Kritik der Konsumkritik

WEGE, ZUFAHRTEN, BAUSTELLEN ... BLOCKIEREN

Technische Tipps

Lock-ons
Bedeutet das Festketten an Gegenständen, in der Erde oder untereinander, um etwas zu blockieren (berühmte Fälle: Castor).

Rechts: Blockadefibel mit vielen Tipps und Zeichnungen für Lock-ons, Anketten usw. ++ Bestellseite ++ Texte im Internet ++ Download der Text als HTML im ZIP

Schienenstrecken blockieren

Einfahrten dicht machen

Straßen blockieren
Schon mehrmals konnten erfolgreich Autobahnen blockiert werden, ohne die Autobahn zu betreten oder den dazugehörigen Luftraum (4,70m über Fahrbahnhöhe, bei Bundes- und niederrangigeren Straßen nur 4,50m) zu berühren. Das verhindert eine Bestrafung. Beispiele sind die Expo-Eröffnung im Jahr 2000 auf dem Messeschnellweg Hannover (siehe Foto) und Ende Gelände 2015 am Tagebau Garzweiler.

Betonblöcke & Co.
"Rezept" für den Betonblock. Wer wir ihn bauen will, dann müssen für einen Block der Größe "Feldbesetzung Gießen/Groß-Gerau 2008" (600kg) beschafft werden:
  • ca. 20 Säcke Zementmischung je 25-30 kg (oder entsprechend reiner Zement plus Sand)
  • Gummistückcken oder alte Autoreifen zum Zersägen (ist mühselig, aber machbar mit Stichsäge(n) und Metallsägeblättern dazu)
  • Stahlteile: Stangen, lange Nägel (z.B. auch alte, verbogene) und Schrauben, Fahrradfelgen/-speichen, Rohre ... also lauter Metallschrott zum Mischen in den Beton
  • Kieselsteine u.ä. können auch beigemischt werden
  • Ofenrohre oder zu Armdicken passende Plastikrohre, u.a. ein 90-Grad-Bogen.
  • kleines, ca. 20cm langes Plastikröhrchen für Kette nach unten
  • Einige Latten, Bretter und Folie, um die Form zu bauen
  • Spanngurte, um die Holzform während des Trocknens am Auseinanderbrechen zu hintern (Schrauben usw. halten das Gewicht alleine nicht)

Und dann geht es los - ein Betonmischer hilft, sonst mit der Hand in einer großen Plastikwanne oder Schubkarre mischen. Zuerst mit eine Form gebaut werden, in die der Beton gegossen wird. Unten z.B. eine Palette, daran an vier Ecken Streben, die sich oben treffen. Da der Beton sehr, sehr schwer ist, müssen die Streben unten gut fixiert sein. Oben können sie zusammengegurtet sein mit z.B. einer durchgehenden Schraube, damit es dabei nicht verrutscht.
Die Bretter dann von innen an die vier Streben, damit sie nicht rausgedrückt werden. Das geht direkt nur an zwei Seiten, dann sind die Streben nicht mehr zugänglich. Denkbar ist dann, die zwei anderen (gegenüberliegenden) Seiten von Außen anzuschrauben und mit einem Gurt, der unter der Palette verläuft, dann die eine Wand hoch über die Spitze und auf der anderen Seite wieder runter, zu sichern. Der muss gut festgezogen werden. Wer noch einen zweiten Gurt, sollte auch die andere Seite nochmal so sichern - oder noch einen dritten unten herum, damit die Streben nicht doch nach außen gedrückt werden. Je mehr, desto besser - die Gurte gehen ja nicht verloren, sondern müssen nur für ein paar Tage das Ganze sichern.

Dann von innen mit Folie auskleiden und die Konstruktion mit den Rohren für die Arme einbauen (z.B. an Bänder aufhängen). Dafür müssen möglichst passgenaue Löcher in der Außenseite vorhanden sein. Für einen Doppelblock (siehe unten) der unter sich in der Erde noch einen zweiten Block haben wird, muss zum Ankettpunkt zusätzlich noch ein Röhrchen nach unten geführt werden. Dieses endet auf der unteren Folie - später ist das ein Ausgang vom Ankettpunkt der Armrohre nach unten in die Erde. Durch dieses Röhrchen wird eine Kette gezogen zum vergrabenen Block in der Erde. An dieser Kette befestigen sich die Personen im Block.
Die Armrohre müssen nur dem Beton standhalten, ansonsten sollten sie eher brüchig sein - sonst können später die Polizei oder andere Betonblockzerstörer rabiater vorgehen, ohne Verletzungen zu befürchten.

