Stiftung Freiräume

Ö-PUNKTE 1/2000

LeserInnenbriefe zu Ö-Punkte, Winter 2000, S. 62: "Freiwirtschaft - eine Alternative"

Die Ausgabe 1/2000 ist leider nur sehr dürftig online. Es gibt aber das Heft als PDF und Textsammlung.

Hinweis: Das Institut für Ökologie, Fachbereich Wirtschaft und Politik, bereitet eine erweiterte Stellungnahme zur Kritik an der Freiwirtschaft vor. Diese werden präzisiern, daß und wieso der Vorwurf falscher ökonomischer Analysen und rechter Tendenzen gerechtfertigt ist, und einfließen ...

  • in den "Ö-Punkten" 2/2001 (Debattenseite)
  • in die geplante Neuauflage von "Agenda, Expo, Sponsoring - Recherchen im Naturschutzfilz)

Michael Rost 30.12.2000
Südring 110
39112 Magdeburg
fon/fax: 0391-6231955
email: firosec@aol.com

Ö-Punkte
Jörg Bergstedt
Ludwigstr.11
Reiskirchen
oe-punkte@gmx.de

Ihre Zeitung Ö-Punkte, Winter 2000
S. 62: "Freiwirtschaft- eine Alternative"

Sehr geehrter Herr Bergstedt,

nachdem ich diesmal auf S. 62, wie vor ca. 2 Jahren schon einmal, einen derart unsachlichen und grottenschlecht recherchierten Artikel zum Thema Freiweirtschaft in Ihrer Zeitung finde, bedarf es dieses Mal wohl einer Antwort. Ich hoffe, Ihre Meinungsvielfalt geht so weit, daß Sie meinen Leserbrief abdrucken.

Folgende Fehler und Falschaussagen finden sich in Ihrem Artikel unter anderem:

  1. Sie behaupten: "Wirtschaftwachstum ist denn auch eines der wichtigsten Argumente, die Gesell für seine Vorschläge einbringt". Richtig ist; daß Gesell das Wirtschaftssystem wieder zum Funktionieren bringen wollte. Von Wachstum steht da nichts. Im Gegenteil: Helmut Creutz , den sie weiter unten zitieren hat in vielen Veröffentlichungen bewiesen, daß gerade mit der Gesellschen Geldreform ein Wachstum der Wirtschaft (im Gegensatz zu allen anderen bekannten Maßnahmen) beendet werden kann.
  2. Sie behaupten: "Fast überall in Frewirtschaftkreisen finden sich persönliche Kontakte und inhaltliche Bezüge zu rechten Kreisen". Da ich einen recht guten Überblick über die Freiwirtschaftszene habe, weiß ich, daß es Einzelne in der Freiwirtschaft gibt, die diese Bezüge haben. Nach Schätzungen von mir und anderen sind das etwa 5 % aller Freiwirtschaftler. Und es gibt genügend Freiwirtschaftler, die dagegen vorgehen und diese Personen zunehmend isolieren.
  3. "Softere CGW" oder softere Bezüge zu rechten Kreisen? Was denn nun? Wo ist der konkrete Beleg für diesen Vorwurf? Da finde ich nichts: Nur "Vielreferent Helmut Creutz", von dem man alles sagen kann, nur nicht, daß er irgendwo bewußt Kontakte zu rechten Kreisen hat. Im Gegenteil: Wer sich die Mühe macht, seine Texte und Anlysen zu lesen, wird feststellen, daß er eigentlich der gegenwärtig wichtigste Gegner des jetzigen Kapitalismus ebenso wie aller Rechten und Bellizisten ist.
