Direct-Action

WAS IST DIE PROJEKTWERKSTATT?

Projektwerkstatt - Ein Kurzüberblick


1. Projektwerkstatt - Ein Kurzüberblick
2. Was soll das Ganze? Ein Versuch, die Projektwerkstatt zu beschreiben ...
3. Was bieten die vielen Räume und Werkecken?
4. Haus, Räume und Ausstattung mitgestalten
5. Kein "Schöner wohnen" in der Aktionsvilla Kunterbunt! Aber Platz zum widerständigen Leben!
6. Raus aus dem eigenen Sumpf - das Haus als Sprungbrett ins Drumherum
7. Formales, weitere Infos und der PGP-Key
8. Spenden, Ausstattung, Finanzen ...

Dies ist die Eingangsseite zur Projektwerkstatt in Saasen (www.projektwerkstatt.de/saasen). Die Links hier drüber führen zu den zugehörigen Themen, weitere Seiten zur Projektwerkstatt sind über das Menü oben unter Saasen/GI/Mittelhessen --> Projektwerkstatt Saasen zu erreichen. ++ Gesamtübersicht "Projektwerkstatt Saasen"



kleines Bild

Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen ++ saasen@projektwerkstatt.de ++ Info- und Kontaktformulare

06401-903283 (mit AB), Fax 03212-1434654 ++ www.projektwerkstatt.de/saasen

Seminare, Trainings, Vorträge usw. im Winter 2018/2019


Der (Haupt-)Sinn des Ganzen: Plattform für Aktionen und Projekte

Ständig und sich auch immer verändernd werden in den Räumen der Projektwerkstatt Projekte und Aktionen organisiert. Dabei handeln die jeweils aktiven Menschen nach ihren Ideen. Es gibt keine Chef*innen, kein Plenum - nur den Wunsch nach Kooperation der Unterschiedlichen, auf Augenhöhe. Viele regionale und überregionale Aktionen wurde aus der Projektwerkstatt angestoßen, hier entwickelt oder unterstützt, angefangen von Umsonstladen und UmsonstZug in Gießen, Aktionen gegen Strafe, Zwangspsychiatrie und Knäste, ganze Serien von Aktionen, Recherchen und mehr zu Themen wie Agrogentechnik, Braunkohle oder den Hype um Martin Luther, dazu viele Vorträge, Workshops und Seminare in verschiedenen Städten, Veröffentlichungen und Doku-Filme. Da die Projektwerkstatt ein Haus ist und keine Gruppe, steht auch nicht die Projektwerkstatt hinter den Aktionen, sondern es sind jeweils Menschen, die die Werkstätten für die Vorbereitung nutzen, von hier aus agieren und hier die nötigen Mitteln für wirksame Aktivitäten finden. Folglich ist den Aktionen nicht anzusehen, welchen Anteil das Planen, Werkeln und Üben in der Projektwerkstatt hat. Genau messbar ist der auch nicht, doch ohne das die "Villa Kunterbunt des kreativen Widerstandes" wäre die Agrogentechnik in Deutschland wohl kaum gescheitert, der Braunkohlewiderstand nicht oder langsamer entstanden, hätte die Methodensammlung "HierarchieNIE!" bestehende Hierarchien nicht bedrängt, wären Selbst- und Laienverteidigung vor Gericht, Ideen kreativer Antirepression und viele Methoden der Direct Action hierzulande noch weitgehend unbekannt.



Widerstand und Vision verbinden

Wie ein roter Faden zieht sich die Idee einer herrschaftsfreien Welt durch viele Projekte und Ideen der Menschen im Umfeld der Projektwerkstatt. Und auch das Haus selbst soll das ausstrahlen. Für viele ist das Mitmachen in den normalen Formen von Politik unvorstellbar, bedeutet es doch die Akzeptanz von Macht, das Mitmischen an den Tischen der Reichen und Privilegierten - immer verbunden mit der Gefahr, selbst zu korrumpieren, sich anzupassen.

Im Laufe der Jahre hat sich in und um die Projektwerkstatt eine bunte Mischung aus Theorie und Praxis herausgebildet, die auch das Besondere ist, denn die Verbindung zwischen beidem ist äußerst selten. Politische Bewegung hat einige Strömungen, die sich viel mit Theorie auseinandersetzen - aber das sind meist Leute mit gutem Einkommen, oft beim Staat angestellt, die dann in ihrer Freizeit ihre Theorien aufstellen, ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken, daraus eine Praxis folgen zu lassen. Umgekehrt gibt es viele, vor allem jüngere Menschen, die mit Elan gegen Nazis, Kriege oder Autobahnen zu Felde ziehen, radikale Parolen brüllen und manchmal sogar für eine kurze Zeit ihren Alltag zu ändern versuchen. Die meisten von ihnen sollte aber niemand fragen, was genau sie kritisieren und welche andere Welt sie sich vorstellen ...

Die Projektwerkstatt soll ein Ort sein, in der sich beides verbindet - mit dem Ergebnis von Aktionen, die viel Inhalte vermitteln, und einer Auseinandersetzung mit theoretischen Fragen, die in praktischer Umsetzung mündet.