Damit wäre die Form fertig. Für das Einfüllen des Betons kann es nützlich sein, an einer Seite noch nicht bis oben die Bretter anzubringen, sondern nach und nach, wenn aufgefüllt wird. Wenn nun alle Teile (Stahl, Gummistückchen ...) bereitlegen, kann es ans Mischen gehen. Gummistückchen und kleine Metallteile direkt in den Beton einmischen und diesen dann eimer- oder schaufelweise in die Form gießen. Dabei immer nachstochern, damit keine Hohlräume entstehen. Besonders die Rohre müssen ja fest umflossen sein. Während des Vollgießens dann immer wieder großere Metallstücke wie Stangen oder Felgen in das Ganze integrieren/stecken. Dieser Stahl verhindert das Auseinanderbrechen beim Schlägen oder Runterfallen des Blocks.

Nachdem alles fertig ist, muss der Block aushärten. Je länger, desto besser. 14 Tage mindestens, besser mehr. Achtung: Beim Bauen und Aushärten sollte der Block frostfrei stehen.

Besonders clever: Der Doppelblock
Sich in Betonblöcken festzuketten, verhindert das schnelle Abräumen. Mit ein paar Tricks lässt sich das noch verfeinern:
  • Betonblock pyramidenförmig bauen, damit er nicht so leicht von einem Bagger gehoben werden kann (rutscht nach oben ab). Dafür dürfen aber auch nirgends Festkrallmöglichkeiten für die Baggerschaufel und erst recht keine Anseilpunkte vorhanden sein.
  • Block und darin angekettete Personen können zusammen weggehoben werden. Das geht nicht mehr, wenn die Personen durch Rohre im Block an einer Kette oder Schlaufe festgemacht sind, die dann zu einem zweiten Block führt. Dann kann der obere Block nicht gehoben werden, weil ja der untere stehenbleibt und dann die Arme abreißen würden. Zwei Varianten:
    • Kette nach unten führen und zweiten Block unter erstem in Erde vergraben. So wurde es auf den besetzten Genfeldern von Gießen und Groß-Gerau im Frühjahr 2008 gemacht.
    • Im oberen Block unten einen Hohlraum schaffen und dort einen zweiten Block, der mit dem ersten nur verbunden ist, einpassen. Die Ankettung erfolgt dann durch den oberen an den unteren Block. Diese Variante ist nötig, wenn der Untergrund fest ist, z.B. auf einer Straße. Ein Beispiel war die Blockade auf der Straße beim Castortransport 2008.


Foto: Doppelblock beim Castortransport 2008 im Wendland


Anketten: Armfesseln basteln
Irgendwie ja logisch: Die Kette ist ja nur auf einer Seite am Betonblock, in der Erde, im Baum-Lockon u.ä. fest - und auf der anderen Seite z.B. am Armgelenk. Die Befestigung dort sollte nicht nur gut halten, sondern auch weder zerreißen noch das Blut abdrücken.

Materialbedarf (Übersicht):
  • Polsterfilz oder Polsterwatte
  • am besten 2 Verbandsscheren, notfalls jede andere Schere
  • Flachzange für Korrekturen
  • Gärungs- oder Metallsäge
  • einfache Latexandschuhe oder je nach Hersteller auch spezielle Handschuhe, die nicht verkleben
  • Schlauchverband, Größe 5 oder Baumwollsocken, auch Frottee als zusätzliches Polster geeignet
  • 2 Gips- oder Kunststoffgipsbinden, 2 und 3 Inch oder besser 3 und 4 inch (vergrößert die Oberfläche und vermeidet
    den Blätterteigeffekt), ggf. kann durch gleichzeitiges Anlegen mehrerer Fesseln Material gespaart werden.
  • Kettenstück, mindestens 20cm lang oder Drahtseil 2-4mm stark und ca. 25 cm lang mit passenden
    Seilklemmen und entsprechend notwendiges Werkzeug
  • Schrauben mit Muttern oder weitere Seilklemmen als Widerhaken und jwls. notwendiges Werkzeug
  • 2-3cm breite Metallschiene, hier stumpfes Metallsägeblatt
  • Stahlschwamm zum Reinigen verklebter Scheren
  • nötigenfalls Kettenadapterglieder zur Verlängerung
  • Vielleicht noch eine 3te Binde, Rödeldraht und eine Bohrmaschine zum Wiederverschließen aufgeschnittener Fesseln
  • Starkes Klebeband, z.B. Panzertape oder starker Tapeverband
  • 1 Eimer kaltes Wasser
  • ggf. Säge zum Aufschneiden der Fessel
  • ggf. Flexible Schiene als Verletzungsschutz beim Aufschneiden und ein kurzes Stück zum Miteingipsen unter die Kette als Schutz vor Druckstellen, ca. 2cm breit, z.B. großes Lineal, Lochblechband, usw.
  • ggf. Rödeldraht (gemeint: einfacher, billiger Draht)
  • ggf. Bohrmachine