  4. Sie behaupten: "Gesell-Fan Benjes sei Spitzenfunktionär der ÖDP". Wieder mal falsch recherchiert: Benjes war Vorsitzender der freiwirtschaftlichen Partei FSU (die von einem großen Teil der Freiwirtschaftler abgelehnt wird) und wurde 2000 abgewählt.
  5. Sie behaupten: "Offen für rechte, rassistische und biologistische Positionen war schon Gesell selbst- Distanzierungen von diesen Positionen sind Mangelware". Wieder mal falsch! Sie bringen ein Zitat, reißen es aus dem Zusammenhang und stellen eine nachweislich falsche Aussage auf. Offensichtlich haben Sie Gesell nicht mal im Original gelesen, sonst wäre Ihnen das aufgefallen. Im Original, in dem Gesell das Völkerrecht und die aus ihm abgeleiteten Einwanderungsgesetze der USA beklagt, heißt es: "Laut diesem Völkerrecht gab Er die Erde - nicht den Menschenkindern, wie es doch in der Bibel heißt- sindern den Völkern. Und welchen Mißbrauch treiben die Völker mit den, wie es doch heißt, noch nicht weit genug getriebenen Hoheitsrechten! Da sehen wir uns einmal Amerika an! Entdeckte nicht Kolumbus etwa jenen Weltteil für die Nordamerikaner? Sicher nicht; für die Menschheit entdeckte er das Land, zum mindesten aber für seine Landsleute. Und diesen seinen Landsleuten verweigern die Amerikaner heute die Landung unter dem Vorwand, sie seien des Schreibens unkundig oder hätten kein Geld in der Tasche! Führte etwa Kolumbus so viel Geld mit sich, und konnten seine Mannen etwa Lesen und Schreiben? Auch die Aussätzigen, die Zigeuner, die Blinden, die Lahmen und Greise weisen die Amerikaner ab- und stützen sich dabei auf ihre Hoheitsrechte, auf das Völkerrecht, auf das Selbstbestimmungsrecht - das man jetzt erweitern und sichern will? "Amerika für die Amerikaner" sagen sie dabei verächtlich. Ja, sie gehen noch weiter und sagen: "Amerika für die amerikanische Rasse" und verweigern damit dem Hauptstamm des Menschengeschlechts, dem ältesten und zahlreichsten, den Mongolen, den Zutritt in ihr Land - auf Grund des Völkerrechts, auf Grund der Staatshoheitsrechte. Und dieses verderbte Recht sollen wir zum Zwecke des Friedens ausbauen und vor Vergewaltigung sichern!. Machen wir uns doch einmal klar, was das heißt. Die Rassepolitik der Amerikaner kann sich ja auch einmal gegen die Europäer richten, auch kann in dieser amerikanischen Rassepolitik der schwarze Bestandteil, können die Neger eines Tages die Oberhand gewinnen! Wie gesagt, die Mongolen, Afrikaner und Europäer haben sich bis heute solche Behandlung gefallen lassen. Aber wie lange noch?"
    Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung! Ich bin sicher, Sie stimmen mir nun zu!