  • Praxis: „Direct Action“ ist die bekannteste Form von politischer Praxis, die mit der Projektwerkstatt in Verbindung gebracht wird - von Medien, Politik und Polizei, die nicht begreifen können, dass die Projektwerkstatt ein Haus ist (noch dazu ein offener Raum), das nicht selbst Aktionen machen kann). Aber die Menschen hier können und finden dafür eine perfekt ausgestattete Aktionsplattform. Straßentheater, Kommunikationsguerilla, Besetzungen, Störaktionen, Sabotage und vieles mehr macht den Reigen dessen aus, was zu „Direct Action“ gehört. In der Projektwerkstatt vorbereiten, basteln und üben - draußen dann loslegen (www.direct-action.tk).

    Andere Formen unserer Praxis sind der ökologische Alltag, die Selbstorganisierung vom Essenbeschaffen bis zum Ausbau des Hauses und die Entwicklung bzw. Anwendung hierarchiemindernder Gruppenverfahren (siehe www.hierarchnie.tk und www.alltagsalternativen.tk). Die besondere Kunst ist, all das zu verbinden. Mitleben und Aktivsein in der Projektwerkstatt heißt, es volle Pulle zu versuchen mit dem Umstieg in ein selbstbestimmten Leben und den Widerstand gegen das Grauen der kapitalistischen Welt.

  • Theorie: Unsere Ton-Bilder-Schauen "Monsanto auf Deutsch" und "Fiese Tricks von Polizei und Justiz", die Trainings zu kreativen Aktionsformen oder offensivem Umgang mit Polizei und Gerichten sind inzwischen ebenso Klassiker wie einige der Bücher aus unserem nicht-kommerziellen SeitenHieb-Verlag. Viele unserer Themen sind unscheinbarer. Wir greifen Fragestellungen auf, die in der Gesellschaft (noch) wenig beachtet werden, z.B. die Kritik an Gefängnissen und Zwangspsychiatrie oder die Theoriearbeit zu Erscheinungsformen von Herrschaft und Möglichkeiten, diese zu überwinden. Daraus sind Vortragsangebote, Seminare, Internetseiten und viele Veröffentlichungen hervorgegangen - geschrieben, layoutet und mitunter sogar gedruckt in der Projektwerkstatt. Die Gruppe Gegenbilder hat hier ihr "Freie Menschen in freien Vereinbarungen" erarbeitet, später erschienen das Utopie-Buch "Autonomie & Kooperation" und die kleine Reihe "quadratisch. praktisch. theoriestark" (mehr Infos unter www.herrschaft.tk und www.aktionsversand.tk).




Zu all diesen Themen bieten Menschen aus dem Umfeld der Projektwerkstatt an, bei Diskussionen dabei zu sein, Vorträge oder Lesungen zu machen, vor allem aber in Trainings und Seminaren das Wissen weiter zu geben und zu üben. Eine Übersicht findet sich auf www.vortragsangebote.tk.



Organisierung von unten

Eine direkte Verbindung von Theorie und Praxis schaffen die Diskussion um die Strategien politischer Bewegung und die Entwicklung hierarchiemindernder Formen der Organisierung. Die harte Kritik an Protestformen, die sich an die Regeln der normierten Gesellschaft halten (Parteigründungen, Hauptamtlichenapparate, kommerzielle Ausrichtung von Protest, Orientierung auf Legalitätsgrenzen usw.), und an internen Hierarchien in politischen Gruppen hat zwischen vielen aktiven Menschen im Umfeld der Projektwerkstatt und den Eliten politischer Organisation deutliche Konflikte heraufbeschworen. Bei den in der Projektwerkstatt bevorzugten und zum Teil selbst entwickelten Formen der Organisierung von unten geht es mehr um horizontale Kooperation, um Kreativität und Selbstbestimmung auch in den eigenen Strukturen. Praktisch zeigt sich das schon in der Architektur des Hauses, welches auf OpenSpace- und andere Methoden ausgerichtet ist, aber auch im Verzicht auf zentrale Entscheidungsfindung, Räume und Geräte ohne Schlüssel und Passwörter usw. (siehe www.hierarchnie.tk).



Das (Zusammen-)Leben im Haus: Aktiv, kreativ, widerständig ... und auch schwierig

Archive, Werkstätten, Gruppenräumen - das prägt das Haus. Aber es ist auch Platz für Menschen, die hier länger bleiben wollen - zwei Tage, eine Woche oder auf unbestimmte Zeit. Privaträume und -besitz sind aber auch hier nicht angesagt. Wer auf so etwas steht, findet Millionen dafür passender Räume auf der Welt. Die Projektwerkstatt ist ein Ort zum Aktivsein. Damit er das auch bleibt, sollen finanzielle Abhängigkeiten und organisatorische Einbindung in größere Strukturen vermieden werden. Das klappt in der real-kapitalistisch/herrschaftsförmigen Welt nicht von selbst. Die Menschen, die in der Projektwerkstatt agieren, müssen es daher schaffen, mit eigenen Ideen und Willen, aber auch mit Hilfe eines solidarischen Umfelds das Haus und die Ausstattung aufrechtzuhalten, besser noch weiterzuentwickeln. Vom täglichen Essen über die jährliche Heizholzmenge bis zu den verbleibenden Kosten für Müll, Wasser, Telefon usw. gilt es, eine gut funktionierende Versorgung hinzubekommen. Dabei sollen alle Beteiligten „horizontal“ zueinander stehen, also weder die einen mehr zu sagen haben noch die anderen sich der Sorge um das Haus und seine Abläufe entziehen.