Für später:
  • Stabiles Seil für Belastungstest an Zimmertür
  • kleines bis mittelgroßes (je nach Bedarf) Bügelschloss besserer Qualität
  • das LogOn

Vorbereitung:
  • freie Arbeitsfläche (am besten schmaler Tisch zum Gegenübersitzen)
  • 25 cm Schlauchverbandstück
  • Polsterfilz:
    • 27-30cm x 10 - 11 mm bei 10cm breiter erster Binde
    • 27- 30cm x 12 - 13 cm bei 12cm breiter erster Bindebpassend ums Handgelenk. Ggf. geteilt in 2 schmalere Streifen, wenn kein breites Polsterfilz vorhanden ist
    • Polsterfilz, ca. 5x5mm mit kleinem Loch für das Ellenknöchelchen (Fibulaköpfchen)
    • Polsterfilz, ca. 5x5mm
  • ggf. dem Kettenstück mit Schrauben oder Seilklemme einen Widerhaken geben
  • ggf. mindestens 2 Drahtseilklemmen für ca. 20 cm lange Schlinge anstelle der Kette

Andere Sachen abmachen:
  • keine Armbänder unter dem Gips
  • keine Ringe an den Fingern

Baumaschinen
Ein Beispiel aus Braunschweig: Arm-Lockons rund um einen Reifen. Der LKW wurde vorher mit einer Sitzblockade gestoppt.
LKW-Blockade mit Lock-ons



Tripods
Sie dienen dem Räumungsschutz auf Flächen, Straßen, Schienen oder wo sonst Bäume und Gebäude fehlen oder nicht reichen.




Für ein einfaches Tripod benötigst du:
  • 3 Gerüststangen (4-6m)
  • 2 drehbare Gerüstschellen
  • ein paar Meter Seil (Polyprop)
  • einen Schraubschlüssel
  • genügend Platz, um das Tripod zusammenzubauen, aufzustellen, zu üben...

Gerüstschellen
Die Schellen müssen so befestigt werden, dass ihr die drei Gerüststangen parallel auf den Boden legen, aber auch zu einem Tripod aufrichten könnt. Es ist nicht ganz einfach, die Schellen an der richtigen Stelle zu befestigen, da müsst ihr rumprobieren, bis es stimmt.

Tripod
Wie auf der Zeichnung zu sehen, bilden die zwei Hauptstangen ein A und werden von der dritten Stange gestützt. Die Schelle für die dritte Stange wird etwa 30cm unterhalb der Hauptschelle befestigt, so dass die Hauptstangen davon nicht behindert werden. Das Gewinde der zweiten Schelle soll in einem Winkel von etwa 120 Grad zum Gewinde der ersten Schelle stehen. Das ist ein bischen tricky und ihr müsst einfach solange herumprobieren, bis die drei Stangen parallel am Boden liegen und sich zu einem Tripod öffnen lassen.

Tripod aufrichten
Wenn ihr Eisenstangen verwendet, braucht ihr mindestens fünf Leute, um das Tripod aufzurichten. Die beiden Hauptstangen werden zu einem A auseinandergezogen und an den Enden von zwei Personen mit den Füssen fixiert, damit sie nicht verrutschen. Eine weitere Person hebt die dritte Stange an. Zum Aufrichten muss mindestens je eine starke Person pro Hauptstange von der Spitze zum Ende des Tripods laufen und es dabei aufrichten. Mit der dritten Stange wird das aufgerichtete A abgestützt. Beim Aufrichten müsst ihr sehr konzentriert sein, vor allem dürfen die beiden fixierten Enden der Hauptstangen nicht wegrutschen, sonst stürzt das Tripod zusammen und verletzt womöglich jemanden.
Wenn ihr Alu-Stangen verwendet, schafft ihr das Aufrichten auch zu dritt, allerdings ist Eisen viel stabiler und belastbarer.

