Kritik der Konsumkritik

EIN BISSCHEN DENKSTOFF ...

US-Fans, Eurofanatiker und Kriegsgegner drehen am gleichen Rad: Schafft ein, zwei ... viele Kriegsgründe!!!?


1. US-Fans, Eurofanatiker und Kriegsgegner drehen am gleichen Rad: Schafft ein, zwei ... viele Kriegsgründe!!!?
2. Krieg als Alltag ...
3. Zitate zu guten Kriegen

Eigentlich ist es ohnehin nichts Neues: Kriege sind Alltag! Das wird in Deutschland gerne übersehen - obwohl auch deutsche Truppen schon recht lange wieder beim blutigen Geschäft dabei sind. Aufgeschreckt wurden viele erst, als auch deutsche Bomber aus der Höhe ihre mörderischen Geschosse fallenließen und so der Krieg auch offensichtlich wurde. Zudem fand er fast vor der Haustür statt. Deutsche Kampfjets sausten 1999 gen Balkan.
Danach ging es Schlag auf Schlag: 2001 Angriff auf Afghanistan, 2003 der Irakkrieg. Hier versuchte sich die Bundesregierung in etwas Neuem: Mitmachen und dagegen sein! Der Wahlkampf wurde mit der Absage an den Krieg gewonnen, tatsächlich aber wurde alles getan, den Krieg zu ermöglichen. In der üblichen Gläubigkeit gegenüber Medien und offizieller Propaganda machte sich bei vielen Deutschen eine plötzliche Friedenssehnsucht breit und Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße - jedenfalls wenn die Eliten der Friedensbewegung einluden. Ansonsten gingen alle ihrer normalen Tagesbeschäftigung nach. Der Krieg fand auf dem Bildschirm statt. Deutsche Militärpolitik, u.a. die gerade durch den Irakkrieg angeheizte Diskussion um eine europäische Aufrüstung, blieb verborgen.

Kriegsbereites Europa, kampffähige UNO
Die zur Zeit in Abstimmung befindliche EU-?Verfassung hat es in sich. Die militärische Schlagkraft wird beschworen und alle Mitgliedsländer werden gezwungen (!), aufzurüsten. Europäische Kampfverbände, auch gemeinsame Truppen eines in den Kriegsparagraphen bereits genauer beschriebenen Kerneuropa, sind wichtiger Gegenstand der Verfassung. Bei der UNO geht es ähnlich zur Sache, die soll robust ausgebaut werden. Besetzungen und Kriege sollen nur mit UNO-?Mandat erfolgen - gemeint ist da in der Regel der Sicherheitsrat, wo die mächtigen Nationen eine klare strukturelle Dominanz haben. Die soll sogar noch ausgebaut werden, z.B. indem Deutschland auch an dieser Stelle wieder an die Hebel der Macht zurückkehrt.

Ein anderer Krieg ist möglich!
Die Forderungen aus den meisten Friedensgruppen richten sich zwar gegen die jeweils aktuellen Kriege oder auch mal gegen konkrete Militärstandorte, die eigenen Vorschläge aber laufen geradewegs auf neue Kriegsgründe hinaus.

  • Internationaler Staatsgerichtshof: Wenn ein Gericht verurteilen soll, muss es auch Strukturen geben, die die "TäterInnen" herausschaffen. Was im nationalen Rahmen die Polizei ist, kann international nur eine Truppe sein - UNO-?Truppen, nationale Truppen oder die NATO. Der Staatsgerichtshof wäre dann nur eine neue Kommandozentrale über die Frage, wo Angriffe erfolgen.
  • Schurkenstaaten stoppen: Wer "Steueroasen schließen" ruft, fordert autoritäre Durchgriffe gegen Nationen wegen unflätigen Verhaltens. Das ist ähnlich der Benennung von Schurkenstaaten durch die US-Regierung.
  • Umweltschutz, Menschenrechte, Frieden, Gerechtigkeit ... Bomben müssen fallen auch in den Konzepten der herzensguten, aber oft verstandesarmen FriedensfreundInnen. Andere sind da ehrlicher, aber auch brutaler: Antideutsche Gruppen lechzen inzwischen nach Blut und sehen in Panzern antifaschistische Aktionen und in Kampfjets lebendigen Kommunismus.

Völkerrecht statt Menschenrecht
Eine bemerkenswerte Wandlung nimmt auch der Rechtsbezug. Zwar werden Bombenabwürfe und der Tod vieler Menschen teilweise noch mit dem Bezug auf Menschenrechte legitimiert, häufiger aber gilt als unumstößliche Rechtsgrundlage das Völkerrecht. Angesichts dessen, dass Völker konstruierte Massen sind und nur durch Obrigkeit eine Stimme bekommen, bedeutet Völkerrecht die Anerkennung eines juristischen Selbstzwecks der Regierungen. Sie, nicht die Menschen, werden durch Kriege bedroht oder gefördert. Kommen die konkreten Menschen zu Schaden, sind sie "Kollateralschäden". Sie haben keine Stimme, nicht mal einen Zweck im Machtpoker der angreifenden und gegenangreifenden Regierungen, denen es immer um ihre Macht und nie um die Menschen geht. Weder im angegriffenen noch im eigenen Land.

No law, no war!
Die Existenz von Völkern und Nationen als Konstrukte mit Interessen sind die Basis für Kriege. Kämpfe werden nicht zwischen den Menschen, sondern zwischen kollektiven Identitäten geführt. Recht und Gesetz als Manifestation des Staatlichen und der Repräsentation von Volk verhindert nicht Kriege, sondern bildet den Rahmen, oft sogar das (vorgeschobene) Motiv. Dem Krieg die Basis zu entziehen, muss die Aufhebung dieser Grundlagen bedeuten. Jeder Schritt dahin kann wichtig sein: Die Grenzen öffnen, Militärstandorte und -strukturen schließen, Kriegsfähigkeit reduzieren. Nationale und völkische Orientierungen müssen ebenso verschwinden wie die Einsatzkommandos für Kriege.

Anmerkungen:

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