Das hat, zugegeben, in der Vergangenheit immer nur phasenweise gut geklappt. Eine Extra-Seite erzählt Euch die Hoffnungen, die Versuche, das oftmalige Scheitern und die Pläne für die Zukunft ...



Umweltgerechtes Haus

Und das auch noch - voll die Öko-Villa Kunterbunt. Das aber hat einen klaren Grund, denn die Projektwerkstatt ist vor langer Zeit (1990) aus den damals noch bestehenden radikalen, d.h. herrschaftskritischen Teilen der Umweltbewegung heraus entstanden. Die Konsequenz im Alltag und das Engagement für eine lebenswerte Umwelt sind bis heute geblieben, auch wenn es längst nicht mehr das einzige Thema ist. Das Haus wurde mit umweltverträglichen oder von anderer Stelle wiederverwerteten Stoffen aufgebaut, die Nahrung kommt von Bio-Bauern oder aus dem, was andere wegwerfen. Widerständig wurden Menschen gegen Umgehungsstraßen, Genversuche, Golfplätze und Müllverbrennung. Da die meisten Umweltgruppen sehr regierungsnah sind, haben wir nur wenig Partner aus dem Ökobereich. Das Haus ist aber offen für alle - die große Bibliothek könnte ökologisch Interessierte reizen, denn immer noch bilden die Bestände zu Umweltthemen einen großen Teil in den vielen Regalen.



Bücher, Broschüren, Filme und inzwischen ein eigener kleiner Verlag

In der Projektwerkstatt sind über 50 Filme, Bücher, Reader, Broschüren und CDs entstanden, darunter der fast legendäre Direct-Action-Kalender und einige bekanntere Bücher wie "Monsanto auf Deutsch", "HierarchNIE!" oder "Freie Menschen in freien Vereinbarungen". Die meisten Bücher, DVDs, CDs, Reader, Zeitschriften, manchmal sogar Postkasten oder T-Shirts, waren aber eher das (wichtige!) Begleitmaterial zu Aktionen und Kampagnen, fanden sonst aber eher weniger Beachtung. Eine Übersicht mit Bestellformular gibt es unter www.aktionsversand.tk Alle dort genannten Materialien sind auch in der Projektwerkstatt und im Gießener Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26) direkt zu bekommen.

Da selbst kleine und politische orientierte Verlage in der Regel auf Profit ausgerichtet sind, ihre Bücher mit Copyrightvermerken versehen und Autor*innen zwecks Verkaufserfolgt zu populistischen Orientierungen drängen, haben einige Aktivistis aus dem Umfeld der Projektwerkstatt im Jahr 2006 den nicht-kommerziellen Verlag SeitenHieb gegründet, der alle Bücher unter freien Lizenzen und zu Selbsteinschätzungspreisen vertreibt.



 Bücher, DVDs aus der Projektwerkstatt (Auswahl):



















Wir wollen eine andere Welt: Stress mit denen, die die alte gut finden und verteidigen ...

Ein Haus wie die Projektwerkstatt ist vor allem denen ein Dorn im Auge, die zu den Privilegierten gehören. Darum haben Polizei, Behörden und Justiz viele Jahre lang versuch, das Projekt einzuschränken und die aktiven Menschen hinter Gitter zu bringen. Ob Richter*innen, PolitikerInnen und vor allem Polizeitrupps - aus allen Kasten haben schon mal welche Projektwerkstatts-Aktive bedrängt, beschimpft, mitunter sogar verprügelt (ja - selbst Politiker*innen und Richter*innen machen so etwas!). Über absurde Erfindungen von Straftaten bis zu einem Haufen von Gerichtsverfahren ließen die Staatsgewaltmonopolisten keine Gelegenheit aus - bis sie es, weil die Wirkung ausblieb, übertrieben. Am 14. Mai 2006 ließen der damalige Innenminister Volker Bouffier und seine Schergen Menschen aus der Projektwerkstatt festnehmen. Die ihnen vorgeworfenen Straftaten konstrierten sie der Einfachkeit halber selbst. Die Sache flog aber auf und ging dann nach hinten los - bis in den hessischen Landtag wurde die Federballaffäre diskutiert. Seitdem herrscht viel Ruhe, denn die Polizei muss mit dem Makel leben, nachweislich Straftaten erfunden und wissentlich Unschuldige festgenommen zu haben - auf Geheiß von ganz oben. Zu den "Fiesen Tricks von Polizei und Justiz" sind eine Ton-Bilder-Schau und ein Buch entstanden. Mehr Infos zu kreativem Umgang mit Repression unter www.antirepression.tk und zu Polizeihandeln in Mittelhessen unter www.polizeidoku-giessen.tk.

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