen, kommerziellen und Apparateeinflüssen. Sie ist ausschließlich von denen getragen, die eine solche offene Aktionsplattform wollen (zur Zeit und schon seit längerem vor allem von einer einzige Person, die übrig geblieben ist aus den Zeiten, wo mensch das Leben noch selbst organisieren wollte - aber das darf sich gerne ändern :-).

Diese Ausladung gilt nicht für alle
Wir laden weiterhin - aber auch nur noch - Einzelpersonen, Gruppen und Projekte ein, erstens ...
  • die hier an tatsächlichen Aktivitäten werkeln wollen, also z.B. Aktionen vorbereiten, Materialien erstellen, Handlungen üben usw.

Was das für Projekte sind, dass wollen wir nicht vorgeben. Es kann eine politische Aktion sein oder ihr wollt eine Ausstellung, in Buch, einen Film machen - was auch immer. Vielleicht wollt Ihr ein Musik- oder Theaterstück entwickeln und proben. Oder Fahrräder reparieren (lernen). Oder oder oder ... das passt alles: Aktivität in Selbstentfaltung. Eigene Ideen. Etwas angehen ...

Und dann, zweitens, wünschen wir uns Gruppen/Menschen, ...
  • die mit der Projektwerkstatt und den dort Aktiven in Verbindung stehen oder treten wollen, z.B. für Kooperation bei (politischen) Projekten und selbst als Einladende/Gastgeber*innen bei Seminaren auftreten,
  • sich mit darum kümmern, dass die Aktionsplattform "Projektwerkstatt" erhalten, ausgebaut oder entwickelt wird, die sich also bei zeitweisen Aufenthalten mit darum kümmern, das Haus vorzubereiten, durch die Tage zu bringen und danach in gleichem oder besserem Zustand zu hinterlassen.

Ganz besonders freuen wir uns über Menschen oder Gruppen, die an und aus diesem Ort ein Stück weit auch ihre Villa Kunterbunt des kreativen Widerstandes machen, also z.B. regelmäßig die Häuser für Projekte nutzen, Werkstatts- oder Bibliothekbereiche mit organisieren oder wie auch immer.

Auf keinen Fall hätten wir mehr Lust darauf, dass diejenigen, die hier nur ihr Gruppen-Ding machen, die Idee der Projektwerkstatt noch zusätzlich mit Füßen treten, indem sie die Einrichtungen als nichts anderes betrachten als ihren zu privatisierenden Bereich. Also daher: Die Bibliotheken sind für Leute, die nach Informationen suchen - und nicht für Hetero-Pärchen, die im Gruppenraum nicht klarkommen. Die Werkstätten sind zur Nutzung für politische Projekte und nicht für Internetjunkies. Die Gruppenräume sind für Projekttreffen und nicht für körperliche Selbsterfahrungsgruppen, die sich selbst für politisch halten. Die materiellen Ressourcen, geringen finanziellen Mittel und Essensvorräte sind für Menschen, die Welt verändern oder zumindest an Projekten werkeln wollen - und nicht für die, die reich genug sind und das Abgreifen der Ressourcen aus der Projektwerkstatt nur brauchen, um sich selbst über ihre privilegierte Stellung und/oder ihre Antriebslosigkeit hinweg zu täuschen.

Und als die Person, die 1990 die Projektwerkstatt am ersten Standort und dann 1993 nochmal in Saasen (mit) aufgebaut hat sowie in den letzten über zehn Jahren ganz allein aufrecht erhielt und stets offen zur Verfügung stellte, füge ich an: "Ich habe weder Kraft noch Lust, weiter wie ein Automat im Haus für Menschen zu schuften, für die Anarchie und Öko nur eine Attitüde sind, um ihre geilen Ausbildungen, Kontostände und Körper noch besser darstellen zu können. Es ekelt mich nur noch an!" Bitte denkt dran, wenn Ihr gedankenlos das oben Beschriebene so weitermacht: Die Projektwerkstatt und ich gehen DARAN irgendwann kaputt.

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