Kritik der Konsumkritik

GEWALTFREIE, MILITANTE UND KREATIVE AKTION IM VERGLEICH

Im Vergleich


1. Im Vergleich
2. Gewaltfrei gegen Diktatoren?
3. Links

Gewaltfreie Aktion vs. Autonome Aktionen vs. Direct Action
Die folgende Tabelle gibt eine Kurzübersicht. In allen drei Fällen wird von einem Idealtypus ausgegangen, der aus praktischer Erfahrung oder Schriften aus dem jeweiligen Spektrum abgeleitet wird. Tatsächlich ist die Vielfalt innerhalb der Spektren aber hoch, d.h. nicht alle, die sich an einer Aktionsform orientierten, sehen es so, wie es hier dargestellt wird (ein Glück ...).


 Gewaltfreie AktionAutonome AktionenDirect Action
Offener Prozess oder Vorgabe?Konsens
Jedoch: Oft Ausgangsposition vorgeben und kaum noch änderbar (Macht des Faktischen).
Unterschiedlich
Jedoch: Starke Verhaltensnormierungen, z.T. auch als Bewegungskonsens oder jahrelange Erfahrung verklärt.
Ziel ist, dass sich Menschen Know-How verschaffen und dann in direkter Kommunikation alles weitere entsteht. Offene Räume und Plattformen als Rahmen.
Wissen und Eigenständigkeit oder Bevormundung und ExpertInnenorientierung stärken?Vorbereitungsgruppen, Strategiewerkstatt vorhanden mit Wissensvorsprung. Wenig Trainings, um Wissen zu verbreitern. Wenige Ausnahmen (z.B. Jura-Selbsthilfe).Oft k rasse Intransparenzen. CheckerInnen-Gruppen im Hintergrund. Verhaltensanweisungen statt Trainings (z.B. bei Repressionsschutz oder Verhalten in Demos)Ständiges Trainieren, intensive Wissensweitergabe über Internet, Broschüren usw. Keine Aktionsvorgaben, sondern Trainings und anschließendes Sich-Selbst-Überlassen des Prozesses.
Regeln oder Vereinbarungen?Undiskutierbare Vorgaben: Gewaltfreiheit, Akzeptanz der Binnenstruktur (Bezugsgruppe, SprecherInnenrat)In der Theorie starker Bezug auf Autonomie. In der Praxis extrem viel Druck auf Einheit und gegen Abweichungen von Norm (bis zu Schlägereien, Rauswürfen ...)Keine Vorgaben, keine Regeln. Propagierung von horizonaler Organisierung und offenen Plattformen.
Einheit oder Vielfalt?Starke Tendenz auf einheitliche Aktivität. Geschlossenheit, Konsens ... Regelmäßig treten (Presse-)SprecherInnen auf, auch als DemorednerInnen, in Bündnissen.Starke Tendenz auf einheitliche Aktivitäten. Geschlossenheit, Kettenbildung und Seitentranspis bei Demos. Auffällige Code: Einheitskleidung. Ständige Plädoyers für einheitliche Aufrufe, Ordnung der Menschen in Demos usw.Ablehnung des Auftretens als "Wir". Keine SprecherInnen. Keine Stellvertretung. Keine Logos, gemeinsamen Aktionen oder Aufrufe. Freie Kooperation im Chaos von Menschen, die sich möglichst viel Wissen zur Selbstorganisierung angeeignet haben.
Zentral oder horizontal?SprecherInnenrat als informelles Zentrum. Oft aber sogar z.T. verdeckte Gremien wie "Strategiewerkstatt" oder Vorbereitungsgruppe, die Ausgangspositionen festlegt, die dann nur im Konsens verändert werden können.Unterschiedlich. Meist starker Hang zum Plenum mit den typischen Dominanzerscheinungen. Wenig oder keine Wissensvermittlung. Propaganda für einheitliches Verhalten. Stark ausgeprägte informelle Führungsgruppen. Konspirativität als vorgeschobene Begründung für Intransparenz nach innen.Wer war macht, wird nirgends vorgegeben. Oft werden Räume zum Austausch und zur Anbahnung von Kooperation zwischen den Aktiven geschaffen - aber immer ohne Moderation, Leitung u.ä.


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