Projektwerkstatt

SOZIALRASSISTEN UND HETZER IN DEN MEDIEN

Gießener Allgemeine gegen FeldbesetzerInnen (Frühjahr 2008): Tritte, Lügen, Hetze


1. Presse fordert Ausgrenzung von "Randgruppen"
2. Lügen und Hetze vom Stadtredaktionschef der Gießener Allgemeine
3. Fallbeispiele manipulierender Medien
4. Pressehetze gegen Politgruppen, vor allem die Projektwerkstatt
5. Gießener Allgemeine gegen FeldbesetzerInnen (Frühjahr 2008): Tritte, Lügen, Hetze
6. Überall: Presse im Dienst der Herrschenden

In der Nacht vom 30. auf den 31. März 2008 wurde das Gengerstenfeld in Gießen besetzt (Bericht hier ...). Neben den neoliberalen Frontblättern FAZ und Welt wurde die Gießener Allgemeine zur Speerspitze der Hetzer gegen die Aktion. Hauptakteure: Stadtredakteur Sippel und sein Chef, Guido Tamme.
  • Am Tag nach der Besetzung erschien Sippel am Feld. Er wollte es nicht betreten, weil er sich seine Schuhe dann dreckig machen würde - interessante Grundeinstellung eines Redakteurs, der über eine Ackerbesetzung berichten soll. Als er von einem Feldbesetzer deshalb gehänselt wurde, trat er zu - mit voller Wucht drosch er mit seinem Schuh ins Gesicht des Besetzers. Besonders peinlich: Er lief dann "Polizei, Polizei"-schreiend weg und unterhielt sich fortan nie mehr mit den Feldbesetzern.
    Anmerkung: Die Polizei stand tatsächlich in der Nähe und beobachtete das Geschehen. Und rührte sich nicht.
  • Die absurdeste Diffamierung: Allgemeine-Reporter Sippel, der vorher schon durch brutale Gewalt gegen einen Besetzer (Fußtritt ins Gesicht) auffiel, erfand eine Mordgeschichte gegen Bienenvölker (siehe unten). Doch das Foto zeigt: Die Bienen leben. Tatsächlich hatte eine Person mehrere Sachen beschädigt, darunter auch die Bienenstöcke. Während Wachschutz und Unileitung untätig blieben, organisierten die FeldbesetzerInnen eine Rettungsaktion für die Bienen - mit Erfolg, wie zu sehen ist (oben). Die Polizeimeldung vom 11.4.2008 steht im Verdacht, von der Gießener Allgemeine selbst erfunden worden zu sein, um ihre Lügen zu decken. Sie erschien fünf Tage nach dem Vorkommnis und drei Tage nach dem ersten Text mit Foto (8.4.2008). Auf der Presseseite der Polizei fehlt sie.
  • Als alles vorbeiwar, ließ Sippel nochmals einige Sprüche vom Stapel. Sein Bericht drückte auf die Tränendrüse einer armen Universität. Sein Hauptthema war der teilzerstörte Zaun um das Gelände: " Den materiellen Schaden am Feld konnte die Universität gestern noch nicht beziffern. Er dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Unter anderem haben die selbst ernannten "Aktivisten" auf etwa 20 Meter Länge einen Zaun eingerissen, der nun erneuert werden muss. Die Hochschule hat gegen die Besetzer Strafanzeige erstattet. Ob sie sie auch für die Schäden zivilrechtlich zur Rechenschaft ziehen will, ist offen. "Wir behalten uns diesen Schritt vor", sagte Sprecherin Christel Lauterbach gestern. Im anderen Fall müsste dafür - wie bei den Feldzerstörungen in den beiden letzten Jahren - der Steuerzahler aufkommen." Von den AktivistInnen spracher von "selbst ernannten Aktivisten" (Gießener Allgemeine (24.4.2008).
  • Und auch Guido Tamme mochte da nicht fehlen - in seiner unnachahmlichen Art zog er im Wochenendkommentar über die BesetzerInnen her.
  • Nachspiel für Redakteur Sippel: Beschwerde an den Presserat wegen seiner Lügen (PDF)

Selbsternannter Rechtsexperte
Besserwisserei und Arroganz paaren sind in den samstäglichen Kommentaren von Guido Tamme (mitunter zusammen mit Armin Pfannmüller) in der Gießener Allgemeine (13.10.2012, S. 26). Ein beeindruckendes Beispiel war der Versuch, sich als Experte in Sachen Demorecht aufzuspielen. Anlass war, dass ein Grüner Stadtverordneter in Gießen an einer Demo teilnahm (was ja in der Tat eine Meldung wert sein könnte, dass Grüne sich politisch engagieren statt in Ausschüssen rumzulabern). Dazu Tamme/Pfannmüller: "Dass er vor einer Woche im Zuge dieses Protestes das Versammlungsrecht umging und sich an der Organisation einer unangemeldeten Demonstration beteiligte". Das werteten sie dann als "Verwirklichung eines Straftatbestandes" und mokierten sich zudem, dass der Grüne die Kontrolle der Personalien aller DemoteilnehmerInnen kritisierte. Kleine Nachhilfe für die sogenannten Journalisten: Eine Demo ist auch dann, wenn sie nicht angemeldet wird, trotzdem eine Demo. Die TeilnehmerInnen begehen weder eine Straftat noch eine Ordnungswidrigkeit. Folglich ist die Kontrolle ihrer Personalien rechtswidrig. Aber für Anhänger autoritärer Staatsideen ist alles rechtens, was der Machterhaltung dient.

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