Projektwerkstatt

GRATISZUG ZUM G8: RUHRPOTT - BONN - GENUA ... GESCHEITERT!

Zu den politischen Zielen des Gratiszuges


1. Inzwischen ist ein Zug ausgewählt ... hier die wenigen Fakten in Kurzform:
2. Inhaltlicher Aufruf
3. Zu den politischen Zielen des Gratiszuges
4. Mails mit Aktionsideen für den Zug
5. Entwurf für einen Brief an die Fahrgästeim Gratiszug
6. Gratiszug Bonn - Genua
7. Ich packe meinen Koffer
8. Infos
9. Weitere Übersichten, die wir empfehlen
10. Das klappte: Gratiszug Richtung Brüssel im Rahmen der Proteste zum EU-Gipfel Dez. 2001
11. Klappt nicht, hat aber erfolgreichere Nachahmungen!

Am 19.07. startet von Bonn aus der Gratiszug nach Genua zum Weltwirtschaftsgipfel (G8)

Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür, erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.

Die Gipfel sind die Repräsentations-Höhepunkte der G7 Staaten. Sie stehen für Sozialabbau und wirtschaftliche Liberalisierung, Abschottung gegenüber MigrantInnen, die wirtschaftliche, politische oder miltärische Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen gegenüber Ländern in Osteuropa und im Trikont, die Verwertung der Natur (Kyotoprotokoll) und anderes mehr. Als Kristallisationspunkt für eine übergreifende internationale Zusammenarbeit bietet sich der Widerstand gegen die G7-Gipfel an.
Unser Vorschlag ist, das Gratiszug-Konzept aufzugreifen, das in Frankreich und Italien erfolgreich praktiziert wird. So wollen wir an die Bewegungen in diesen Ländern anknüpfen und die Mobilisierung in Deutschland intensivieren und verbreitern.
Gratiszug fahren bedeutet, ohne Fahrschein den Zug zu benutzen und ohne jegliche Ausweispapiere vorzuzeigen, die jeweiligen Staatsgrenzen zu überqueren. Die Gratisnutzung der vorhandenen Infrastruktur verstehen wir als Angriff auf Profit und Eigentum. Die Verweigerung, sich beim Überschreiten der Staatsgrenzen auszuweisen, richtet sich gegen nationale Zugehörigkeit und rassistische Kontrollen.

Die Geschichte der Gratiszüge
Folgende Beispiele sollen zeigen, was wir an diesem Konzept interessant finden:
1500 Menschen aus Italien fuhren 1997 zum EU-Gipfel nach Amsterdam, ohne zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere. Der Zug wurde allerdings in Deutschland und in Amsterdam gestoppt. Bezahlt wurde nicht, ob Papiere gezeigt wurden wissen wir nicht.
Im März 1999 wurde in Frankreich und Italien zu einer europaweiten antirassistischen Demo anlässlich des dritten Jahrestages der Besetzung der St. Bernard-Kirche durch die Sans Papiers mobilisiert. Auch hier wurde der Versuch unternommen, aus Italien mit Gratiszügen ohne zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere nach Paris zu fahren. An der Aktion nahmen auch illegal eingereiste albanische Oppositionelle teil. 3000 Menschen aus Italien und Albanien wurden an der französisch-italienischen Grenze von 2000 CRS-Bereitschaftspolizisten gestoppt und an der Einreise gehindert. Zur Euromarschdemo gegen den EU-Gipfel in Köln reisten 1200 Menschen aus Frankreich in einem Gratiszug an ohne Kontrollen, ohne zu bezahlen, ohne Papiere, mit Erfolg. Für diesen Gratiszug wurde in Frankreich ein Jahr lang öffentlich mobilisiert.
Darüber hinaus wurde das Konzept auch in den Niederlanden und Grossbritannien aufgegriffen, dort wurde für Gratiszüge nach Köln mobilisiert.

An die Gratiszug-Idee wollen wir jetzt anknüpfen:
Das Gratiszugkonzept beachtet die Ausgrenzung von Menschen aufgrund nationaler Zugehörigkeit nicht. Gratiszüge sind ein Teil antirassistischer Praxis. Weil sie das Prinzip von Markt, Preis und Eigentum praktisch in Frage stellt. Damit wird das Prinzip des freien Zugangs zum gesellschaftlichen Reichtum für alle über das Prinzip des kapitalistischen Profits gesetzt. Weiter ist das Konzept international ausgerichtet, es wird in anderen Ländern schon praktiziert und wir können Verbindungen schaffen.
Wichtig ist uns eine öffentliche Mobilisierung. Wir wollen die Forderung nach einem Gratiszug durch eine Kampagne verbreiten und so auch das Bewusstsein für die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und den Widerstand in Europa schärfen.

Die Praxis...
...kann jedes einzelne Individuum in seinem Alltag praktizieren, aber nur gemeinsam mit vielen anderen als gesellschaftliche Perspektive verwirklichen:
Geplant sind Blockaden, inhaltliche Beiträge, Transparente, Flugblätter [Entwurf eines Briefs an die Mitreisenden (www.wurfsache/gratis/mitfahra-info.htm)], Pressearbeit, Gespräche mit den Fahrgästen im Zug und auf den Bahnsteigen,es werden den unorganisierten Fahrgästen Gratisickets geschenkt, Aktionen an den weiteren Zustiegsorten Koblenz, Mainz, Frankfurt-Flughafen (Abschiebe-Flughafen!!!), Mannheim und Karlsruhe.
Es soll auch den Arbeitenden in den Bahngesellschaften und den Unzufriedenen gezeigt werden, dass es Menschen gibt, die "Privateigentum" praktisch hinterfragen und handlungsfähig sind. und "dass nicht jeder Regelübertretung ein tödlicher Blitzschlag folgt."
In Genua anzukommen kann niemand garantieren.
Dass jedoch die skizzierte Handlungsoption besteht, zeigen die Erfahrungen mit dem Gratiszugkonzept der vergangenen Jahre in Frankreich und Italien.
Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür, erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.
Faktisch ist das Besteigen des Zuges der kritischste Moment der gesamten Aktion: deshalb ist es ratsam, sich in Bezugsgruppen zusammenzufinden und die eigene Einsatz- bzw. Risikobereitschaft schon vor der Abfahrt zu klären. Sich gemeinsam organisieren und Erfahrungen austauschen geschieht via Gratis-Mailingliste (lists.knup.de/gratis).

Ökologie
Im (nicht nur zeitlichen) Zusammenhang mit Genua steht die Klimakonferenz in Bonn: Sie soll die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls erreichen, das der Durchsetzung einer Vermarktung von Luftverschmutzungsrechten und der Konzentration dieser Rechte auf Staaten und Konzerne dient. Geplant ist eine massive Umverteilung von Produktionsmöglichkeiten zugunsten der reichen Industrienationen, zur Ausdehnung von Industrieansiedlungen in ärmeren Ländern. Es wird der Weg frei gemacht für eine rechtlich abgesicherte Form der Umweltverschmutzung. Atomkonsens läßt grüßen...

Wer nicht zu den Aktionen kommt, sollte spätestens um 20 Uhr am Bonner Hauptbahnhof sein.
Kassel im Juli 2001, AK Gratisleben

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