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MORAL & RELIGION

Entwertung aller Werte


1. Entwertung aller Werte
2. Religion
3. Wahrheit und Subjektivität
4. Wahrheitsliebe von "links", Anarch@s und anderen
5. Links

Lao Tse
Warum lehnt Lao Tse die Moral ab? Die Moral befiehlt. Sie kennt das Müssen, sie will Normen und Regeln. Jedoch erreicht sie durch Normen und Regeln das Gegenteil von dem, was sie vorgibt zu erreichen. Denn je mehr Normen es gibt und je stärker sie verankert sind, desto mehr Verbrecher und Banditen wird es geben, denn es liegt in der Natur gegen Zwang und Verpflichtung jeder Art anzugehen. Und der moralische Zwang ist der schlimmste. Darum ist die Moral arm und oberflächlich: den Menschen Vorwürfe machend kämpft sie mit einem stumpfen Schwert und erreicht das Gegenteil von dem, was sie wünscht. Da hilft kein wildes Gestikulieren. Sie leuchtet nicht ein. Wir beobachten das die Moral besonders in Zeiten der Dekadenz erblüht. Wenn die Menschen aufhören eine natürliche und gütige Art zu haben. Wenn das geschieht, keimt der Samen der Moral. Wenn es zwischen den Verwandten keine Einigkeit gibt, beginnt das Müssen für die Kinder.

These: Jedes höhere Gebot ist wider der Emanzipation des Menschen: Gott, Norm, Gesetz, Moral, Sinn des Lebens, Werte, Naturgesetz.

Das letzte Worumwillen

Aus einem Text von Frieder Otto Wolf in der Freitag, 23.12.2005 (S. 19)
Doch ist das alles notwendig? Es muss zunächst festgehalten werden, dass der Diagnose des Nihilismus ein alter philosophischer Fehlschluss zugrunde liegt, der bis auf Platon zurückgeht: Es ist der durch gar nichts begründete Übergang von der richtigen Aussage, dass jedem Handeln ein "letztes Worumwillen" zugrunde liegt, ein Oberzweck, ohne den es als Handeln gar nicht zustande käme, zu dem Postulat, es müsse ein "höchstes Gut" geben, das jedem menschlichen Handeln einen Sinn gibt. Der Denkfehler in Platons höchst einflussreicher Theorie vom "höchsten Gut", die dann über die Behauptung seiner Göttlichkeit zur Grundlage einer ganzen Philosophentheologie geworden ist, liegt in der Unterstellung, alle anderen, nicht auf dieses "höchste Gut" gerichteten menschlichen Handlungen seien offensichtlich bloß instrumentell – und daher sinnlos, ohne eigenen Sinn. Wir könnten diese Auffassung auch umgekehrt positiv formulieren: "Alles bezieht seinen Sinn daraus, dass das höchste Gut existiert." ...
Der Nihilismus bringt nur die Entwertung menschlichen Eigensinnes zum Vorschein, die bereits zu den Voraussetzungen jedenfalls dieses philosophischen Theismus gehört. In Kulturen, die eine derartige theistische Entwertung des menschlichen Sinnes nicht kennen, kann dagegen kein Nihilismus funktionieren. ...
Die nietzscheanische Formel des Nihilismus knüpft aber auch an diesen anderen Aspekt des Christentums an, indem er das Verbot in den Vordergrund rückt: Wenn alles erlaubt, weil nichts verboten ist, dann ist auch alles sinnlos und nichts sinnvoll. Das setzt ein autoritäres Verständnis von menschlichem Sinn voraus: Ohne autoritative Unterscheidung zwischen Verbotenem und Erlaubtem, zwischen Gebotenem und Freigestelltem können individuelle Menschen keinen Sinn in ihren Handlungen finden. ...
Der junge Herder hat es bereits mit aller wünschenswerten Klarheit ausgesprochen: Gesellschaften oder Kulturen, die für ihre Orientierung darauf angewiesen sind, von ihren Traditionen zu leben, weil sie keinen neuen Sinn mehr für sich "(er)finden" können, stehen bereits kurz vor dem Untergang.


Angst vor der Entwertung der Werte

Klaus Blessing in: Maurer, Ulrich/Modrow, Hans (2006), "Links oder lahm?", Edition Ost in Berlin (S. 31)
Dabei werden alle ethischen, moralischen, kulturellen Werte zerstört. Ein Verfall der Gesellschaft ist die Folge.

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