Schnell hochklettern
Sobald das Tripod steht, muss eine Person schnell an einer Stange hochklettern, bis sie außer Reichweite an der Spitze ist. Während eine Person hochklettert, sollten die drei Stangen gesichert sein (festhalten), damit sie nicht auseinander rutschen.

Hängematte
Am komfortabelsten sitzt es sich in einem Tripod mit einem Klettergurt. Hierfür muss einfach eine Schlaufe + Karabinerhaken an der Spitze befestigt werden, in die sich mensch mit seinem Gurt einklinken kann. Cool ist auch eine Hängematte, an der wie auf dem Bild ein Seil befestigt wird.

Besonders stabiles Tripod
Für Extra-Stabilität oder wenn mehrere Leute gleichzeitig auf das Tripod wollen könnt ihr noch drei kurze Stangen mit Schellen befestigen. Befestigt die Stangen jeweils nur an einer Schelle, bis das Tripod steht, dann könnt ihr die Stangen an den zweiten Schellen festschrauben. Vergesst den Schraubschlüssel nicht. Natürlich ist das Tripod mit den Zusatzstangen schwerer, vielleicht braucht ihr mehr Leute zum Aufrichten.

Ein Tripod ohne diese Extra-Stangen sollte durch ein Seil stabilisiert werden, damit die drei Stangen am Boden nicht auseinander rutschen. Wenn die Stangen am Fußende Ösen haben, kann das Seil einfach dadurch gezogen werden, ansonsten in ca. 1m Höhe das Seil um das Tripod spannen und so befestigen, dass es nicht nach oben rutscht.

Türme
Gab es zum Beispiel bei der legendären Bauplatzbesetzung von Gorleben und auf etlichen besetzten Genfeldern der 90er Jahre. Foto unten: Besetztes Feld Mitte der 90er in Melbach (Wetterau).



Um bei Flächenbesetzungen eine schnelle Räumung zu verhindern, loht es sich, einen Turm aufzustellen. Das wirkt offener als Befestigungsanlagen wie Zäune und Gräben, hindert die "Freunde und Helfer" aber trotzdem, euch einfach vom Platz zu fegen.

Zeit und Handlungsmöglichkeiten schaffen
Wenn erstmal Leute auf dem Turm drauf sind, werden Spezialeinheiten gebraucht, um sie da wieder runter zu kriegen. Solange kann von oben mit Kofetti und Krach für Stimmung gesorgt, mit Kompost und anderen unangenehmen Sachen auf Behelmte geworfen und die Vorgänge unten gefilmt werden. Wenn dann irgendwann ein Räumtrupp nach oben kommt, können sich die Aktivistis anketten, um den Beamten noch mehr Arbeit zu bereiten.

Die Baumstämme
Wenn sich Menschen auf dem Turm befinden, kann dieser nicht einfach umgesägt werden und die Leute nicht so leicht geräumt. Vorausgesetzt, der Turm ist so hoch, dass keine zur Verfügung stehende Leiter dran kommt. Lange Baumstämme bringen allerdings eine Schwierigkeit mit sich: Pro Meter eines frisch geschlagenen Stammes braucht es schon mindestens eine Person, um ihn von A nach B zu tragen. Ein Jahr abgelagerte Stämme sind leichter.
Für die Stämme müssen am Aufbauort Löcher gegraben werden, deren Boden im Idealfall noch mit Kies oder Schotter gefüllt wird. Damit die Stämme auch wirklich da reinrutschen, machen sich Ausrichtungsgräben ganz gut. Bei jahrelang stehenden Bauten sollten mindestens die in der Erde stehenden Enden geschält und abgeschmort werden.

