Projektwerkstatt

DER HEIMLICHE LEHRPLAN

Rollenklischees in Schulbüchern


1. Geschlechtersozialisation in der Schule
2. Die Geschlechterhierarchie in der Schule
3. Versteckte Diskriminierung von Mädchen im Schulalltag
4. Rollenklischees in Schulbüchern
5. Literaturverzeichnis

Schulische Medien bilden die primäre und offensichtlichste Quelle für die Beschreibung des kulturellen Inhalts eines Bildungswesens. Schulbuchuntersuchungen helfen bei der Suche nach geschlechtsdifferenter Sozialisation. Insbesondere die Sichtweisen vom Verhältnis der Geschlechter, die sich -in den Unterrichtswerken durch Texte und Bilder, in Redewendungen, Symbolen und Zeichen artikulieren und weitervermitteln können als weitere Aspekte des heimlichen Lehrplans" betrachtet werden. Wenn Frauen in Schulbüchern auftauchen, so werden sie überproportional häufig im häuslich-familiären Bereich dar gestellt, das heißt vorrangig mit Haushalt und Kindererziehung beschäftigt, während sich Mann-Sein in Berufsorientierung äußert. Doch spiegelt dieses Frauenbild weder die Lebensrealität von Frauen wider, noch enthält es emanzipatorische Ansätze, da die Darstellungen vernachlässigen, daß Frauen zu 39 % erwerbstätig sind. Diese Daten stammen aus dem Jahr 1991, es ist zu erwarten, daß die Zahl der erwerbstä tigen Frauen weiter angestiegen ist. Bezüglich sexueller Rollenerwartungen ist anzumerken, daß Homosexualität in den wenigsten Schulbüchern auch nur erwähnt wird, im Biologieunterricht zudem meist verschwiegen wird. Ergebnisse des heimlichen Lehrplans.

Werden die Ergebnisse der bis herigen Untersuchungen zusammengefaßt, so läßt sich die schulische Situation von Mädchen als prekär charakterisieren: Im Curriculum können sie sich nur schwer wiederfinden, Funktionsträgerinnen in der oberern Schulhierarchie, mit denen sie sich identifizieren können, gibt es nicht viele. Die Schule fördert die intellektuellen und kreativen Fähigkeiten der Mädchen weniger als diejenigen der Jungen. Damit trägt die Schule dazu bei, daß Mäd chen subjektiv ihre Position in der Geschlechterhierarchie als Unterlegene verinnerlichen. Der heimliche Lehrplan vermittelt somit ein zweigeschlechtliches kulturelles Sinn- und Wertesystem, das nur die Seite des männlichen Geschlechts explizit und positiv thematisiert

Rexi Weller

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