Beiläufig biete ich Ihnen einige der vielen Zitate Gesells, die genau die von Ihnen vermißten Distanzierungen enthalten (es ließen sich auch noch beliebig viele andere finden):
" Die Judenhetzerei ist eine kolossale Ungerechtigkeit und eine Folge einer ungerechten Einrichtung, eine Folge des heutigen Münzwesens" ("Nervus rerum", 1892).
" Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz des Rufes der Millionen: "Nie wieder Krieg", entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft, muß ich es sagen: Wenn das Geldsystem, die heutige Zinswirtschaft beibehalten wird, so wage ich es schon heute zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen noch furchtbareren Krieg stehen. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird, trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift lesen können: "Arbeitssuchende haben keinen Eintritt ins Land. Nur Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen." Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen; man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde revolutionäre Strömungen wach werden; und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen und das Ende kann nur wieder Krieg sein." (NWO, Ausgabe 1918)-
Die Aussagen zur Frauenemanzipation sind ebenfalls aus dem Zusammenhang gerissen. Wenn Sie sich die Mühe machen würden, das anarchistische "Der Abgebaute Staat" (ist übrigens nicht Bestandteil der Wirtschaftstheorie und auch in Freiwirtschaftskreisen mehr als umstritten) zu lesen, in denen er die Utopie einer Frauenkommune schildert, würden Sie Gesell sicher eher bei den Vorläufern der Emanzipationsbewegung der Frauen einordnen.
Das Gesell unabhängig von seiner Wirtschaftstheorie der damaligen Zeit geschuldet (Darwin etc.) biologistiche Positionen (deren Anteil Sozialdarwinismus sicher einer ausführlicherendebatte bedürfte) vertrat, die von den Freiwirtschaftlern nicht übernommen werden, kann man nicht der Freiwirtschaftstheorie anlasten. Sonst müßten Sie konsequenterweise auch den Marxismus und alle MarxistInnen bekämpfen, weil Marx ziemlich permanent antisemitisch sich geäußert hat. Einige Zitate von Marx gefällig?:
" Welches ist der wirkliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist die weltliche Kultur des Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld!" (aus "Zur Judenfrage"),
"So finden wir, daß hinter jedem Tyrannen ein Jude, wie hinter jedem Papst ein Jesuit steht. Wahrlich, die Gelüste der Unterdrücker wären hoffnungslos, die Möglichkeiten von Kriegen unvorstellbar, gäbe es nicht eine Armee der Jesuiten, das Denken zu drosseln und eine Handvoll Juden, die Taschen zu plündern." (aus einem anonym veröffentlichten englischsprachigen Zeitungsartikel - "The Russian Loan, NYDT 4.1.1856)
"Der Kapitalist weiß, daß alle Waren, wie lumpig sie immer aussehen oder wie schlecht sie immer riechen, im Glauben und in der Wahrheit Geld, innerlich beschnittene Juden sind und zudem wundertätige Mittel, um aus Geld mehr Geld zu machen." (aus "Das Kapital").
"Lazarus der Aussätzige sei der Urtyp des Juden". "Viele Juden und Flöhe hierselbst", "Juden vermehren sich wie Filzläuse", usw. (alles aus Briefen von Marx an Engels).
Der Unterschied ist, daß das rassistische und antisemitische Denken bei Marx latent war, hingegen sich Ihre Vorwürfe gegen Gesell als weitgehend (Ausnahme: Biologismus) haltlos erweisen.
Wenn ich mich auf Ihr schlechtes Niveau der politischen Auseinandersetzung begeben würde, dann würde ich nämlich ebenso argumentieren:
Weil Marx ein Antisemit war, war die marxistisch orientierte DDR antisemitisch oder zumindestens Israel-feindlich. Und weil das in einer Linie mit dem Faschismus ist, sind heute die meisten Kommunisten und Marxisten Mitglieder rechtradikaler Parteien; oder alle marxistischen Parteien oder Parteien und Organisationen die marxistische Positionen vertreten, sind dann antisemitisch, rassistisch und faschistisch. Aus diesem Grund ist der Marxismus samt seiner Mehrwerttheorie dann falsch und ökologiefeindlich.
Nur auf dieses dümmliche, ideologisch-bornierte und inhaltslose Niveau, das Sie (wohl unreflektiert übernommen), Jutta Ditfurth, Oliver Geden und andere betreten haben, begebe ich mich nicht. Ich will eine tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung zwischen Marxismus und Freiwirtschaft. Die wird aber verbaut, wenn Sie erst einmal einen Haufen (falscher!) Vorurteile aufbauen.