Technik
Als Technik zum Aufbau von dreibeinigen Türmen hat sich folgendes bewährt: Zwei Beine zeigen in die Zugrichtung wie ein A, das andere zeigt in die andere Richtung und wird beim Hochziehen hinterhergezogen. Dabei muss es ein wenig gelenkt werden. Bei der Methode, das Bein vorne weg zu schieben, würde es sich in den Boden bohren. Die Verbindung der drei Stämme muss bei der ersten Möglichkeit beweglich sein, weil sich der hintere Stamm um über 90° dreht. Als erstes werden also die beiden A-Stämme zusammengebracht und dann der dritte flexibel damit verbunden. Verstärkt werden kann die Konstruktion später, wenn der Turm steht.
Um den Turm direkt aus dem Liegen hochzuziehen ist der Winkel zu flach. Deshalb sollte der Turm vorher angehoben oder das Zugseil über ein Zweibein umgelenkt werden, um den Winkel herzustellen. Das Zweibein kann, nachdem es seinen Dienst getan hat auch zerbrechen. Das Seil dagegen muss wirklich viel aushalten, denn beim Hochziehen von drei 17m-Stämmen wirkt eine Last von 4t und bei Stößen kann sich diese Kraft vervielfachen. Mit 10mm Durchmesser aus Draht ist mensch auf der sicheren Seite. Damit das Drahtseil nicht die Verbindungsseile an der Spitze zerschneidet oder die Stäbe vom Zweibein zerdrückt, wird ein Schutzmantel (z.B. Metallrohre) gebraucht.

Aufbau
Wie der Turm hochgezogen werden kann, hängt vom Gelände ab. In dem Extremfall, dass es sich um Ackerboden handelt, reicht ein üblicher Traktor nicht aus. Ein schwerer LKW mit Allrad, Differentialsperren und Ballonreifen ist bei solchen Bodenbedingungen Pflicht. Um dieses Problem zu umgehen, kann das Seil umgelenkt werden, damit das Gefährt auf festerem Gelände in der Nähe fahren kann. Wenn der Turm nicht von einer Hebebühne erreichbar sein soll, muss er aber weit genug weg davon aufgebaut werden. Andere Möglichkeiten sind ein Seilzug (langsam) oder pure Muskelkraft. Hier ist eine Rücksicherung angebracht, falls das Seil aus der Hand gleitet.
Damit der Turm während dem Hochziehen nicht kippt, muss alles genau ausgerichtet werden: Die Spitze des Dreibeins, des Zweibeins und der Punkt, wo gezogen wird müssen sich auf einer Linie befinden. Nachts im Dunkeln eignen sich z.B. Fahrradblinklichter dazu - aber nur dort, wo es nicht bemerkt werden kann. Sonst muss viel hin- und hergerannt oder mit Seilen als Ausrichtungsschnur gearbeitet werden.
Und dann kann es endlich losgehen:


Schritt 1 ist, die Stämme zu holen, passend zuzusägen, Äste entfernen und sie dann so zu legen, dass zwei parallel liegen und einer gegenüber in der Mitte der beiden anderen. Die dünneren Enden liegen dann in der Mitte nebeneinander - sie bilden später den Knotenpunkt. Das Seil wird dann mehrfach um die Balken gewickelt (Beginn oben). Am Ende werde dann die Überkreuzstellen nochmals mehrfach umwickelt, damit der Knoten stramm sitzt (unten).



Dann werden die beiden bisher parallel liegenden Beine gespreizt und so gelegt, dass ihre dicken (später unteren) Enden vor den für sie gegrabenen Löchern liegen. Auch für das dritte Bein ist schon ein Loch vorbereitet, das aber vom Bein weit entfernt ist. Oben: Der gespreizte Knoten. Unten: Foto in die andere Richtung mit den beiden Beinen vor ihren Löchern. In der Mitte erkennbar das Loch für das dritte Bein.



Nun wird ein langes Zugseil befestigt. Auf dem Bild geschieht das an einem der beiden Beine direkt unter dem Knoten. Inzwischen ist klar, dass es besser geht: Das Seil wird ca. 1m vor dem unteren (dicken) Ende des nach hinten liegenden Stammes befestigt.
Die Mehrzahl der mithelfenden Personen postiert sich am Knoten, einige ziehen das Zugseil stramm. Dann geht es los:


Der Knoten wird angehoben (oben). Das Zugseil spielt noch keine Rolle, weil der Winkel dafür zu flach ist. Dann den Knoten so hoch wie möglich, um dann (kleinere Leute jeweils nach vorne) die drei Beine des Turms Zentimeter für Zentimeter hochzudrücken (unten). Nun kann auch schon am Seil gezogen werden, weil der Winkel immer besser wird. Hilfreich: Ein Balken mit Y-Aufsatz für Pausen - unter Stamm stellen.



So geht es weiter Zentimeter um Zentimeter. Oft stockt es, weil der Kraftaufwand hoch ist. Dann auf Kommando drücken und das Ganze ruckweise aufrichten. Zurückfallen kann der Turm nicht, da das hintere Bein nachgezogen wird und immer wie eine Sicherung wirkt. Wichtig noch: An den unteren Enden der Beine sind kleine Seile (Ruckelbänder) befestigt, an denen die Richtung der Beine korrigiert werden kann. Sie sollen ja in die Löcher rutschen.



Am Ende steht der Turm fast aufrecht. Die Hauptzuglast kommt jetzt über das Seil, weil dieses nun einen besseren Kraftansatz hat, während das Hochdrücken der Turmbeine kaum noch geht. Deshalb sollten im Laufe der Zeit Leute von den Turmbeinen an das Seil wechseln.

Achtung: Test ergaben, dass die Kraft des Zugseils besser genutzt wird, wenn dieses am hinteren Ende befestigt wird, also am Fuß des dritten Turmbeines. Das Seil muss dann entsprechend länger sein und dort am Fuß so befestigt werden, dass es nicht abrutscht, andererseits aber auch noch nach dem Einlochen bzw. direkt vor dem Moment des Einlochens entfernt werden kann. Wichtig dann: Das Zugseil muss durch eine Führung genau mittig zwischen den beiden vorderen Turmbeien laufen, um das hintere nicht seitlich wegzuziehen. Dafür hilft ein Querseil in ca. 1m Höhe zwischen den vorderen Beinen, das in der Mitte eine Schlaufe hat (dort Zugseil durchziehen).


Dann: Vorsicht! Kurz vor dem Einlochen des hinteren Beines erstmal Stoppen. Es besteht die Gefahr, dass durch hektisches Ziehen am Seil der Turm zu weit gezogen wird und dann Richtung Seil rüberkippt. Den letzten Meter vorsichtig und in Etappen vollziehen. Oft reicht es, wenn eine Handvoll Menschen am letzten Bein dieses direkt in das Loch hineindrückt.


Zusatzhebel für den hinteren Stamm (geht nur auf festem/trockenem Boden, sonst gräbt er sich nur in den Schlamm): Um mehr Kraft anwenden zu können, gibt es noch die Möglichkeit, den oben auf dem Foto abgebildeten hinteren Stamm (der nachgezogen wird) durch einen Hebel zum Knotenpunkt und nach oben zu drücken. Dazu wird ein Hebel gebaut und in ca. 30-50 cm vom unteren Stammende entfernt ein Querbalken befestigt (z.B. Gurt über Kreuz gebunden). Der Hebel hat zwei Beine und zwei Querhölzer (ähnlich einer Leiter mit zwei Sprossen). Das obere Querholz steht beidseitig über - dort können dann zwei möglichst gleich große Personen anfassen und den Hebel drücken, wenn er unten über das Stammende gestellt wird und die Hebelbeine gegen das am Stamm befestigte Querholz drücken. Dann immer nachfassen und neu drücken. Es ist an dieser Stelle dann keine weitere Person nötig. Wichtig: Kurz vor dem Loch muss das Querholz abgebaut werden, sonst fällt der Stamm nicht in das Loch!

Alternative für schlammigen/sandigen Boden: Querbalken (ca. 2 m lang) in 1,50m Höhe (bzw. optimaler Tragehöhe, also ca. Brusthöhe von vier ungefähr gleich großen Leuten) am hinteren Balken festgurten und dort mit vier Leuten heben. Das ist auch gut für die letzten Meter und das Einlochen. Dann braucht am Seil gar nicht mehr gezogen zu werden.




Irgendwann dann ist fertig. Der Turm kann geschmückt werden, zudem können durch Querstreben Auflagepunkte für eine Plattform geschaffen werden. Dieser Turm diente keiner Besetzung, sondern stand auf dem Camp der Aktion "Gendreck weg!" im Jahr 2008 - unter anderem als Blickfang neben der Bühne (unten).


Türme im Vergleich: Hinten ca. 12m (von Hand aufzurichten), mitte 17m (mit Traktor oder LKW hochgezogen), vorne Doppelstockturm (Hand)

Anwendungen
Sieben Feldbesetzungen in zwei Monaten: Der Widerstandsfrühling auf Genfeldern 2008 brachte viele Türme zum Einsatz.

bei Facebook teilen bei Twitter teilen

Kommentare

Bisher wurden noch keine Kommentare abgegeben.


Kommentar abgeben

Deine aktuelle Netzadresse: 54.161.71.87
Name
Kommentar
Smileys :-) ;-) :-o ;-( :-D 8-) :-O :-( (?) (!)
Anti-Spam