Wenn Sie z. B. als Literaturangaben Ditfurth und Geden angeben, warum dann nicht auch Repliken auf diese Texte, nach denen sich die interessierten LeserInnen ein objektives Urteil bilden könnten, z.B. "Entspannen Sie sich, Frau Ditfurth" von Klaus Schmitt oder "Das Geldsyndrom" von Helmut Creutz (zum Thema "Wachstumszwang") oder die Internetseiten von Hans-Joachim Werner (www.h.-j.werner.de), in denen er sehr genau auf diese (und viele andere unsinnige) Vorwürfe eingeht. Da dies nicht geschieht, muß ich davon ausgehen, daß es Ihnen gar nicht um eine objektive Auseinandersetzung mit der Freiwirtschaft ankommt, sondern nur um ihre Diskreditierung.
Und jetzt will ich mal kurz Ursachenforschung betreiben - Warum das alles?
In der aktuellen Auseinandersetzung mit dem derzeitigen herrschenden Kapitalismus bekommen die MarxistInnen zur Zeit kein Bein aufs Brett. Nach dem total mißglückten real-sozialistischen Experiment (in dem systematische Umweltzerstörung untrennbarer Bestandteil war), besteht innerhalb großer Gruppen der Menschen kaum noch Interesse an diesem versagenden Theorieansatz. Vormalige Vertreter innerhalb der Grünen sind längst angepaßt (Trittin und Co.) und in der PDS traut man sich auch nichts mehr und paßt sich sozialdemokratisch immer mehr an.
Nun gewinnt ein anderer linker Theorieansatz (der bis auf Proudhon, Damaschke, eben Gesell, Keynes u.a. zurückgeht) immer mehr Zuspruch. Für die marxistische Linke, die sich gerade aufs "Überwintern" eingestellt, hat (ihre Ideale an der Garderobe vor den weichen Machtsesseln abgegeben hat), ist das eine noch größere Gefahr als der Kapitalismus selbst. Denn in dem kann sie ganz gut leben (im Ministerposten usw.), wird vom Großkapital sogar noch etwas "gehätschelt", weil von ihr keine realistische Gefahr für den Kapitalismus mehr ausgeht.
Deshalb wird von einigen Marxismusvertretern, zu denen ich auch Sie (nach der Lektüre Ihrer Zeitung) zähle, die eigentliche "Drecksarbeit" für das Großkapital gemacht, nämlich die Diffamierung wirklicher Reformansätze im Geld- und Bodenrecht mit Vorwürfen der Rechtslastigkeit etc.
Besonders geeignet ist dafür die Ökoszene, gibt es doch gerade in der Ökoszene, auch in Friedensgruppen und bei Organisationen direkter Demokratie viel berechtigte Sympathie für die Freiwirtschaft.
Mein Vorwurf an Sie ist, daß es ihnen eigentlich gar nicht um Ökologie geht: Ökologie wird nur als Rechtfgertigung und Handlungsebene für einen verquasten und versagenden Ökonomieansatz benutzt. Denn alle ökologischen Ansätze müssen bei Ihnen erste einmal durch das Marxismus-Raster passen. Was nicht paßt, ist rechts oder faschistoid. Andersherum würde ein Schuh draus: Sie müßten erst einmal alle Ökonomieansätze durchleuchten, ob sie durch das Ökologie-Raster passen. Der Marxismus hätte da sehr schlechte Karten. Eine Planwirtschaft (oder sagen wir "Nichtmarktwirtschaft") hat sich nachweislich als unfähig erwiesen, ökologische und andere gesellschaftliche Probleme zu lösen. Wir Ostdeutschen haben mittlerweile erlebt, daß zwei Gesellschaftssysteme versagt haben. Aber davon haben Sie als "geschulter Wessie" natürlich keine Ahnung.
Mein Trost ist, daß eine Zeitschrift wie Ö-Punkt mit so miserablen Texten kaum gelesen wird, obwohl in der Ökologiebewegung durchaus Bedarf für etwas Vernünftiges da wäre.
Ich muß ja sogar davon ausgehen, wenn ein Text so offensichtlich falsch ist, daß auch andere Texte, z.B. zu Atom, Energie, Verkehr, ebenfalls so miserabel recherchiert und evtl. mit falschen Fakten bestückt sind.
Aus diesem Grund werde ich, sofern mein Leserbrief nicht ungekürzt übernommen wird (Änderungen sowie auszugsweises Zitieren nur nach Absprache mit mir!), keine weiteren Aktivitäten zur Verbreitung Ihrer Zeitung innerhalb der Umweltgruppen hier in Sachsen-Anhalt unternehmen. Das wäre für mich dann auch das Eingeständnis der Sinnlosigkeit der inhaltlichen Diskussion zum Thema Marxismus-Freiwirtschaft in Ihrer Zeitschrift, weswegen ich dann in diesem Fall auch keine (dann für mich so einzustufende) Sekten-Zeitschrift im Austauschabbo (über Björn Hartje) mehr möchte - zum Zwecke der Müllvermeidung!

Wenn Sie allerdings wirkliche etwas gegen den jetzigen umweltzerstörerischen Kapitalismus tun wollen, etwas übertrieben vielleicht vorgeschlagen evtl. neben einer Anti-Esotherik-, Anti-Sexismus-, Anti-Nationalismus- auch eine Anti-Marxismus-Redaktion bzw. eine "Freiwirtschaftsredaktion" oder "Geldreformredaktion" gründen wollen, würde ich Sie dabei sogar unterstützen.

Mit Grüßen (allerdings etwa sehr großer Wut im Bauch- deswegen auch die vielleicht harten Äußerungen; aber wie es in den Wald hineinruft...) Michael Rost

PS: Bin wirklich gespannt, ob Karl marx bei Ihnen der Zensur


Hallo!

Ich möchte mich hier auf den Text 'Freiwirtschaft - eine Alternative?", Ö-Punkte/Winter 2000, den ich erst vor kurzem erhalten habe, beziehen: Die Intention des Autors* ist m. E. weniger, die Freiwirtschaft an sich zu widerlegen, als Silvio Gesell und die darauf aufbauende Bewegung in die rechte Ecke zu drängen. Statt den vielen Raum für Polemik zu verwenden, hätte mich die tatsächliche Auseinandersetzung mit der angekündigten Thematik mehr interessiert.
Mit dem, was der Autor hier als "Sachkenntnis" darstellt, ist für mich nicht nachzuvollziehen, warum die Freiwirtschaft keine Alternative sein soll. Diese Vorgehensweise ist nichts neues: Als ich ähnliche Texte (Jutta Ditfurth) gelesen hatte, bin ich auch erst auf diese Art von "Argumentation" hereingefallen.
Nun habe ich aber die Angewohnheit, Themen, die mich interessieren, möglichst von allen Seiten zu betrachten. Einen eingeschränkten Blickwinkel habe ich dabei immer nur als sehr hinderlich empfunden. Da ich über die Freiwirtschaft noch zu wenig wußte, begann ich mir Literatur zu besorgen - und siehe da: es wird (dort bei J. Ditfurth) der Sinn von Zitaten dadurch abgeändert, indem sie aus dem Zusammenhang gerissen oder Behauptungen aufgestellt werden, die keiner näheren Prüfung lange standhalten können.
Oder: Für das Verständnis wichtige Tatsachen werden einfach nicht erwähnt. Diese, aus dem Zusammenhang genommenen Zitate in den Ö-Punkten kommen mir also irgendwie bekannt vor und scheinen als "Argumentationshilfe" wohl reihum zu gehen, in der berechtigten Hoffnung, daß sich hoffentlich keine/r die Mühe macht, die betreffenden Textstellen genauer nachzulesen.
Und was ist das anderes, als Menschen, ohne sich eingehender mit deren Person auseinandergesetzt zu haben, in die rechte Ecke zu drängen und als Rassisten, Faschisten o. ä. zu titulieren? (Auch die Ö-Punkte sind sich ja diesbezüglich für einen Rundumschlag nicht zu schade!)
Ich denke, daß. wer keine Argumente gegen etwas findet, das ihr/ihm - aus welchen Gründen auch immer - ein Dorn im Auge ist, muß einfach - auch aus welchen Gründen auch immer - zu derartigen "Mitteln" greifen.
Vielleicht sollte hier einmal die Tiefenpsychologie bemüht werden.
Daß die neben dem Text angegebenen Literaturempfehlungen (Frage: Sind das vielleicht die "Chefideologen" dieser "Geisteshaltung"?) nur sehr einseitig ausgewählt wurden, ist klar und zeigt mir eigentlich nur, daß hier anscheinend nicht diskutiert werden will oder soll, sondern lediglich schlicht und vorschnell ABGEURTEILT. Tut mir leid, aber dieses Denken und Schreiben hat für mich Züge an sich, die aus einer ganz anderen Ecke stammen und mir von der Tendenz her sehr bekannt vorkommen.
Wirklich schade!

*Der Leserbrief wurde geändert, wo der Name der vermeintlichen Autorin des Textes zu Freiwirtschaft genannt wurde, weil er nicht stimmte.


Hallo, liebes Ö-Punkte-Team,
leider kommt mein Brief sehr spät, aber ich hoffe, ihr bekommt ihn noch unter.

Zum Leserbrief: "Mich trifft der Schlag", Winterausgabe 2000
Trotz der hohen Wahrscheinlichkeit, daß diese Frau meinen Brief nicht mehr lesen wird, möchte ich ihn beantworten, zum Punkt "Gentechnik".
Kernaussage soll wohl sein, daß die "dritte Welt Länder" dank europäischen Gen-Saatgut endlich zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit geführt werden. Wer diesen Satz begreift, braucht keine weiteren Erlkärungen seiner Ironie. Die Firma "Monsanto" beispielweise verlangt von allen BäuerInnen, die ihre "Road-Up-Ready" Sojabohnen (genmanipuliertes Saatgut, Anmerkung v. M.S.) anbauen, eine vertragliche Zusicherung, daß sie aus der Ernte kein eigenes Saatgut gewinnen: ausschlißelich das Pflanzengift von Monsanto auf ihren Äckern ausbringe nund Vertreter des Unternehmens zu Kontrollzwecken jederzeit Zugang zu den Feldern gewähren". (zitiert aus: "Einkaufen verändert die Welt", Schmetterling Verlag).


Betrifft: Ö-Punkte 4/00, Seite 15, Rezension "Ökologisches Gewissen"

Liebe Leute,
es ist wirklich sehr ärgerlich, wenn Ihr Rezensionen ohne Ansicht schreibt: In meinem Buch kommt die Umweltbewegung aus dem Mund von Kindern und Jugendlichen so authentisch und umfangreich zu Wort, wie ich es noch nirgendwo gelesen habe ...
Nachhaltige Grüße, Sven Sohr

P.S. Außerdem stelle ich meine eigenen Studien vor!


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